E-Mail-Client Thunderbird bleibt bei Mozilla

10. Mai 2017 17:00 Uhr - Redaktion

Vor einem Jahr hat Mozilla eine Studie in Auftrag gegeben, mit der überprüft werden sollte, welche organisatorische Heimat am besten für das Open-Source-Projekt Thunderbird geeignet ist. Sowohl ein Umzug zu einer anderen Organisation wie der Document Foundation oder der Software Freedom Conservancy als auch ein Verbleib bei Mozilla wurden ausgelotet.

Nun wurde eine Entscheidung gefällt. Die Mozilla Foundation (Stiftung) hat sich darauf verständigt, künftig rechtliches und fiskalisches Zuhause für das Thunderbird-Projekt zu sein. Jedoch wird Thunderbird von der Infrastruktur der Mozilla Corporation (Tochterfirma der Stiftung, die sich um Firefox kümmert) gelöst und folglich die operative Steuerung künftig selbst vornehmen. Thunderbird wird dadurch von Firefox abgekoppelt, kann aber nun unabhängig agieren.

Thunderbird

Thunderbird: Leistungsstarker E-Mail-, Usenet- und Chat-Client für den Mac.
Bild: Mozilla Corporation.



Das Thunderbird-Council sieht die Maßnahme positiv. Nachdem die organisatorischen Fragen nun geklärt worden seien, könne man sich wieder verstärkt auf die Weiterentwicklung der Software konzentrieren. Thunderbird soll mittelfristig weiter auf der Gecko-Engine von Firefox basieren, langfristig wird jedoch eine Neuentwicklung basierend auf modernen Technologien geplant.

Mozilla hat sich vor rund vier Jahren aus der Entwicklung von Thunderbird zurückgezogen, seitdem kümmern sich ehrenamtliche Programmierer und seit letzten Herbst auch ein Halbzeit-Mitarbeiter um die Weiterentwicklung. Möglich machen dies Spenden, die das Projekt seit einiger Zeit entgegennimmt. Außerdem ist momentan eine Vollzeitstelle für einen Build-Engineer ausgeschrieben.

Thunderbird läuft ab OS X Mavericks und hat weltweit über 25 Millionen Nutzer.