Tablets: Apple trotz Marktanteilsverlust weiter Nummer eins

25. Juli 2014 14:00 Uhr - sw

Das Tablet-Geschäft läuft in diesem Jahr bislang nicht gut für Apple. Während der Mac- und der iPhone-Absatz im ersten Halbjahr zulegten, gingen die iPad-Stückzahlen zurück. Im ersten Quartal 2014 verkaufte Apple 16 Prozent weniger iPads als im Vorjahreszeitraum, im zweiten Quartal lag der Rückgang bei neun Prozent. Dennoch bleibt Apple Marktführer.


iPads

iPads: Apple kämpft mit Absatzrückgang.
Foto: Apple.



Das geht aus neuesten Zahlen der Marktforschungsfirma IDC hervor. Demnach legte der weltweite Tablet-Markt im zweiten Quartal um elf Prozent auf 49,3 Millionen abgesetzte Geräte zu. Apple verkaufte 13,3 Millionen Tablets nach 14,6 Millionen im Vergleichszeitraum des Vorjahres - der Marktanteil sank von 33 auf 26,9 Prozent. Allerdings verzeichnete auch der Zweitplatzierte Samsung aufgrund des geringen Stückzahlenwachstums von 1,6 Prozent einen Marktanteilsrückgang – von 18,8 auf 17,2 Prozent. Auf den weiteren Plätzen liegen Lenovo mit 4,9 Prozent Marktanteil, Asus mit 4,6 Prozent und Acer mit zwei Prozent.

Nachdem der globale Tablet-Markt im ersten Quartal lediglich um 3,9 Prozent wuchs, ist der Tablet-Boom nach Experteneinschätzung nun vorbei. IDC führt dafür mehrere Gründe an. Nach Ansicht der Marktforscher erhalten Tablets immer stärker Konkurrenz durch Smartphones mit großen Displays – einem Trend, dem sich Apple Gerüchten zufolge mit dem iPhone 6 anschließen wird (es wird über Modelle mit 4,7- und 5,5-Zoll-Display spekuliert). Zweitens sei eine Marktsättigung erreicht, da die Tablet-Nutzer ihre Geräte länger als erwartet nutzen. Drittens sei die Verbreitung von Tablets in Unternehmen schwächer ausgefallen als prognostiziert.

Kommentare

Anfangs war das iPad hip und cool, jeder wollte eines, vielleicht auch nur zum Angeben, um "dazu zu gehören". Inzwischen ist der Hype verflogen, die Erwartungshaltung geerdet. Tablets sind "Wald und Wiesen" Hardware, mittlerweile stark verbreitet, auch dank der inzwischen recht brauchbaren, günstigeren Geräte der Konkurrenz. Upgrade-Druck gibts auch kaum mehr, da neue Versionen meist nur noch marginale Verbesserungen bieten. Klar, dass da keine riesigen Wachstumsraten mehr erzielt werden.

Und auch Apples Geblubber von "Post PC Era" interessiert heute keinen mehr, weil die Leute gemerkt haben, dass ein Tablet eben kein 1:1-Ersatz für einen vollwertigen Desktop/Laptop ist und aufgrund des Formfaktors und weiterer Beschränkungen auch gar nicht sein kann. Nur fürs Surfen/Spielen/Chatten/Musikhören auf dem Sofa ist ein Tablet natürlich ideal geeignet und es gibt durchaus Bereiche, in denen ein Tablet anstelle von Laptops besser geeignet ist (z. B. zum Verteilen von digitalen Lernmaterialien an Schüler und Studenten, für Ärzte bei der Visite oder in der Gastronomie), aber wer ernsthaft Arbeiten will, kommt um einen "echten" Computer nicht drumherum, (ein Tablet vielleicht als punktuelle Ergänzung, z. B. Data Mining mit iPad, auswerten zu Hause mit dem Mac).

Wenn Apple tatsächlich größere iPhones herausbringt, dürfte das dem iPad Verkauf schaden. Wieso noch ein iPad mini kaufen, wenn ich auch ein 5,5" iPhone haben kann?

Hinzu kommt, dass Tablets da, wo sie gerne genutzt werden, (nämlich auf dem Sofa im Wohnzimmer) in Zukunft wohl zunehmend Konkurrenz von Smart-TVs bekommen. Warum soll ich mich mit 7 oder 10" zufrieden geben, wenn ich vom Sofa aus auch gleich 42, 46 oder 55" nutzen kann? Und bedienen lässt sich ein Smart-TV mit einem größeren Smartphone auch bequemer als mit einem doch recht großen und unhandlichen Tablet.

Schon mal auf einem Fernseher im Internet gesurft und versucht, längere Texte zu lesen? Bei den heutigen Größen ist das kein Spaß und dürfte den Augenärzten regen Zulauf bescheren, sollte sich die Prophezeiung des Vorredners bewahrheiten. Tablets haben in vielen Bereichen ihre Berechtigung. Und mittlerweile gehören sie genauso zum beruflichen Alltag wie Laptops, sind oftmals sogar praktischer. Ich arbeite jedenfalls öfter mit dem iPad als mit dem Macbook. Ich sehe es allerdings genauso, dass ein Tablet immer eine Ergänzung zu einem Rechner ist.

War anfangs echt interessant, weil neuartig. Doch immer dann, wenn ich mal etwas mehr mit dem Gerät machen wollte, stieß ich schnell an die Grenzen und war wieder am iMac. Inzwischen sieht mein Setup so aus, dass ich einen Mac mini als Desktop habe und ein MacBook Air für unterwegs bzw. fürs Sofa (ist auffem Sofa auch ergonomischer als ein Tablet). Ich brauche kein iPad. MacBook Air just rocks!

Ich habe weder ein Smartphone, noch ein Tablet. Ich habe dafür einfach keine Verwendung. Außerdem sind mir die Screens viel zu klein. Alles was ich zu erledigen habe, daß mache ich lieber am Computer mit ergonomischen, großen Monitor.

Ich halte generell Tablets für ein völlig überschätztes Produkt. Tablets waren die letzten vier Jahre DER "Modeartikel" schlechthin im Elektronikbereich. "Must haves" für viele Leute eben, wie im ersten Kommentar so schön ausgeführt.

Es ist inzwischen klar, dass Tablets eben nicht die eierlegende Wollmilchsau sind, die PCs vollständig ersetzen bzw. verdrängen werden. Das sieht man nicht nur am schwächelnden Tablet-Markt, sondern eben auch, wenn man die Augen aufmacht. Ich kenne inzwischen zig Leute, die ihr iPad nicht mehr nutzen bzw. verkauft haben, weil es eben zu beschränkt ist und diese Leute mehr machen wollen als Facebook, Twitter, Zocken, Browsing. Und da schlägt ein MacBook Air eben ein Tablet um Längen.

Natürlich muss man zugestehen, dass Tablets die Computertechnik in weitere Bereiche des Lebens vordringen ließ. Aber meistens ist ein Tablet dann halt doch nur eine Ergänzung zu den traditionellen Workstations in Desktop- oder Notebook-Form. "Post PC Ära" ist eine reine Marketingerfindung von Apple, die seit einigen Quartalen ad absudrum geführt wird, weil der Absatz von Macs und iPhones steigt, beim iPad aber zurückgeht.

Mit den Phablets, d. h. Smartphones mit großen Displays, wird den Tablets dann auch von unten her ein wenig das Wasser abgegraben. Die Tablet-Kategorie wird natürlich bleiben, aber der Hype ist eben verflogen, auch weil die Thematik inzwischen nüchterner, eben rationell betrachtet wird. Mein Fazit: Ich brauche derzeit kein Tablet. Falls ich mal in eine Situation gerate, wo ein Tablet als Zusatzgerät zu meinem bestehenden Setup sinnvoll wäre, würde ich es mir holen. Aber momentan fahre ich mit meinen Desktop- und Notebook-Macs mehr als gut.