TRIM-Befehl für SSD-Laufwerke von Drittherstellern aktivieren

02. Juli 2018 12:15 Uhr - Redaktion

Der TRIM-Befehl verhindert, dass es zu Geschwindigkeitseinbußen bei Schreibzugriffen kommt, wenn ein SSD-Laufwerk über einen langen Zeitraum genutzt wird. Serienmäßig ist TRIM nur auf solchen Macs aktiviert, die von Apple mit einer SSD ausgeliefert werden. Mit einem Terminal-Befehl lässt sich die TRIM-Unterstützung auch für SSD-Laufwerke von Drittherstellern aktivieren.

Dies funktioniert bei intern nachgerüsteten (SATA, PCIe) oder per Thunderbolt-Schnittstelle angeschlossenen SSDs, nicht jedoch bei der Anbindung via USB. Zur Aktivierung des TRIM-Befehls muss ein Benutzeraccount mit Admin-Rechten benutzt werden. Öffnen Sie das Terminal (zu finden im Ordner "Dienstprogramme", der im Verzeichnis "Programme" liegt) und geben Sie folgenden Befehl ein

sudo trimforce enable

gefolgt von der Eingabe des Passworts Ihres Admin-Accounts und Drücken der Eingabetaste (Enter). Nach Drücken der Taste Y und Bestätigung via Enter sowie erneuten Drücken von Y und Enter wird TRIM aktiviert und der Mac neugestartet (dies kann bis zu 30 Sekunden dauern). Der Befehl sudo trimforce disable deaktiviert den TRIM-Befehl wieder.

 
Samsung 860 Evo
 
Samsung 860 Evo: Zuverlässige SSD mit langer Haltbarkeit.
Bild: Samsung.

 

Ob die Aktivierung geklappt hat, lässt sich in den Systeminformationen (aufzurufen im Apfel-Menü bei gedrückter Alt-Taste) unter dem Eintrag "SATA/SATA Express" bzw. "NVMExpress" (PCIe) herausfinden. Der TRIM-Befehl wird heutzutage von praktisch allen SSDs unterstützt.

Zum internen Einbau in ältere Macs (per SATA-Schnittstelle) empfehlen wir die 2,5-Zoll-SSDs der Serien 850 Evo (Amazon-Partnerlink) oder 860 Evo (Amazon-Partnerlink) von Samsung. Sie sind bewährt, preisgünstig und haben ihre Langlebigkeit in den letzten Jahren unter Beweis gestellt.

Ältere Macs lassen sich auch extern beschleunigen, durch eine via Thunderbolt angebundene SSD. Dazu bietet sich ein Leergehäuse von Delock (Amazon-Partnerlink) für rund 106 Euro an. Darin wird beispielsweise eine Evo 850/860 eingebaut, ein Thunderbolt-Kabel muss jedoch separat erworben werden.

Eine Alternative ist JetDrive 825 (Amazon-Partnerlink; ab 246 Euro) von Transcend (SSD im Thunderbolt-Gehäuse, Thunderbolt-Kabel inklusive). Auf die externe SSD kann macOS entweder frisch installiert oder 1:1 per Festplatten-Dienstprogramm vom internen Bootlaufwerk herüberzogen werden (per Recovery-Modus)

Übrigens: Wer die PCIe-basierte SSD eines MacBook (Air/Pro) durch ein größeres Modell ersetzt, muss ebenfalls die TRIM-Unterstützung erneut aktivieren. Als schnelles Austauschlaufwerk bietet sich beispielsweise JetDrive 820 (Amazon-Partnerlink) von Transcend an.

Vor jeglichen Arbeiten am System ist das Anlegen einer kompletten Datensicherung des internen Startlaufwerks Pflicht!

Kommentare

Der Tipp ist wichtig und zeigt, woran es immer mal wieder bei macOS hapert: Am suboptimalen Support für Hardware von Drittherstellern (siehe auch: Nvidia-Grafikkarten).

Frage: Gibt es eigentlich inzwischen SSDs mit Thunderbolt 3?

Bleibt die TRIM-Befehl-Funktionalität erhalten, wenn man zunächst mit einer der oben beschriebenen Methoden den TRIM-Befehl für eine externe SSD aktiviert, diese dann aber danach in einem externen USB 3.0-Gehäuse betreibt?

Das geht leider nicht. Trim bedeutet, daß das System der SSD mitteilt welche Sektoren gelöscht wurden und auf der SSD formatiert werden können. Was genau gelöscht werden darf, weiß nur das System. Und diese Information wird bei Macs leider nicht über USB übertragen, nur via Thunderbolt. Bei Macs wird z.B. auch SMART nicht über USB übertragen, obwohl das problemlos unter anderen Systemen funktioniert.