PDF Expert: iOS-Version auf Abo-Modell umgestellt, folgt die Mac-Version?

22. Juli 2019 13:30 Uhr - Redaktion

PDF Expert ist vielen Usern ein Begriff: Sowohl unter macOS als auch unter iOS hat das Programm zur Bearbeitung von PDF-Dokumenten viele Fans. Diese werden durch eine Änderung der Vertriebsstrategie nun aufgeschreckt.

Das vor kurzem veröffentlichte PDF Expert 7 für iOS gibt es ausschließlich als Abo. Zwar ist die Basisversion kostenfrei, zur Freischaltung des kompletten Funktionsumfangs müssen Nutzer die App jedoch mieten. Dies kostet 52,99 Euro pro Jahr, wobei Nutzer von PDF Expert 6 einen Rabatt in Höhe von 50 Prozent erhalten. Zum Vergleich: Der Preis von PDF Expert 6 beträgt 10,99 Euro (einmalig; dauerhaft nutzbare Lizenz), die erweiterten Bearbeitungsfunktionen sind für 10,99 Euro zu haben (ebenfalls Einmalkauf).

Nun stellt sich die Frage, ob der Hersteller Readdle auch bei der Mac-Version ein Abo plant. Auf Anfrage von MacGadget teilte das Unternehmen mit, dass man "mögliche Abonnementszenarien" für die macOS-Fassung prüfe, bei denen bestehende Nutzer nicht verärgert werden sollen. Konkrete Pläne gebe es jedoch noch nicht.

 

 

Denkbar ist, dass Readdle beim Mac zweigleisig fährt: Es gibt das Programm weiterhin zum Kauf (zum Beispiel direkt beim Hersteller), zusätzlich wird jedoch ein Abo (nur im Mac-App-Store) angeboten. Diese Richtung haben zuletzt immer mehr Entwickler eingeschlagen.

Software zur Miete – dieses Konzept wurde zu Beginn dieses Jahrzehnts durch Adobe in der Branche salonfähig: Statt der Creative Suite zum Kauf gibt es seitdem die Adobe-Programme als Creative Cloud nur noch als Abo. Dem Beispiel von Adobe folgten immer mehr Hersteller, vom Giganten Microsoft bis hin zu kleineren Anbietern einzelner Apps.

Unter Anwendern werden Software-Abos weiterhin kontrovers diskutiert. Deren Akzeptanz hängt häufig von zwei Faktoren ab. Erstens der Preis: Beispielsweise werden 11,89 Euro/Monat für Adobes Fotografie-Abo (Lightroom, Lightroom Classic und Photoshop CC) oder rund 50 Euro/Jahr für Office 365 häufig als fair empfunden. Monatliche Gebühren von bis zu zehn Euro für kleinere Einzel-Apps sorgen hingegen für zum Teil heftige Kritik. Zweitens Cloud-Dienste: Werden vom Anbieter via Internet Zusatzfunktionen bereitgestellt (Online-Speicherplatz, Synchronisation, Features für die Team-Arbeit…), ist die Bereitschaft meistens höher, ein Abo abzuschließen, als bei einer Standalone-App.

Kommentare

Mich kotzen die Abo-Modelle langsam an. Ich will eine vernünftige Software einmal kaufen, eine gewisse Zeit mit Updates nutzen können, und irgendwann darf dann von mir aus auch mal ein Bezahl-Update kommen, dass für Bestandskunden günstiger sein sollte. Die Abo-Modelle sind irgendwann nicht mehr zu überblicken und schlagen kräftig zu Buche.

Wenn Apple das PDFKit in macOS, aber auch in iOS, einmal richtig überarbeiten und auf einen zeitgemäßen Stand bringen würde, dann wäre fast jede pdf-Applikation auf macOS und iOS überflüssig oder Open Source Applikationen würden sich dieses zeitgemäßen PDFKits bedienen.
Dann könnte Preview/Vorschau vollkommen ausreichen, wobei die Menüstruktur und Nutzerführung von Preview auch einmal überarbeitet werden sollte. 😉
Nur Apple weiß, warum das PDFKit noch nicht auf einen zeitgemäßen Stand gebracht wurde.