Umfrage: Mehr als jeder zweite Nutzer Opfer von Cyberkriminalität

13. Jan. 2020 17:00 Uhr - Redaktion

Internetnutzer stehen zunehmend im Fadenkreuz von Cyberkriminellen: Mehr als jeder zweite Onliner (55 Prozent) war im vergangenen Jahr Opfer von kriminellen Vorfällen im Internet – ein Anstieg von fünf Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr (2018: 50 Prozent). Am häufigsten klagen sie dabei über Schadprogramme auf dem Smartphone oder Computer: Fast die Hälfte der Internutzer (46 Prozent) war davon betroffen.

Von jedem Vierten (26 Prozent) wurden persönliche Daten ungefragt an Dritte weitergegeben. Und nahezu jeder Fünfte (19 Prozent) gibt an, beim privaten Einkaufen oder bei Verkaufsgeschäften im Internet betrogen worden zu sein. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 1000 Internetnutzern in Deutschland. Eine steigende Zahl an Nutzern verwende eine steigende Zahl an Online-Diensten, was die potentielle Angriffsfläche für Cyberkriminielle vergrößere, sagt Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung.

Von 15 Prozent der Internetnutzer wurden im vergangenen Jahr Zugangsdaten zu einem Online-Dienst ausspioniert, etwa zu sozialen Netzwerken oder Online-Shops. Etwa jeder Achte (zwölf Prozent) sagt, beim Online-Banking betrogen worden zu sein bzw. dass Kontodaten missbraucht wurden. Grund dafür sind in vielen Fällen sogenannte Phishing-Attacken auf Verbraucher, bei denen Kontodaten durch betrügerische E-Mails erbeutet werden.

 
Umfrage: Mehr als jeder zweite Nutzer Opfer von Cyberkriminalität
 
Ergebnisse einer Umfrage zur Cyberkriminalität (Zoom für größere Darstellung).
Bild: Bitkom.

 

Von Beleidigung bis Erpressung

Internetnutzer haben aber nicht nur mit Diebstahl oder Betrug zu kämpfen. Jeder Elfte (neun Prozent) sagt, dass er im Internet verbal massiv angegriffen oder beleidigt wurde. Über sexuelle Belästigung im digitalen Raum klagen acht Prozent der Onliner. Bei fünf Prozent der Nutzer haben sich andere Personen der eigenen digitalen Identität bemächtigt, bei genauso vielen wurden unerwünscht Mails im eigenen Namen versendet.

Und bei zwei Prozent der Onliner wurde der Computer oder das Smartphone mit sogenannter Ransomware infiziert, d. h. die Daten wurden verschlüsselt und die Betroffenen wurden aufgefordert, Lösegeld zu bezahlen, um die Daten zu entschlüsseln. "Für eine konsequente Strafverfolgung im Internet müssen die Ermittlungsbehörden über das notwendige Know-how und die entsprechenden Ressourcen verfügen. Gleichzeitig gilt immer, dass staatliche Befugnisse verhältnismäßig sein sollten und die Privatsphäre von Verbrauchern gewahrt bleiben muss."

Zum Thema: Benötige ich eine "Anti-Viren-Software" für den Mac?

Kommentare

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MacKeeper/MacCleaner sind zwei Programme, die sich offiziell als Tools zum schützen und säubern von Macs ausgeben, aber unter der Haube zahlreiche Schadsoftware installieren. Leider werden die beiden seit Jahren über Google Ads immer massiver beworben. Auf Anfragen reagiert natürlich weder Google noch Kromtech (der Hersteller). 

die Software wird mir seit Jahren an allen Ecken angeboten, ist übel und würde auf einem frisch ausgepackten Rechner Scadprogramme finden.