iPhone-Pflichtdownload Warnwetter: Vollversion muss kostenpflichtig bleiben

12. März 2020 15:30 Uhr - Redaktion

Bereits mehrfach hat MacGadget auf die App WarnWetter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) hingewiesen. Sie informiert über Unwetter, Hitze, hohe UV-Strahlung, schwere Regenfälle, Hochwasser, Sturmfluten und Lawinen, liefert Warnmeldungen für definierte Regionen als Push-Benachrichtungen aus und sollte auf keinem iPhone fehlen. Nun gibt es ein Grundsatzurteil des Bundesgerichtshof (BGH) zum Funktionsumfang der Software.

Demnach muss die Vollversion von WarnWetter mit Wettervorhersagen, Niederschlagsradar und weiteren Features kostenpflichtig bleiben (In-App-Kauf für 1,99 Euro), lediglich die Basisausführung mit Wetterwarnungen darf kostenfrei angeboten werden. Ein Mitbewerber hatte geklagt und nun in letzter Instanz Recht bekommen. Das BGH urteilte, dass der steuerfinanzierte DWD mit der ursprünglich vollständig kostenlosen App "die Grenzen der Ermächtigungsgrundlage des § 4 Abs. 6 DWDG überschritten" habe.

 
WarnWetter
 
WarnWetter informiert über Unwetter via Push-Benachrichtigungen.
Bild: Deutscher Wetterdienst.

 

Der DWD teilte dazu mit: "Der Bundesgerichtshof (BGH) hat am 12.3.2020 mit seinem Urteil zur WarnWetter-App des Deutschen Wetterdienstes (DWD) letztinstanzlich festgestellt, dass der nationale Wetterdienst die WarnWetter-App in der Vollversion zukünftig ausschließlich gegen ein Entgelt anbieten kann. Bereits in der mündlichen Verhandlung am 12.12.2019 hatte der Vorsitzende des 1. Zivilsenats des BGH zum Ausdruck gebracht, dass seitens des Gerichts Bedenken hinsichtlich der Zulässigkeit einer entgeltfreien Abgabe der WarnWetter-App bestehen - soweit diese über amtliche Warnungen hinaus zusätzliche meteorologische Informationen enthält.

Der DWD wird deshalb die Vollversion der App nur noch gegen Entgelt anbieten. Zur Erfüllung seines gesetzlichen Warnauftrags wird aber auch weiterhin - im Einklang mit der Entscheidung des BGH - für die Allgemeinheit eine unentgeltliche Version der WarnWetter-App angeboten, die über aktuelle amtliche Warnungen informiert."

Die Wettervorhersage via Web darf der DWD indes weiterhin kostenfrei anbieten.

Kommentare

Im Gegenzug müsste der DWD, der ja von allen Bürgern bezahlt wird, seine Leistungen Wetteronline und ähnlichen Seiten horrend in Rechnung stellen. Diese Seiten sind vor allem Werbeschleudern deren Inhalte bestenfalls Entertainmentcharakter haben. Warum sollten solche Dreckschleudern also aus öffentlichem Geld bezahlte Leistungen vergolden dürfen?