Fernsehsender Phoenix zeigt Dokumentation "Apple Stories"

22. Febr. 2013 13:30 Uhr - sw

Der Fernsehsender Phoenix strahlt am morgigen Samstag um 22:30 Uhr erstmals die Dokumentation "Apple Stories" aus. Darin beleuchtet der Dokumentarfilmer Rasmus Gerlach die Herstellungskette von Smartphones am Beispiel des iPhones. Der knapp eineinhalbstündige Film hatte bei den Nordischen Filmtagen in Lübeck im November 2012 Premiere.

Kommentare

sind denn die anderen Computer- und Smartphonehersteller, allen voran Samsung, irgendwie besser? Das soll nichts entschuldigen, aber warum immer auf Apple? Man sollte die Vorgehensweise bzw die Verantwortung der Branche ansprechen.

Vielleicht muss ein Unternehmen, das gelegentlich Ladeneröffnungen und Produktvorstellungen wie Gottesdienste zelebriert, es sich gefallen lassen, dass sich auch quasi-religiöse Erlösungshoffnungen mit ihm verbinden. Fans, die aus Freude über die Qualität ihrer Apple-Geräte und der damit möglichen Anwendungen und Kreativität schon mal wie Prediger gegenüber den armen weniger Eingeweihten auftreten, tragen ihren Teil zu diesem (Zerr-)Bild bei. Wenn wir das im Hinterkopf behalten, sollte es uns – und Apple – leicht fallen, auf kritische Fragen wie den in Rasmus Gerlachs Dokumentarfilm gestellten zu antworten. Es ging darin m.E. um den großen Zusammenhang der sozial-ökologischen Begleit- und Folgekosten unserer Produktion und Konsumtion am Beispiel der Produktkategorie Mobiltelefon. Die Engführung auf Apple und das iPhone gehörte eher zu den schwächeren Momenten des Films, da sie sich nicht wirklich schlüssig darstellen lies. (Ich muss es leider Filmkritiker_innen mit mehr Zeit überlassen, diese Behauptung zu be- oder widerlegen.) Letzten Endes bleiben bei mir die verstörenden Bilder und Töne haften von der fast steinzeitlichen Förderung des Zinnrohstoffs und der hypermodernen Reinraum-Produktion von iPhone-Kopien in einer chinesischen Fabrik-Kopie (Aufnahmen von der Originalproduktion der Originale konnte Rasmus Gerlach nicht liefern) mit schlecht bezahlten und schlecht untergebrachten Ungelernten. Auch nach der Service-Fähigkeit moderner Gerätschaften können wir dank Gerlachs Film anschaulich fragen. Das weist, wie der ganze Film, weit über Apple hinaus. Allerdings lässt es sich gegenüber einem Produzenten und seinen Konsumenten, die sich – m.E. berechtigt – wie eine Elite fühlen, aussichtsreicher argumentieren. Denn „Normale“ und „Normales“ laden selten zur Kritik ein. Oder würde jemand fragen, ob das Zinn in Rasmus Gerlachs SAMSUNG-Handy (lt. Selbstauskunft in einem Deutschlandfunk-Interview vom 22.2.2013; http://www.dradio.de/dlf/sendungen/corso/2019518/) sozial-ökologisch einwandfrei gefördert wurde?

ohesneun

Ich kann mir nicht vorstellen das der Apple Konsument , da was ändern kann, denn wenn er auf Samsung oder Nokia, Motorola umsteigt, ändert sich nichts, nur die Marke.

Da will einer, so hat es den Anschein, an den erfolg anknöpfen.
wieso stellt sich mir die frage, nur einen Hersteller, soll wohl über jeden einzeln berichtet werden.

Ein Bericht über die Lebensmittel Mafia und ihre machen schaften, wär besser angekommen, da wir auch vergiftet werden.

Was interessiert jemanden was Apple macht, solange andere das selbe tun.
Dieser Bericht war sehr einseitig, deshalb ist er bei uns schlecht angekommen.

Ich sehe es ähnlich wie ohesneun. Wer sich jahrzehntelang als "Wir sind die Guten" hinstellt, seine Produkte in heiligen Messen zelebriert, sich mit "think different" die Leistungen großer (Vor)denker, Menschenrechtler etc. ans eigene Revers hängt und beim Verkaufspreis richtig hinlangt ... der muss es sich auch gefallen lassen, am selbst bewusst aufgebauten Image gemessen zu werden.

Außerdem: an irgendwelchen Beispielen muss man ja die Diskrepanz zwischen Luxusprodukten und umweltvernichtender bzw. menschenverachtender Produktion darstellen. Zu Nokia gab´s auch mal eine Doku, die kam sogar von Nokia und war sehr selbstkritisch. Apple ist sicher nicht das übelste Unternehmen der Welt, aber eben archetypisch für fast alle Unternehmen, die heute Einweg-Hightech-Spielzeuge produzieren. Da Apple aber für die höchsten Preise, das luxuriöseste Image und das lauteste Gutmenschengedöns steht, ist es für mich ganz naheliegend, genau diesen Hersteller für so eine Doku auszuwählen.

Und das sage ich nicht als Apple-Basher, sondern als jahrzehntelanger glühender Apple-Fan und -Bekehrer, der durchaus in der Lage ist, die rosa Brille abzunehmen und seine eigenen Fanartikel auch mal kritisch unter die Lupe zu nehmen. Ich will und werde Apple-Produkte auch in Zukunft kaufen und liebend gerne benutzen. Aber ich will, dass Apple gefälligst faire Löhne zahlt und auch in pucto Umweltschuz ein Vorbild für andere wird!