iOS 12: Leitfaden für den Umstieg auf das neue iPhone- und iPad-Betriebssystem

17. Sep 2018 13:00 Uhr - Redaktion

Apple hat die Finalversion von iOS 12 zum Download freigeben. Vor der Installation des neuen Mobilbetriebssystems gibt es einige Dinge zu beachten. MacGadget hat daher für Sie Tipps und Hinweise für den Umstieg auf iOS 12 zusammengestellt.

1) Systemanforderungen beachten

Die gute Nachricht: iOS 12 hat die gleichen Systemanforderungen wie iOS 11, d. h. wenn Ihr Gerät mit iOS 11 läuft, kann es auf iOS 12 aktualisiert werden. Der Vorteil: Das neue Betriebssystem bietet umfangreiche Leistungsverbesserungen - auch für ältere Hardware. Unter dem Strich läuft ein iPhone, iPod touch oder iPad mit iOS 12 flüssiger als mit iOS 11, reagiert schneller auf Eingaben, startet Apps flotter und zeigt Inhalte schneller an. Die nachfolgende Grafik zeigt, mit welchen Geräten das iOS 12 kompatibel ist.

 

iOS 12: Unterstützte Hardware
 
Auf diesen Geräten läuft das iOS 12.
Bild: apple.com.

 

2) Geduldig sein kann sich lohnen - speziell bei geschäftlich/beruflich genutzten Geräten

Ein Betriebssystem ist eine hochkomplexe Software. Aufgrund dieser Komplexität ist es während der Entwicklungs- und Testphase nahezu unmöglich, alle Fehler aufzuspüren und zu beseitigen. Einige Fehler werden in den vielen Millionen Codezeilen schlichtweg übersehen, andere treten erst im Praxiseinsatz unter spezifischen Bedingungen in spezifischen Konfigurationen auf. Wer seine iOS-Hardware (auch) geschäftlich/beruflich nutzt, sollte sich vor diesem Hintergrund gut überlegen, ob er das iOS 12 sofort nach Verfügbarkeit aufspielt. Denn schwere Bugs können die Produktivität beeinträchtigen, ebenso Inkompatibilitäten mit noch nicht angepassten Apps.

Unser Tipp: Wenn Sie Ihr iPhone oder iPad beruflich einsetzen, dann warten Sie am besten mit dem Umstieg, bis Apple die ersten Updates für das iOS 12 veröffentlicht hat und all Ihre beruflich benötigten Apps an das neue Mobilbetriebssystem angepasst wurden (Versionsanmerkungen im iOS-App-Store prüfen). Die ersten Bug-Fix-Updates für das iOS 12 dürften nicht all zu lange auf sich warten lassen (Versionen 12.0.1/12.0.2).

Anwender, die auf ein reibungsloses Zusammenspiel zwischen iOS und Macs angewiesen sind, sollten ebenfalls noch mit dem Umstieg auf iOS 12 warten – mindestens bis zur Veröffentlichung von macOS Mojave am 24. September. Beide Betriebssysteme teilen sich in vielen Bereichen eine gemeinsame Codebasis und sind füreinander optimiert. Probleme beim Zusammenspiel zwischen iOS 12 und älteren Mac-Betriebssystemen sind daher nicht auszuschließen. Auch mit dem Umstieg auf macOS Mojave sollte bis zum Erscheinen der ersten Fehlerkorrektur-Updates gewartet werden.

Empfehlung für beruflich genutzte Hardware: Warten Sie, bis iOS 12.1 und macOS 10.14.1 erschienen sind (Zeitraum Mitte bis Ende Oktober). Zu diesem Zeitpunkt dürften die gröbsten Kinderkrankheiten behoben und die allermeisten Programme angepasst sein.

 

iOS 11
 
iOS 12: Produktiv genutzte Geräte sollten nicht sofort aktualisiert werden.
Foto: Apple.

 

3) Vor Installation vollständiges Backup anlegen - sicher ist sicher

Wer sich zum Wechsel auf das iOS 12 entschlossen hat, sollte vor der Installation des neuen Betriebssystems unbedingt ein vollständiges Backup anlegen. Bei etwaigen Installationsproblemen können unter Umständen Datenverluste auftreten. Mit einem Backup ist man für diesen Fall auf der sicheren Seite und kann notfalls das Gerät und alle persönlichen Daten wiederherstellen.

Auch falls es zu schwerwiegenden Probleme beim Betrieb von iOS 12 kommt, ist ein Backup Gold wert, um mit all seinen Daten, Apps und Einstellungen wieder zurück zu iOS 11 zu wechseln. iOS 11.4.1 kann nach der Veröffentlichung von iOS 12 manuell bei apple.com heruntergeladen und per Wiederherstellungsmodus in iTunes installiert werden.

Die Datensicherung kann via iCloud oder iTunes erfolgen. Eine Alternative ist die Backupsoftware dr. fone von Wondershare, die Backups und Datenwiederherstellung von iOS-Geräten ermöglicht. Mit iTunes erfolgt die Speicherung des Backups lokal auf dem Mac, mit iCloud auf Apples Servern. Wer mit iTunes auch Gesundheits- und Schlüsselbunddaten des iOS-Geräts sichern möchte, muss zuerst die Verschlüsselung einschalten (iOS-Gerät anschließen => in iTunes auf das Gerätesymbol klicken und die Option "iPhone-/iPad-Backup verschlüsseln" aktivieren). Aus grundsätzlichen Sicherheitserwägungen ist ein Backup via iTunes vorzuziehen.

4) Installation via Softwareaktualisierung oder iTunes

Die Installation von iOS 12 kann sowohl über die Softwareaktualisierung des Mobilbetriebssystems als auch über iTunes erfolgen. Bei Nutzung der iOS-Updatefunktion muss WLAN aktiviert und genügend freier Speicherplatz vorhanden sein, außerdem muss der Akku mindestens zu 50 Prozent geladen sein (besser: Ladekabel anschließen).

Vor allem auf Geräten mit wenig Speicherplatz (acht oder 16 GB) kann es unter Umständen nötig sein, vorher Apps oder Inhalte zu entfernen. Bei der Installation von iOS 12 über iTunes wird im Regelfall weniger freier Speicherplatz benötigt, daher ist dieser Update-Pfad für Hardware mit nur acht oder 16 GB Kapazität zu bevorzugen. Wichtig: Wer ein iPhone oder iPad via iTunes auf iOS 12 aktualisieren will, muss mindestens die Version 12.8 der iTunes-Software verwenden.

5) Ansturm auf Apples Server aus dem Weg gehen

Noch ein abschließender Hinweis: Es ist nach der Freigabe von iOS 12 mit einem gewaltigem Ansturm auf Apples Server zu rechnen. Hintergrund: Es gibt weltweit mehr als eine Milliarde aktiver iOS-Geräte. Es wird ab 19:00 Uhr viele Millionen gleichzeitige Download-Anfragen auf die Apple-Server geben. Aus diesem Grund kann die Downloadgeschwindigkeit in den ersten Stunden recht niedrig ausfallen, außerdem ist es möglich, dass die Updateserver wegen hoher Auslastung punktuell keine weiteren Verbindungen annehmen oder laufende Downloads abbrechen. Wer derartigen Problemen aus dem Weg gehen will, sollte den Download auf die Nachtstunden oder besser auf den nächsten Tag verschieben.