Marktforscher: Apple überflügelt Schweizer Uhrenhersteller

07. Febr. 2020 17:30 Uhr - Redaktion

Es zeichnet sich immer stärker ab, dass Apple nach iPod, iPhone und iPad mit der Apple Watch der nächste Homerun gelungen ist. Die Computeruhr hatte einen eher schlechten Start, verkaufte sich in der Anfangszeit nicht wirklich gut und wurde wegen des beschränkten Funktionsumfangs einst belächelt. Heute ist die Apple Watch ein leistungsstarker Begleiter, der sich inzwischen auch als iPhone-Ersatz anbietet und sich immer besser verkauft. Laut Marktforschern hat Apple nun sogar die renommierte Schweizer Uhrenindustrie überflügelt.

Das geht aus einer Untersuchung von Strategy Analytics hervor. Demnach hat das kalifornische IT-Urgestein im letzten Jahr weltweit 30,7 Millionen Smartwatches verkauft - 36 Prozent oder 8,2 Millionen Stück mehr als im Jahr 2018. Und: Die gesamte Schweizer Uhrenindustrie kam lediglich auf 21,1 Millionen Stück (analoge Uhren mit eingerechnet), was einem Minus von 13 Prozent oder 3,1 Millionen Stück gegenüber 2018 entspricht.

"Eine Mischung aus attraktivem Design, benutzerfreundlicher Technik und interessanten Apps macht die Apple Watch in Nordamerika, Westeuropa und Asien sehr beliebt", so die Marktforscher. "Traditionelle Schweizer Uhrenhersteller wie Swatch und Tissot verlieren den Smartwatch-Krieg. Apple Watch liefert ein besseres Produkt über tiefere Einzelhandelskanäle und spricht jüngere Verbraucher an, die zunehmend digitale Armbanduhren wünschen. Die Zeitspanne, in der Schweizer Uhrenmarken bei den Smartwatches Eindruck machen können, schließt sich. Die Zeit könnte für Swatch, Tissot, TAG Heuer und andere knapp werden", meint der Analyst Steven Waltzer.

 
Apple Watch
 
Apple Watch: Absatz steigt seit 2015 beständig.
Bild: Apple.

 

Apple ist mit einem Marktanteil von rund 50 Prozent die klare Nummer eins bei den Smartwatches. Samsung liegt auf dem zweiten Platz, gefolgt von Fitbit. In den Markt könnte mittelfristig durch die kürzlich erfolgte Übernahme von Fitbit durch Google Bewegung kommen. Mehr dazu in: Google übernimmt Fitbit und kündigt Apple-Watch-Konkurrenten an.

Telefonieren, Nachrichten austauschen, Musik, Podcasts und Hörbücher hören, Kartendienst mit Routenplaner, E-Mail-Client, Kalender, Rechner, Erinnerungen, Wecker - der Funktionsumfang der Apple Watch ist mittlerweile mehr als beachtlich und kann in gewissem Rahmen durchaus als iPhone-Ersatz dienen (bis auf die Ersteinrichtung wird zum Betrieb kein iPhone mehr benötigt).

Hinzu kommen Gesundheitsfeatures wie EKG, Herzfrequenzmessung und Trainingserfassung für viele Sportarten. Mac-Nutzer können den Rechner via Apple Watch automatisch entsperren. Zudem lassen sich Admin-Abfragen und Apple-Pay-Zahlungen am Mac per Apple Watch autorisieren.