"App Store Confidential": Apple wirft Autor Verrat von Geschäftsgeheimnissen vor und will Buchveröffentlichung verhindern

20. Febr. 2020 16:00 Uhr - Redaktion

Zu Wochenbeginn berichteten wir über das neue Buch "App Store Confidential" von Tom Sadowski, der früher Apples App-Store-Geschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz leitete. Er schreibt darin über seinen Weg zu Apple, seine Erlebnissen bei dem Weltkonzern und die Meetings mit Apple-Chef Tim Cook. Um diese Buchveröffentlichung gibt es nun erheblichen Wirbel. Apple will den Vertrieb des Werkes verhindern und wirft dem Autor Verrat von Geschäftsgeheimnissen vor.

Das berichtet die Wochenzeitung "Die Zeit". Demnach war Sadowski noch bis November 2019 bei Apple beschäftigt. Das Unternehmen steht auf dem Standpunkt, dass der Autor das Arbeitsverhältnis und die Verschwiegenheitspflicht verletzt habe und fordert vom Verlag, das Buch zurückzurufen. Der in Hamburg ansässige Murmann-Verlag lehnt dies ab und kündigte sich an, sich gegen rechtliche Schritte von Apple zu verteidigen.

 
App Store Confidential
 
"App Store Confidential": Apple ist nicht begeistert.
Bild: Murmann-Verlag.

 

"Aus der Abmahnung geht nach Handelsblatt-Informationen hervor, dass Apple durch die Veröffentlichung des Buchs Geschäftsgeheimnisse verraten sieht. Um welche Passagen es sich genau handelt, dazu sagt Apple nichts. Schon der Buchtitel 'App Store Confidential' zeige aber Sadowskis Absicht, vertrauliche Informationen öffentlich zu machen, heißt es in Apples fünfseitigen Abmahnschreiben", schreibt das Handelsblatt.

Inhalt und Zuschnitt des Buches seien aus Verlagssicht "publizistisch einwandfrei", kontert der Murmann-Verlag. Die geforderte Unterlassungserklärungen wollen weder Verlag noch Autor unterschreiben. Damit könnte es nun zum Gerichtsstreit kommen. "Wir sind entschlossen, was eine mögliche einstweilige Verfügung oder andere rechtliche Schritte durch Apple betrifft, uns zu wehren", zitiert das Handelsblatt den Murmann-Programmgeschäftsführer Peter Felixberger.

Das Buch enthält einige Anekdoten, beispielsweise wollte Apple angeblich eine Marketing-Kooperation mit der "Bild"-Zeitung eingehen und soll überlegt haben, das Berliner Unternehmen Blinkist zu übernehmen. Der Autor möchte Apple nach eigenem Bekunden nicht schaden: "Ich werde auch keine Geheimnisse verraten und irgendwelche vertraulichen Angelegenheiten enthüllen", schreibt er. Wie es nun weitergeht, bleibt abzuwarten. Im Online-Shop des Verlags ist das Buch jedenfalls weiterhin verfügbar.

Kommentare

Weswegen Apple-Mitarbeitern umfassende Verschwiegenheitsklauseln in die Arbeitsverträge geschrieben werden. Aus Sicht von Sadowskis Anwalt dürften diese nach AGB-Recht jedoch kaum Bestand haben. „Das sind ‚Nordkorea-Klauseln‘“, meint Medienrechtler Graef.

 Krasse Behauptung...

Nach Chip-Designer "Gerard Williams" jetzt die zweite Mitarbeiter-Baustelle. Merkt Apple nicht das die Klagen nach hinten los gehen und in der Öffentlichkeit nur Kopfschütteln verursachen???

Xyzzy

was ich als Chef mit meinem Mitarbeiter bespreche, ist nicht öffentlich und möchte ich nicht in der Zeitung oder einem Buch lesen, egal was es ist. Umgekehrt natürlich auch.