Apple gerät ins Hintertreffen: Spotify rockt weiter den Musikstreaming-Markt

05. Febr. 2020 15:00 Uhr - Redaktion

Im wachsenden Musikstreaming-Markt ist Spotify unverändert das Maß der Dinge und gewinnt stetig neue Nutzer hinzu. Zum Ende des vierten Quartals 2019 hatten die Schweden nach eigenen Angaben 271 Millionen Hörer, darunter 124 Millionen zahlende Kunden. Dies entspricht einem Plus von 23 Millionen (Gesamtzahl der Hörer) bzw. elf Millionen (Premium-User) gegenüber dem Ende des dritten Quartals 2019. Das gab Spotify heute bekannt. Den Vorsprung auf Apple hat Spotify erneut vergrößert.

Spotify hat inzwischen mehr als doppelt so viele zahlende Kunden wie Apple Music. Der Apple-Dienst kommt auf 60 Millionen Mitglieder. Spotify kann im Gegensatz zu Apple Music dauerhaft kostenlos gehört werden, mit Werbeeinblendungen und diversen Limitierungen. Bei Apple Music ist nach Ablauf der kostenfreien, dreimonatigen Testphase der Abschluss eines Abonnements erforderlich.

 

Spotify

Spotify: Musikstreaming-Marktführer hat inzwischen 271 Millionen Hörer.
Bild: Spotify.

 

Spotify will den Wachstumskurs heuer fortsetzen, wie aus den Finanzdaten zum vierten Quartal hervorgeht: Bis zum Jahresende soll die Zahl der Hörer auf bis zu 350 Millionen wachsen, darunter bis zu 153 Millionen Premium-Nutzer - Zahlen, von den Apple aktuell nur träumen kann. Obwohl Apples installierte Basis vor kurzem die Marke von 1,5 Milliarden Geräten überschritten hat, spielen die Kalifornier im Musikstreaming-Markt weiter nur die zweite Geige. Zudem ist Amazon dem Mac- und iPhone-Hersteller dicht auf den Fersen.

Trotz Zuwächse bei Nutzerzahlen und Umsatz (plus sieben Prozent auf 1,85 Milliarden US-Dollar) hat Spotify im vierten Quartal 2019 rote Zahlen geschrieben - der Verlust beläuft sich auf 186 Millionen Euro. Positiv dabei aus Sicht von Spotify: Ein Großteil des Verlustes ist nicht auf das operative Geschäft zurückzuführen, sondern auf Sonderzahlungen: Spotify musste zusätzliche Steuern für die Ausgabe von Aktien an die Angestellte bezahlen, weil der Aktienkurs letztes Jahr stieg.

Kommentare

Gleichzeitig steigen die Nutzerzahlen deutlich an. In diesem Jahr sollen die Verluste sogar noch größer werden.

siehe auch: faz.net/aktuell/wirtschaft/digitec/spotify-steigert-nutzerzahlen-auf-271-millionen-menschen-16618650.html

Wenn das einzige Werkzeug das man kennt ein Hammer ist, dann sieht alles wie ein Nagel aus.

Ich habe mich lange gegen Streamingdienste gewehrt, gemäß dem Motto "was der Bauer nicht kennt ...". Auf Empfehlung von Kollegen habe ich Spotify doch mal ausprobiert und finde das Konzept ziemlich gut. Ich hoffe, Spotify wird auch finanziell ein Erfolg, damit nicht unsere gesamte Kohle von den ganz Gr0ßen und von den Amis abgeschöpft wird. Apple und Amazon haben schon mehr als genug Marktmacht.

Die haben jahrelang miserable Gewinne bei hohen Umsätzen gemacht. Jetzt ist die Konkurrenz ausgeknockt und der Gewinn stimmt. Wird bei Spotify auch passieren. Apple hat das eh verschnarcht

Leider streamen Spotify nicht in HD. Deshalb ist deren Marktdurchdringung und Gesamtzahl an Titeln ziemlich nutzlos für mich. Wenn ich am Festnetzanschluss nicht mindestens CD-Qualität erreiche, muss ich ja doch wieder auf physische Datenträger zurückgreifen. (Ohne eine Debatte "hört man oder hört man nicht" befeuern zu wollen: Bei mir wirkt sich der Unterschied zwischen verlustbehaftetem und verlustfreiem Audio auf die Zeitdauer ermüdungsfreien Hörens aus, verlustfrei = besser.)

Tidal ist von Anwenderseite her einigermaßen ok, aber auch recht teuer. Jetzt teste ich Amazon HD.

Zufrieden bin ich mit der Gesamtsituation derzeit nicht. Beim Komfort gewinnen Spotify, keine Frage. Aber was nützt das, wenn bei ihnen das wichtigste Kriterium fehlt, wegen dessen man die CD im Schrank stehen lassen könnte?

Wann fängt spotify eigentlich mal an, Geld zu verdienen? Wie lange können die es sich noch leisten, Quartal für Quartal Miese zu machen? Ewig kann das so nicht weitergehen, und nur durch die Steigerung der Kundenzahlen ändert sich ja auch nichts. 

@ Moranaga: Schon mal Qobuz angesehen? Ich nutze es zwar selber nicht, hab aber schon manches gutes drüber gehört: qobuz.com