Nach Kartellbeschwerde: Apple und Spotify verhandeln über Siri-Unterstützung

14. Aug. 2019 13:30 Uhr - Redaktion

Apple und Spotify sind im Bereich des Musikstreamings erbitterte Rivalen. Zwar ist Spotify weiterhin die klare Nummer eins, doch Apple verfügt über eine enorme Marktmacht mit einer installierten Basis von über 1,4 Milliarden aktiv genutzter Geräte. Dieser Konkurrenzkampf eskalierte im Frühjahr: Spotify reichte bei der EU-Kommission eine Kartellbeschwerde gegen Apple ein. Der Mac- und iPhone-Hersteller würde Spotify benachteiligen, lautet der Vorwurf, den Apple umgehend energisch zurückgewiesen hat. Nun bemühen sich beide Seiten offenbar um eine Art Waffenstillstand.

Konkret geht es dabei um eine Spotify-Anbindung für Siri. Bislang unterstützt Apples Sprachassistentin nur den hauseigenen Musikstreaming-Dienst. Mit iOS 13 soll sich dies ändern, schreibt "The Information" unter Berufung auf Personen, die mit dem Thema vertraut sein sollen. Demnach laufen zwischen beiden Seiten seit einiger Zeit Gespräche mit dem Ziel, eine Spotify-Integration in Siri zu implementieren. Künftig sollen die Nutzer von Apple-Geräten den Spotify-Dienst per Spracheingabe steuern und dadurch Lieder, Wiedergabelisten und Alben abspielen können.

 

Spotify

Spotify: Siri-Unterstützung soll im Herbst mit iOS 13 implementiert werden.
Bild: Spotify.

 

Beide Unternehmen sind offenbar bestrebt, einem jahrelangen und vermutlich teuren Rechtsstreit aus dem Weg zu gehen. Eine Auseinandersetzung, die sich Apple mit einer "Kriegskasse" von mehr als 200 Milliarden US-Dollar problemlos leisten könnte, während Spotify weiterhin rote Zahlen schreibt.

Zum Ende des zweiten Quartals vermeldete Spotify eine Hörerzahl von 232 Millionen, darunter 108 Millionen zahlende Kunden. Apple Music kommt auf rund 60 Millionen Hörer. Das schwedische Unternehmen hat parallel zur EU-Kartellbeschwerde eine Web-Seite eingerichtet, um seinen Standpunkt zu erläutern. Apples Antwort liegt in Form einer Pressemitteilung vor: "Stellungnahme zu den Behauptungen von Spotify".