Tipp: Programme unter macOS rückstandsfrei entfernen

11. Jun 2018 12:00 Uhr - Redaktion

Wer häufig Mac-Software ausprobiert, kennt die Problematik: Zwar lassen sich Anwendungen einfach durch Ziehen in den Papierkorb entfernen, die damit verbundenen Dateien verbleiben dabei jedoch auf dem Mac. Das führt zwar nur selten zu Schwierigkeiten, kann im Laufe der Zeit jedoch viel Speicherplatz kosten. Ein kostenloses Tool schafft Abhilfe.

AppCleaner ermöglicht die rückstandsfreie Entfernung von Programmen, indem auch dazugehörige Daten wie beispielsweise Caches, Einstellungen, temporäre Dateien, Protokolle oder Erweiterungen gelöscht werden. Wird ein App-Icon per Drag & Drop in das AppCleaner-Fenster gezogen, führt das Tool alle Dateien auf, die mit dem Programm in Verbindung stehen. Mit einem Klick werden App plus dazugehörige Dateien gelöscht.

AppCleaner

Screenshot von AppCleaner.
Bild: FreeMacSoft.

 

AppCleaner liegt auf Deutsch, Englisch und weiteren Sprachen vor und läuft in der aktuellen Version 3.4 ab OS X Yosemite, einschließlich voller Unterstützung für macOS High Sierra. Versionen für ältere Mac-Betriebssysteme stehen auf der Web-Seite des Herstellers FreeMacSoft zum Download bereit.

Zur Thematik noch drei weitere Tipps:

1) Um Altlasten bereits gelöschter Programme aufzuspüren hilft ein Blick in das Verzeichnis "Application Support", das sich im Ordner "Library" des Benutzerverzeichnisses befindet (einfach anzusteuern über das Finder-Menü "Gehe zu => Library). Wenn Sie dort Verzeichnisse von nicht mehr genutzten Anwendungen entdecken, können Sie diese in den Papierkorb befördern.

2) Manche Programme legen Dateien auch versteckt im Benutzerverzeichnis ab. Wie Sie unsichtbare Dateien im Finder einblenden können, erfahren Sie in unserem Artikel "Tipp: Versteckte Dateien im Finder per Tastenkombination einblenden".

3) Vor jeglichen Lösch- und Aufräumarbeiten gilt der Grundsatz: Vollständiges Backup anlegen! Damit sind Sie auf der sichere Seite, falls versehentlich eine wichtige Datei entfernt wird. Die Ordner-Snapshots von Time-Machine sind dabei besonders praktisch, um zu einem älteren Zeitpunkt zurückzuspringen.

Kommentare

Was meinst du mit "Hinterlassenschaften von AppCleaner"?

Ich bin mit AppCleaner sehr zufrieden und hatte noch nie Probleme damit. Bei nach Apple-Richtlinien programmierter Software bleibt nach Einsatz von AppCleaner eigentlich nie eine Datei übrig.

Wer TinkerTool System 5 hat, kann das nutzen, um Programmrückstände zu löschen. Das Teil kostet Geld, vermag aber viel mehr als AppCleaner.

Für den normalen User reicht natürlich AppCleaner völlig aus. TinkerTool System ist eher was für Admins.

Ich mach's wie Planet2  - manuell (aber ohne irgendeinen Vorher-Cleaner).
(Zitat) " Am einfachsten findet man die 'Hinterlassenschaften' von AppCleaner mit der Freeware EasyFind."

Mein Favorit ist Find Any File (FAF).

Warum, beide sind doch vergleichbar ?
Stimmt, aber FAF bietet noch eine sogenannte hierarchische Ansicht, die man anfänglich kaum beachtet, die sich aber bei längerer Benutzung als sehr praktisch erweist.

Ich kann mir also gezielt aussuchen, WO ich die Funde anschauen und evtl. löschen will, z. B.:

System (Computer)
Library (Computer)
Library (User)

und darin (nächste Unterhierarchie) jeweils z. B.

Application Support
Preferences
Receipts
etc. etc. - sogar unsichtbare Dateien finde ich so präzise.

Und wenn man nach obiger Suche nicht sicher ist, ob wirklich alles gefunden wurde (z. B. weil das Programm auch Dateien unter untypischen Bezeichnungen abspeichert), gibt es noch die Möglichkeit, mal anzuzeigen, was z. B. alles in den letzten 5 oder 10 Minuten auf dem Computer gespeichert wurde (falls z. B. eine Test-Installation nicht länger zurückliegt).

Aber jeder hat hier natürlich seine eigenen, ausgeklügelten und/oder über die Jahre angewöhnten Such- und Lösch-Präferenzen.

...so dass man da immer noch händisch nachschauen könnte.

Ich bleibe dabei: AppCleaner ist für die Mehrheit der Nutzer vermutlich die optimale Lösung. Schon gar nicht sehe ich es ein, für so ein grundlegendes Feature - das IMHO Bestandteil von macOS sein müsste - auch noch Geld auszugeben.

Wer mal herzhaft lachen will: Im MAS nach "mac cleaner" suchen und den Kopf schütteln, was da zum Teil für absurde Preise für "Systemoptimierer" aufgerufen werden (die offenbar von unwissenden Usern auch noch gezahlt werden).

Btw, nichts gegen Find Any File: Tolle Software! Aber für rückstandsfreie App-Deinstallation allein etwas overpowered. Aber wer es eh schon am Start hat, kann es natürlich einsetzen. ;-)

... ist es meiner Meinung nach, zu diesem Zweck etwas anderes als den gesunden Menschenverstand und die Mittel des Betriebssystems - hier: den Papierkorb - einzusetzen.

Werkzeuge, die behaupten, den Rechner auf automagische Weise zu "optimieren", sind unter allen bekannten Betriebssystemen in der Regel Schlangenöl. Das heißt, sie sind entweder wirkungslos, riskant oder beides zugleich.

Ein über den Papierkorb gelöschtes Programm hinterlässt harmlose Konfigurationsdateien, die schadlos auf dem Rechner verbleiben können, weil sie kaum Platz belegen. Wer dennoch aufräumen möchte, tut dies besser von Hand, weil man erstens selbst am besten weiß, was man tut, und als Bonus zweitens sogar noch etwas über den Aufbau des Betriebssystems lernt. Derart in die Tiefe gehende "Aufräumarbeiten" Fremdanwendungen zu überlassen, heißt, das Schicksal herauszufordern. Denn keine Software ist frei von Fehlern, und kein Autor kann sämtliche Konfigurationen kennen. Es braucht bloß eine Abweichung, die nicht genügend berücksichtigt wurde oder eine Abhängigkeit, die übersehen wurde, und: Bumm!

Software, die potenziell die Systemstabilität gefährdet, würde ich auf gar keinen Fall einsetzen. Wem die Kenntnisse fehlen, selbst aufzuräumen, der lässt lieber ganz die Finger davon. Wer sie besitzt, braucht keine Hilfsprogramme, weil er es selbst viel besser kann. Unterm Strich braucht demnach niemand solche "Cleaner".

Nötigenfalls bietet das Netz genügend Hilfe zur Selbsthilfe. Zum Beispiel hier:
https://www.cultofmac.com/90060/how-to-completely-uninstall-software-un…

Meine 2 ç.

"Ein über den Papierkorb gelöschtes Programm hinterlässt harmlose Konfigurationsdateien, die schadlos auf dem Rechner verbleiben können, weil sie kaum Platz belegen"

Nehmen wir mal als Beispiel eine Deinstallation des Virenjägers ClamXav, mit vier Möglichkeiten, das Programm zu deinstallieren.

1. AppCleaner findet hier 13 Dateien mit insgesamt 23,1 MB.

2. EasyFind findet 54, darunter den Order usr/local/clamXav. Allein dieser ist 352,7 MB groß.

3. Das Deinstallationsskript von ClamX löscht diesen Ordner, vergisst aber dafür einige andere Dateien.

4. Der Finder löscht nur das Programm selbst, 22,6 MB.

Löscht man nur via Finder, bleiben in machen Fällen doch größere Hinterlassenschaften übrig.

Ist man darauf angewiesen, ein Programm möglichst rückstandsfrei zu deinstallieren, z.B. weil es zickt und man eine saubere Neuinstallation machen muss, kommt man ohne EasyFind o.ä. nicht weit.

Ein weiteres schönes Beispiel ist Avira. Löscht man es via Finder oder AppCleaner, bleibt immer noch dessen VPN Client auf dem Rechner zurück...

Daher hat für mich immer die Kombination AppCleaner/EasyFind am besten funktioniert.

Zum bequemen Löschen von Restdateien nutze ich das kostenlose Tool "AppTrap". Ansonsten geh ich in die jeweiligen Ordner und suche manuell. Leider ist es eben nicht so, dass jedes Programm, das nach "Apple Richtlinien" programmiert ist durch ein Ziehen in den Papierkorb alles beseitigt. Ich kenne nur wenige Programme, die dann ordnungsgemäß eine Deinstallationsroutine aufrufen, die sich darum kümmert. 

http://onnati.net/apptrap/?utm_source=recordnotfound.com

.. wird getestet.

Ergebnis:

Das Programm fand lediglich drei Dateien von ClamX: Den Cache-Ordner und zwei Einstellungsdateien.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich Programme bisher immer nur über den Papierkorb gelöscht habe. Ich werde jetzt AppCleaner installieren und mich im System umsehen, welche Programme evtl. Altlasten hinterlassen haben.

Ich sage: AppCleaner liegt in deutsch vor. Das nur am Rande.

Wie einige schon schrieben zusammen mit EasyFind eine hervorragende Möglichkeit Software rückstandslos zu entfernen.

Wir haben die Angabe zu den unterstützten Sprachen entsprechend aktualisiert.

Mit freundlichen Grüßen

Redaktion MacGadget