Verschlüsselung bei WhatsApp – Konkurrent Threema sieht sich beim Schutz der Privatsphäre weiter vorne

18. Apr. 2016 14:30 Uhr - sw

Zu Monatsbeginn hat der Kommunikationsdienst WhatsApp eine durchgängige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung eingeführt. Nur der Empfänger kann eine verschickte Nachricht lesen, lautet das Versprechen der Facebook-Tochter. Der WhatsApp-Konkurrent Threema weist in diesem Zusammenhang allerdings darauf hin, dass der Datenschutz nicht nur die Inhalte, sondern auch die sogenannten Metadaten betrifft.

Mit Metadaten sind diejenigen Informationen gemeint, die außer dem Inhalt bei der Kommunikation anfallen, d. h. wer wann mit wem kommuniziert. In diesem Punkt sieht sich das Schweizer Unternehmen gegenüber WhatsApp im Vorteil. Threema sei von Anfang an auf "Metadaten-Sparsamkeit" ausgelegt worden und ermögliche die anonyme Nutzung des Dienstes.

Threema

Threema will mit Schutz der Privatsphäre beim Nutzer punkten.
Bild: Threema.



"Je weniger solcher Daten überhaupt anfallen, desto weniger können sie gesammelt und missbraucht werden. Weder von Konzernen oder Werbetreibenden, noch von staatlichen Überwachungsorganen. Bei Threema beginnt das damit, dass Nutzer nicht über ihre Handynummer, sondern über eine zufällig vergebene 8-stellige ID identifiziert werden", schreibt das Unternehmen auf der Web-Seite "Der Threema-Unterschied".

Außerdem sei es für die Nutzung von Threema nicht erforderlich, die im Adressbuch gespeicherten Telefonnummern hochzuladen – ganz im Gegensatz zu WhatsApp. Kontaktlisten und Gruppen würden ausschließlich auf den Nutzergeräten verwaltet, eine zentrale Datenspeicherung personenbezogener Daten finde nicht statt, so Threema weiter.

Die iOS-App von Threema (iOS-App-Store-Partnerlink) kostet 2,99 Euro. Wie das Unternehmen auf Anfrage von MacGadget mitteilte, ist ein Mac-Client nicht geplant. Allerdings erwägt Threema den Start eines webbasierten Angebots, um den Service auch an Computern nutzen zu können.

Kommentare

Wer meint, WhatsApp könne nun bedenkenlos verwendet werden, weil die Nachrichten verschlüsselt werden, ist ziemlich blauäugig, denn Facebook hat WhatsApp kaum aufgekauft, um die App gratis anzubieten und sicher machen zu können, ohne einen eigenen Nutzen davon zu haben. Auf WhatsApp wird man mich nicht jedenfalls nicht antreffen, und wer nicht Threema nutzen will, muss mich halt per SMS kontaktieren.

Eigentlich gehört komplett darauf verzichtet. Vielleicht kann ich mich endlich mal dazu durchringen und den WhatsApp-Account löschen. Dieser Artikel bestärkt mich nur darin. Hinzu kommt, dass der größte Teil der "Kommunikation" über WhatsApp eh nur zeitverschwendender Müll ist - jedenfalls bei mir und im Freundes- und Kollegenkreis. Oder ist es bei jemandem anders?

Die Konzeption von Threema gefällt mir.

ABER: was will man machen, wenn alle, aber wirklich alle Kontakte nur WhatsApp nutzen?

[quote=freestyle]ABER: was will man machen, wenn alle, aber wirklich alle Kontakte nur WhatsApp nutzen?[/quote]

So mache ich es zumindest und richtig gute Freunde hat man ja eh meist nur eine Handvoll. ;)

anfangs kam bei mir auch fast nur (manchmal allerdings schon sehr witziger) Quatsch.
Mittlerweile beschränkt es sich fast nur auf Themenbezogene Gruppen bspw. Badminton, Clique, Arbeit etc., und die meisten Kommentare sind sinnvoll oder wenigstens nicht zu 100% überflüssig.
Und nicht jeder hat ne SMS-Flat, ich bspw. nicht.
Klar kann man auch alles per Mail regeln, das ist allerdings bei mehreren angesprochenen Personen, von denen man eine Antwort benötigt, nicht so bequem, geht aber auch.

Super finde ich die Leute, die aus Protest Whatsapp ablehnen, stattdessen aber zu Facebook wechseln (wo ich nicht angemeldet bin) ;-)

Scheint aber definitiv einen Blick wert zu sein. Und 2,99€ für eine App sind wahrlich nicht zu viel Geld. Neuer Eintrag auf meiner Todo Liste: sich näher mit Threema befassen. :)

Der Nutzen den Facebook daraus zieht muss ja nicht unbedingt aus Daten sammeln bestehen.
Jedenfalls wäre Facebook dann sicherlich auch nicht so blöd das Geschäftsmodell auf illegales Datensammeln zu stützen sondern würde das legal machen.

Das Geschäftsmodell von Whatsapp ist meiner Meinung nach ein ganz anderes, nämlich der Zugang zur Whatsapp-Nutzerschaft den sich Facebook in Zukunft bezahlen lässt.
Sprich es ist nur für Privatpersonen kostenlos und wer z.b. einen Newsletter oder eine Hotline anbieten will über whatsapp muss bezahlen.
Der Nutzer ist das Produkt, aber er muss nicht zwingend durch seine Daten daß Produkt sein sondern kann es auch durch seine anwesenheit. Ähnlich wie z.b. im Swingerclub wo Frauen kostenlos reinkommen.

Ein weiterer Vorteil ist daß Whatsapp andere Messenger nicht hochkommen lässt und so verhindert daß diese über die Messengerschiene in Facebooks Revier eindringen.

Die SMS find ich als alternative zu Whatsapp noch blöder, weil die komplett unverschlüsselt ist und die Metadaten inklusive Funkzelle beim Provider gespeichert werden.
Am schlimmsten ist die "gute alte email". Die ist bei den meisten Leuten komplett unverschlüsselt und wird direkt in doppelter ausführung im Postfach von Sender und Empfänger auf ewig gespeichert.

Das einzige was für Threema spricht ist:
- keine Telefonnummer nötig (ist aber nur relevant wenn man per Bitcoin bezahlt, denn sonst zahlt man ja per kreditkarte oder googleaccount, was noch schlimmer als die Telefonummer ist).
- konkrete Ansagen zum Thema Metadaten
- Standort Schweiz