Apple: Nächster Quartalsbericht kommt Ende Januar, erstmals ohne Absatzzahlen, Umsatzrückgang erwartet

07. Jan. 2019 14:00 Uhr - Redaktion

Apple hat den Termin für die Veröffentlichung des nächsten Quartalsberichts bekannt gegeben. Die Zahlen des ersten Quartals des Geschäftsjahres 2019 werden demnach am Dienstag, den 29. Januar, vorgelegt. Es ist gleich in doppelter Hinsicht ein außergewöhnlicher Dreimonatszeitraum für den kalifornischen Computerpionier. Erstens musste Apple überraschend die Umsatzprognose aufgrund schwächelnder iPhone-Verkäufe in China nach unten korrigieren und rechnet nun mit einem Rückgang der Einnahmen gegenüber dem Vorjahresquartal.

Zweitens veröffentlicht Apple ab diesem Quartal keine Absatzzahlen für Macs, iPhones und iPads mehr. Viele Konkurrenten würden ebenfalls keine Verkaufszahlen bekannt geben, außerdem seien Metriken wie erzielte Umsätze mit den jeweiligen Produktkategorien sowie die installierte Basis wichtiger, begründete das Unternehmen im Herbst seine Entscheidung. Beispielsweise habe die Zahl der aktiv genutzten Macs vor kurzem die 100-Millionen-Marke geknackt (MacGadget berichtete).

Zwar ist es auf der einen Seite verständlich, dass Apple den Rivalen so wenig Interna wie möglich geben will, auf der anderen Seite schmeckt Analysten und Investoren diese Entscheidung natürlich nicht, da sie den Einblick in den Konzern erschwert. Hinzu kommt der Umstand, dass die Zeiten großer iPhone-Absatzsprünge wohl endgültig vorbei sind und die iPad-Sparte seit Jahren bei den Verkaufszahlen schrumpft. Einzig der Mac zeigt sich robust und verzeichnet kleine Zuwächse. Vor diesem Hintergrund möchte Apple künftig mehr die wachsende Nutzerbasis in den Vordergrund stellen – sowie die Umsätze.

 
Mac mini
 
Apple: Neuer Mac mini hat zur Belebung des Mac-Geschäfts beigetragen.
Bild: Apple.

 

Beim Umsatz gab es im letzten Quartal für Apple erstmals seit längerer Zeit wieder einen Dämpfer. Ursprünglich rechnete Apple für den Zeitraum vom 30. September 2018 bis 29. Dezember 2018 (erstes Quartal des Apple-Geschäftsjahres 2019) mit Einnahmen zwischen 89 bis 93 Milliarden US-Dollar, was einem kleinen bis soliden Zuwachs gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Umsatz: 88,3 Milliarden US-Dollar) entsprochen hätte. Die nach unten korrigierte Umsatzprognose beläuft sich nun auf rund 84 Milliarden US-Dollar, ein Minus von rund fünf Prozent.

"Der hinter den Erwartungen zurückgebliebene Umsatz mit iPhone-Geräten, vor allem in Großchina, ist für den gesamten Rückgang bei unserer Umsatzprognose und für alle unsere Umsatzeinbußen im Vergleich zum Vorjahr verantwortlich. Tatsächlich wuchsen die Kategorien außerhalb des iPhone-Geschäfts (Services, Mac, iPad, Wearables/Home/Zubehör) im Jahresvergleich um fast 19 Prozent. Während Großchina und andere Schwellenländer den überwiegenden Teil des Umsatzrückgangs im Vergleich zum Vorjahr ausmachten, waren in einigen industriell entwickelten Märkten auch die iPhone-Upgrades nicht so stark, wie von uns erwartet", begründet Apple-Chef Tim Cook in einem offenen Brief an Investoren die reduzierte Umsatzprognose.

Fakt ist, dass der Smartphone-Markt weltweit übersättigt ist und sich die Nutzungsdauer von Geräten verlängert hat, da es größere Neuerungen nicht mehr so häufig gibt. Davon sind alle Hersteller gleichermaßen betroffen. Bei Apple kommt erschwerend hinzu, dass die iPhone-Preise in den letzten Jahren sukzessive gestiegen sind. Apple begründet dies zwar mit der hohen Qualität und Highend-Features, doch so mancher Branchenkenner ist der Ansicht, dass die Kalifornier hier einen kritischen Punkt überschritten haben, was nicht nur den Absatz in Schwellenländern, sondern zunehmend auch in Industrienationen beeinträchtigt.

Cook betont, dass man sich diesen Herausforderungen stellen werde: "Wir steuern Apple langfristig und Apple hat in der Vergangenheit immer wieder schwierige Zeiten genutzt, um unseren Ansatz zu überprüfen, die Vorteile unserer Firmenkultur der Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und Kreativität zu nutzen und dadurch noch besser zu werden. […] Wir können die makroökonomischen Bedingungen nicht ändern, aber wir werden andere Aktivitäten zur Verbesserung unserer Ergebnisse einleiten beziehungsweise beschleunigen. Eine dieser Initiativen ist es, die Rückgabe eines Mobiltelefons in unseren Stores zu vereinfachen, einen Finanzierungs- bzw. Ratenkauf zu ermöglichen und Hilfe bei der Übertragung von Daten vom aktuellen auf das neue Mobiltelefon zu erhalten."

Apple wird den Quartalsbericht am 29. Januar um 22:30 Uhr MEZ veröffentlichen. Im Anschluss findet eine telefonische Bilanzpressekonferenz mit Analysten und Journalisten statt, die als Audio-Livestream übertragen wird. Der Kurs der Apple-Aktie ist aufgrund der jüngsten Entwicklungen auf unter 150 US-Dollar gefallen - rund 35 Prozent weniger als noch im Sommer, als mit 233 US-Dollar ein neues Allzeithoch erreicht wurde. Neben der reduzierten Umsatzprognose und der schwächelnden iPhone-Sparte spielen weitere Faktoren wie die sich verlangsamende Weltkonjunktur, ein drohender Handelskrieg mit China und der derzeitige Shutdown der US-Regierung mit den Kurs von AAPL hinein.