Schnittstellen: Thunderbolt 3 geht in USB 4 auf

05. März 2019 13:45 Uhr - Redaktion

USB-C und Thunderbolt 3 teilen sich bereits den gleichen Steckertyp, künftig werden die beiden Schnittstellen miteinander verschmelzen. Wie das Industriekonsortium USB Promoter Group mitteilte, wird der kommende USB-4-Standard auf dem Thunderbolt-3-Protokoll basieren. Intel hat die Thunderbolt-Spezifikationen vor kurzem frei verfügbar gemacht, Thunderbolt-Chips können dadurch ohne Lizenzkosten hergestellt werden.

Durch die Integration der Thunderbolt-Technik wird USB deutlich schneller: Die Bandbreite steigt von aktuell zehn Gbit/Sekunde (USB 3.1) über 20 Gbit/Sekunde (USB 3.2; steht in den Startlöchern) auf 40 Gbit/Sekunde (was Thunderbolt 3 bereits seit einigen Jahren leistet). Außerdem profitiert USB 4 von weiteren technischen Vorteilen von Thunderbolt, die eine flexiblere Nutzung der Schnittstelle und die Anbindung externer Grafikkarten (via PCIe-Unterstützung) ermöglicht.

Die Abwärtskompatibilität mit USB 2.0, USB 3.x und Thunderbolt 3 ist laut der USB Promoter Group, der auch Apple angehört, bei USB 4 gegeben. Der bewährte, beidseitig verwendbare Steckertyp USB-C wird beibehalten. Die finalen Spezifikationen von USB 4 sollen zur Jahresmitte vorgelegt werden.

 
Mac mini
 
Thunderbolt 3 im neuen Mac mini: Zukunft der Schnittstelle ist gesichert.
Bild: Apple.

 

Anders ausgedrückt: Thunderbolt 3 wird praktisch in USB 4 umbenannt. Die Lizenzkosten für Dritthersteller entfallen, die Thunderbolt-Technologie wird endgültig massenmarktfähig, die Auswahl an Peripherie wird steigen und vor allem anspruchsvollere Geräte wie High-End-Docks oder externe Grafikkarten könnten durch höhere Stückzahlen und den entfallenden Lizenzgebühren günstiger werden. Intel will den bislang separaten Thunderbolt-Controller in kommende Prozessoren integrieren.

Offen bleibt die Frage, wie es an sich mit der Thunderbolt-Technik weitergeht. Thunderbolt 3 ist bereits vier Jahre alt und die bereitgestellte Bandbreite von 40 Gbit pro Sekunde reicht für bestimmte Anwendungen, darunter High-End-Grafikkarten oder SSD-basierte RAID-Systeme, nicht mehr aus. Es ist daher durchaus wahrscheinlich, dass mittelfristig eine neue Version der Thunderbolt-Technologie kommt, die unter anderem die Bandbreite verdoppelt oder sogar auf 100 Gibt pro Sekunde bringt. Ob diese dann Thunderbolt 4, USB 5 oder ganz anders heißen wird, steht auf einem anderen Blatt.

Zwar teilen sich USB 4 und Thunderbolt 3 die gleichen Spezifikationen, Intel betont aber, dass die beiden Schnittstellen weiterhin koexistieren werden. The Verge schreibt dazu: "Although USB 4 will integrate Thunderbolt 3’s features, Intel says that the two standards will coexist. While USB 4 is open, Thunderbolt 3 is not, and Intel requires manufacturers to be certified to use it. It also offers these manufacturers more support with reference designs and technical support. USB 4 might have the same specs, but Intel provides other Thunderbolt 3 services that go beyond the hardware itself."

Kommentare

Thunderbolt für alle - das kann man wohl so als Fazit sagen.

Schön, dass alle Macs mit Thunderbolt 3 quasi schon jetzt USB 4 haben und damit fit für die Zukunft sind.

Günstigere Thunderbolt Docks wären wirklich zu begrüßen. Mitunter über 300€ für die Teile, das ist zu viel.

... ob das der normale User halbwegs verstehen kann. USB-C vs Thunderbolt 3 waren jetzt auch auch schon nicht so ganz leicht zu verstehen. Naja, vielleicht bin ich zu pessimistisch und es vereinfacht genau diesen Aspekt. Ich freue mich, dass eine bessere und von Apple geförderte Schnittstelle vermutlich einen Durchbruch schaffen wird und mehr Peripherie günstiger zu haben sein wird.