Happy Birthday: 35 Jahre Macintosh!

24. Jan. 2019 14:30 Uhr - Redaktion

Heute vor 35 Jahren, am 24. Januar 1984, stellte Apple den ersten Mac vor: Den Macintosh 128k. Legendär der während des Super-Bowl gezeigte Werbespot "1984", mit dem die Kalifornier die neue Computer-Ära einläuteten. Wir sagen: Happy Birthday, Macintosh - auf die nächsten Jahrzehnte!

Der Macintosh 128k war die Antwort auf den seit 1981 erhältlichen IBM-PC, der Apple einen zurückgehenden Marktanteil bescherte. Die grafische Benutzeroberfläche des Macs war jedoch nicht neu - der bereits ein Jahr zuvor von Apple eingeführte Lisa-Computer verfügte ebenfalls über eine solche. Allerdings floppte Lisa wegen des hohen Preises - es wurden nur 60.000 Systeme abgesetzt. Das Konzept von Lisa und des ersten Macs – Desktop-Computer und Monitor in einem Gehäuse - wurde von Apple in den Folgejahren immer wieder mit großem Erfolg aufgegriffen, siehe Mac Classic, Performa, eMac und zuletzt iMac.

 

 

Der Macintosh 128k kam zum Preis von 2495 Dollar auf den Markt. Für diese Investition erhielt der Käufer ein System mit 68000-Prozessor von Motorola (Taktrate: acht MHz), 128 KB Arbeitsspeicher, Neun-Zoll-Schwarzweißmonitor (Auflösung: 512 mal 342 Pixel), Lautsprecher, 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk, der Textverarbeitung MacWrite und dem Malprogramm MacPaint.

Eigentlich sollte der Macintosh 128k nur 1995 Dollar kosten. Doch zur Markteinführung entschied sich Apple für eine 100tägige, 15 Millionen Dollar teure Werbekampagne (die mit dem inzwischen legendären Werbespot "1984", der vom bekannten Regisseur Ridley Scott gedreht wurde, begann), was sich entsprechend auf den Stückpreis niederschlug. Die Börse zeigte sich von der Mac-Einführung am 24. Januar 1984 wenig beeindruckt - der Aktienkurs fiel um 1,625 auf 27,25 Dollar. Doch der Mac war auf Anhieb ein Erfolg. Schon nach 73 Tagen vermeldete Apple 50.000 verkaufte Geräte. Bis Ende 1984 waren es 300.000, bis September 1985 500.000 Stück.

 

 

Als Vater des Macs gilt Jef Raskin – er startete das Projekt bereits im Jahr 1979 bei Apple. 1981 übernahm Steve Jobs die Leitung der Mac-Entwicklung. Raskin und Jobs gingen noch vor der Markteinführung des Macintosh 128k im Streit auseinander, weil Jobs zwei wesentliche Änderungen (Bedienung per Maus und Integration des für damalige Verhältnisse schnellen 68000-Prozessors) durchsetzte, mit denen Raskin nicht einverstanden war. Jobs lag damit goldrichtig – und der Mac wurde ein riesiger Erfolg.

Dennoch: Ohne Raskin hätte es den Mac wohl nie gegeben. Auch die Idee für den Namen – in Anlehnung an seine Lieblings-Apfelsorte – stammt von ihm. Nachdem Raskin Apple verließ, wollte Jobs den Namen des Projekts in "Bicycle" ändern, doch im Entwicklungsteam setzte sich diese Bezeichnung nie durch und so blieb es beim allseits bekannten Namen Macintosh.

 

 

Auf dem Erfolg des Macintosh 128k ruhte sich Apple nicht aus. Bereits im September 1984 kam der Macintosh 512k auf den Markt. Es folgten der Macintosh Plus im Januar 1986, der Macintosh SE und der Macintosh II im März 1987 und der Macintosh SE/30 im Januar 1989. Eine Besonderheit war der Macintosh XL, der auf Lisas-Hardware basiert und der das Mac OS simulierte. Im Jahr 1985 begann auf dem Mac mit dem LaserWriter und Programmen wie MacPublisher und PageMaker die Ära des Desktop-Publishing.

Das waren die Anfänge des Macs - was folgte, ist hinlänglich bekannt und dokumentiert. Zum Nachlesen beispielsweise in einem sehr ausführlichen Artikel in der englischsprachigen Wikipedia. Anekdoten zur Entwicklung des ersten Macintosh finden sich bei folklore.org.

Kommentare

Auch wenn dieser Kommentar total subjektiv ist, ich könnte fast heulen. Als ich im LK Mathematik durch einen meiner Schüler im Jahr 1985 einen der ersten Macs mit Maus arbeiten sah, dachte ich, es geht nicht besser. Später kaufte ich mir aus finanziellen Gründen einen Atari ST und danach wieder einen Desktop Mac. Es war immer wieder ein Abenteuer - und man stelle sich vor: Speicherkapazitäten von 128kB oder weniger. Ich bin aber stolz darauf, diese Entwicklung vor Ort miterlebt zu haben.

MacRobin hat völlig Recht: immer noch das beste Desktop System!