An der Kasse mit dem Smartphone bezahlen: Deutschland hinkt gewaltig hinterher

16. Mai 2018 12:00 Uhr - Redaktion

Das Smartphone ist für die Mehrheit der Verbraucher in Deutschland ein ständiger Begleiter – aber beim Einkaufen an der Kasse bleibt es bislang meist in der Tasche. Drei von fünf Smartphone-Nutzern (59 Prozent) bezahlen ihren Einkauf im Laden nie mit dem Gerät. Ist dies vielleicht der wahre Grund, weshalb Dienste wie Apple Pay, Google Pay oder Samsung Pay in Deutschland immer noch nicht verfügbar sind?

18 Prozent geben einer repräsentativen Befragung des Digitalverbands Bitkom zufolge an, dass sie häufig oder manchmal mit dem Smartphone kontaktlos über die sogenannte NFC-Schnittstelle bezahlen, weitere acht Prozent tun dies selten. Ebenfalls 18 Prozent nutzen häufig oder manchmal QR-Codes und eine entsprechende App zum Begleichen der Rechnung, vier Prozent selten.

Während in Nachbarländern wie Dänemark das Bezahlen mit dem Smartphone schon seit Jahren weit verbreitet ist, sind viele Bundesbürger noch zurückhaltend. Smartphone-Nutzer, die auf das Bezahlen mit dem Smartphone grundsätzlich verzichten, nennen als Hauptgrund Sicherheitsbedenken. 61 Prozent sagen, dass Hacker auf diese Weise auf ihr Konto zugreifen könnten.

 

 

 

30 Prozent geben an, der Bezahlvorgang mit dem Smartphone sei ihnen zu kompliziert und 13 Prozent finden, das Bezahlen mit dem Smartphone dauere zu lange. Acht Prozent beklagen, dass sich die Mitarbeiter an den Kassen nicht mit dem Smartphone-Bezahlen auskennen. Sechs Prozent sagen, dass in den von ihnen besuchten Geschäften ein Bezahlen mit Smartphone nicht möglich ist.

"Wenn es um Geld geht, sind die Kunden in Deutschland traditionell sehr vorsichtig und eher konservativ eingestellt. Wir erleben aber derzeit, wie sich die Finanz- und Bankenlandschaft grundlegend verändert. Das wird auch die Art und Weise verändern, wie wir im Geschäft bezahlen", meint Bitkom-Präsident Achim Berg.

So zeigen sich in einer aktuellen Bitkom-Befragung 38 Prozent offen dafür, ihre Bankgeschäfte über Internetunternehmen wie Apple, Google oder Amazon zu tätigen. 57 Prozent geben an, dass ihnen Digitalangebote wie Online-Banking, Banking-Apps oder auch Online-Beratung bei ihrer Bank wichtig sind, nur 47 Prozent sagen dies über die Bekanntheit der Marke ihrer Bank.

Nicht nur Apple Pay ist nach wie vor hierzulande nicht verfügbar, auch ein Deutschland-Start der konkurrierenden Angebote Google Pay und Samsung Pay steht weiter aus. Es wäre jedenfalls durchaus verständlich, wenn sich die drei Branchenriesen zuerst auf diejenigen Märkte konzentrieren, in denen eine weit größere Bereitschaft fürs Bezahlen mit dem Smartphone besteht als in Deutschland.