WLAN-Interferenz: GapSense verspricht Abhilfe

16. Apr. 2013 00:15 Uhr - Redaktion-pte

Forscher an der University of Michigan (U-M) haben mit GapSense eine Software entwickelt, die dem zunehmenden drahtlosen Kommunikations-Chaos Herr werden soll. Denn WLAN-Netze stören sich gegenseitig ebenso wie Übertragungen mit Protokollen wie Bluetooth oder ZigBee, wenn sie unkontrolliert um Bandbreite bei vielgenutzten Frequenzen ringen. GapSense ist als eine Art Drahtlos-Verkehrskontrolle gedacht, die Kollisionen vermeidet und somit effizientere Übertragungen erlaubt.

Dabei setzt die Software auf eine gemeinsame Sprache aus kurzen Signalen und Lücken, mit denen Geräte praktisch darauf aufmerksam machen können, dass sie gleich eine Datenübertragung durchführen. Tests zufolge, die das Team im Rahmen der IEE Infocom näher präsentiert, kann GapSense Interferenzen so in machen heterogenen Umgebungen um über 88 Prozent reduzieren. Zugleich soll die Software WLAN-Übertragungen energieeffizienter machen.

Koordination statt Recht des Stärkeren

Das Grundproblem ist Kang Shan, Informatikprofessor an der U-M, zufolge, dass diverse Geräte zwar um Übertragungskapazitäten bei den gleichen Frequenzen buhlen, aber nicht sinnvoll miteinander kommunizieren können. Das führt oft dazu, dass stärkere WLAN-Signale Bluetooth- oder ZigBee-Übertragungen einfach überfahren und somit zunichte machen, es kommt aber auch zu Interferenzen zwischen WLAN-Netzen. Das soll GapSense verhindern, indem einzelne Geräte andere sinnvoll vorwarnen können, wenn sie eine Übertragung durchführen - sodass beispielsweise ein WLAN-Router warten kann, bis ein ZigBee-Sensor seine Daten übertragen hat.

Im Fall einer Umgebung, wo sich nur ZigBee und WLAN stören, konnte GapSense die Kollisionsrate bei Tests von 45 auf acht Prozent drücken. Wenn breit- und schmalbandigere WLAN-Geräte miteinander kollidieren, kann GapSense die Interferenzen laut U-M sogar praktisch auf Null reduzieren. Gerade bei WLAN ergibt sich außerdem ein Energiesparpotenzial. Der Ansatz ist hier, Receiver herunterzutakten und erst durch GapSense-Vorwarnung auf den aktiven Empfang vorzubereiten. Den Forschern zufolge könnte so der Stromverbrauch um 44 Prozent gesenkt werden.

(Thomas Pichler, pressetext.de)