E-Book-Nutzung in Deutschland stagniert: Gedruckte Bücher unverändert beliebt

10. Okt. 2018 13:00 Uhr - Redaktion

Die Weltliteratur in der Westentasche – mit E-Books ist das einfach möglich. Doch in Deutschland stagniert der Anteil der E-Book-Nutzer seit Jahren. Jeder vierte Bundesbürger (25 Prozent) liest zumindest hin und wieder E-Books. Bereits im Jahr 2014 waren es 24 Prozent. Zum gedruckten Buch greifen hingegen acht von zehn (80 Prozent) zumindest gelegentlich.

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. "E-Books haben sich durchgesetzt, verdrängen aber nicht das gedruckte Buch", sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. "E-Books gehören zu den wenigen digitalen Technologien, die nicht innerhalb weniger Jahre disruptiv in einen etablierten Markt einwirken. Wir erleben hier eine seltene Art friedlicher Koexistenz zwischen tradiertem und digitalem Medium."

Ein E-Book bietet aus Bitkom-Sicht viele Vorteile: Einstellbare Schriftgrößen, integrierte Wörterbücher und die Suchfunktion für markierte Textstellen. Hinzu kommen das geringe Gewicht und die enorme Platzeinsparung. Beliebtestes Ausgabegerät für E-Books ist der E-Reader, fast drei Viertel der Nutzer (73 Prozent) lesen damit privat oder beruflich. Das Smartphone liegt mit 42 Prozent Nutzer-Anteil an zweiter Stelle, gefolgt von Tablets (32 Prozent), Notebook (25 Prozent) und Desktop (sieben Prozent).

 
Umfrage E-Books
 
Nur jeder Vierte in Deutschland liest E-Books.
Bild: Bitkom.

 

Vor allem die Jüngeren lesen digitale Bücher: 43 Prozent der 16- bis 29-Jährigen nutzen E-Books. Unter den 30- bis 49-Jährigen sind es 28 Prozent, bei den 50- bis 64-Jährigen 23 Prozent. In der Altersgruppe ab 65 Jahren liegt der Anteil der E-Book-Nutzer nur bei zwölf Prozent. Entsprechend groß ist das Potenzial des Markts für E-Books: Von den Nicht-Nutzern kann sich ein Drittel (32 Prozent) vorstellen, in Zukunft E-Books zu lesen.

Gründe für E-Books: Schnelle Verfügbarkeit und Platzsparen

E-Book-Nutzer schätzen vor allem, dass die digitalen Bücher jederzeit zur Verfügung stehen. 82 Prozent der Nutzer geben dies an. Platz zu sparen ist für drei Viertel (74 Prozent) der Grund für E-Books, für sieben von zehn (69 Prozent) ist es der schnelle Bezug von neuem Lesestoff. Das geringe Gewicht ist für gut zwei Drittel (68 Prozent) ausschlaggebend bei E-Books, für gut ein Drittel (35 Prozent) sind es Funktionen wie Übersetzen, Notizen Machen oder Markieren.

"E-Books würden sicherlich mehr Leser finden, wenn sie deutlich günstiger als gedruckte Bücher angeboten werden dürften", so Berg. Dies verhindere vor allem die Mehrwertsteuer auf E-Books, die derzeit immer noch höher ist als bei gedruckten Büchern. So liegt die Steuer für E-Books bei 19 Prozent, während auf gedruckte Bücher der ermäßigte Steuersatz von sieben Prozent fällig wird. Berg: "Die Mehrwertsteuersätze von gedruckten und digitalen Büchern müssen endlich angeglichen werden."

Kommentare

Man will vor allem auch in den Büchern malen und schreiben können.

Und dies ohne permanent Angst haben zu müssen, dass die Arbeit gelöscht oder vom Buch getrennt wird.

Im Augenblick kaufe ich wenn möglich direkt beim Verlag personalierte pdf s der Bücher. Das geht so einigermassen - aber immer wieder gibt es Probleme beim synchroniseren wenn platformübergreifend gearbeitet wird z.B. tags am Sony-RP1 arbeiten und nachts am iPad.

Auch fehlen grössere E-Ink Reader (das Sony-RP1 musste ich in usa kaufen und es kann nur pdf).