Apple: macOS 10.15.5 dreht letzte Testrunde - Release wohl nächste Woche

22. Mai 2020 10:00 Uhr - Redaktion

Das nächste große Update für das Betriebssystem macOS Catalina ist fast fertig: Apple hat macOS 10.15.5 in einer fünften Betaversion zum Download bereitgestellt. Es handelt sich dabei um Build 19F94a, der von Mitgliedern des Entwickler- und Betatestprogramms heruntergeladen werden kann. Die Finalversion wird für die nächste Woche erwartet.

Die wichtigste Neuerung von macOS 10.15.5 ist eine intelligente Ladefunktion für die Akkus von MacBook Air und MacBook Pro. Sie soll die chemische Alterung des Energiespeichers verlangsamen und dadurch dessen Lebensdauer verlängern.

Das fünfte große Update für macOS Catalina wartet außerdem mit Optimierungen für Stabilität, Leistung, Zuverlässigkeit und Kompatibilität, Behebung von Sicherheitslücken und Fehlerkorrekturen auf. Beispielsweise wurden Finder-Abstürze bei großen Datentransfers von/zu RAID-Volumes behoben. Der Web-Browser Safari ist in der Version 13.1.1 mit Verbesserungen für Site-Kompatibilität und die Unterstützung von Web-Standards enthalten.

 
macOS Catalina
 
macOS Catalina: Version 10.15.5 erscheint bald in finaler Form.
Bild: Apple.

 

Die intelligente Akku-Ladefunktion ("Batteriezustandsverwaltung") ist beginnend mit macOS 10.15.5 standardmäßig aktiviert, lässt sich jedoch über die Systemeinstellungen jederzeit abschalten (dann wird der Akku normal geladen). Sie steht auf Mobilmacs mit Thunderbolt-3-Schnittstelle zur Verfügung, d. h. auf MacBook-Pro-Baureihen ab Jahrgang 2016 und MacBook-Air-Modellen ab Jahrgang 2018. In einem Support-Dokument erklärt der Hersteller die Neuerung ausführlich:

"Die Funktion zur Verwaltung des Akkuzustands in macOS 10.15.5 wurde entwickelt, um die Lebensdauer Ihres Akkus zu verbessern, indem die chemische Alterungsrate reduziert wird. Die Funktion tut dies durch Überwachung des Temperaturverlaufs Ihres Akkus und seiner Lademuster.

Basierend auf den gesammelten Messwerten kann das Akkuzustandsmanagement in diesem Modus die maximale Ladung des Akkus reduzieren. Dies geschieht je nach Bedarf, um sicherzustellen, dass Ihr Akku auf ein Niveau aufgeladen wird, das für Ihren Gebrauch optimiert ist, wodurch die Abnutzung des Akkus verringert und seine chemische Alterung verlangsamt wird.

 
macOS 10.15.5: Intelligente Akku-Ladefunktion
 
macOS 10.15.5 kommt mit intelligenter Akku-Ladefunktion.
Bild: Apple.

 

Die Akkustabilitätsverwaltung wirkt sich zwar positiv auf die langfristige Lebensdauer des Akkus aus, kann aber auch die Zeit verringern, die Ihr Mac mit einer Akkuladung läuft, wenn Kapazitätsgrenzen gelten. Wenn es Ihre Priorität ist, dass Ihr Mac-Notebook vor dem Aufladen so lange wie möglich hält, können Sie die Funktion abschalten."

Als optimal für die langfristige Lebensdauer eines Akkus gilt ein Ladestand zwischen 50 und 80 Prozent. Ständig zu 100 Prozent geladene Akkus altern vorschnell, wie Tests und Studien in den letzten Jahren mehrfach belegt haben. Dies gilt gleichermaßen für die Akkus von Notebooks, Smartphones, Elektroautos und allen anderen Geräten mit Lithium-Ionen-basierten Energiespeichern.

Gleichzeitig mit macOS 10.15.5 werden Sicherheits- und Safari-Updates für die älteren Betriebssysteme macOS High Sierra und macOS Mojave erscheinen.

Kommentare

Six Reasons Why iOS 13 and Catalina Are So Buggy

https://tidbits.com/2019/10/21/six-reasons-why-ios-13-and-catalina-are-…

iOS 13 and macOS 10.15 Catalina have been unusually buggy releases for Apple. The betas started out buggy at WWDC in June, which is not unexpected, but even after Apple removed some features from the final releases in September, more problems have forced the company to publish quick updates. Why? Based on my 18 years of experience working as an Apple software engineer, I have a few ideas.

u. a.

- Overloaded Feature Lists Lead to Schedule Chicken
- Regressions Get Fixed. Old Bugs Get Ignored.
- Less-Important Bugs Are Triaged 

==> Mein größter Wunsch wäre, dass Apple erstmal das Entwicklungs- und QA-Konzept grundlegend ändert. Oder: "macOS 10.16 - The Bug Fix Release".

Nur 10000%ige Apple-Fanboys bestreiten, dass Apple große Probleme mit der Qualität hat. Damit meine ich nicht primär Abstürze, sondern in der Tiefe die vielen kleineren und mittelschweren Bugs und Inkonsistenzen und nicht wie erwartet/beschrieben arbeitende Funktionen - zum Teil schon seit Jahren bestehend.

Es ist offenkundig, das der jährliche Release Zyklus die Qualität in den letzten 10 Jahren an die Wand gefahren hat, weil die Devs für ausgiebige Tests und Fehlerkorrekturen inklusive Dokumentation kaum noch Zeit haben. Apples stoisches Festhalten am Release Modell ist das Grundproblem. Es wird sich weiter verschlimmern und irgendwann dazu führen, dass sich Nutzer abwenden und die Zahl aktiv genutzter Apple Geräte nicht mehr steigt, sondern sinkt (die Verkaufszahlen gehen eh schon runter) und Third-Party-Devs keinen Bock mehr haben, um Bugs und fehlerhafte APIS herumzuprogrammieren bzw. neue APIS selbst erforschen zu müssen, weil mal wieder die Dokumentation fehlt.

Hat Apples Führungsriege den Mut, hier umzusteuern? Oder hält man stoisch am starren Modell fest, die wachsenden Abo-Einnahmen werdens schon richten?

Ich würde mir ein Umsteuern wünschen, mit dem Ziel die Qualität der Software und Systeme wieder zu erhöhen, was der Kundenbindung und damit den Verkaufszahlen langfristig zuträglich ist. Ich will eigentlich weiterhin Apple Produkte nutzen und kaufen, aber meine Geduld ist nicht unendlich.

Zu befürchten ist allerdings, dass der gleiche Trott in wenigen Wochen mit iOS 14 und macOS 10.16 einfach so weitergeht.

Es ist ja nicht so, dass sie nur ein paar Bugs ausbügeln müssen, es erfolgt gerade eine kompletter struktureller Umbau, unter der Haube. Neues Filesystem, Elimination des 32Bit-Modus, neue abgeschirmte Systembibliotheken, künftiger Wegfall der Kernelerweiterungen, evtl. Prozessorwechsel, und, und. Da bringt es nicht viel an ohnehin veralteten und in Kürze auszumusternden Strukturelementen herumzubasteln. Wird ja Zug um Zug ohnehin alles ersetzt werden. Die Umstellung kann man natürlich der Kundschaft nicht auf einen Schlag antun, sich selbst auch nicht. Also wird es stufenweise und stückweise umgesetzt. Wie weit sie bereits sind und was sie in Peto haben, kann nur Apple wissen. Das Vorgehen ist alternativlos. Sonst enden sie wie Microsoft, die gar kein brauchbares Betriebssystem für Smartphones mehr entwickeln. Der Feinschliff wird wieder kommen, aber erst nachdem das Grobe erledigt ist. Vorher wird es nur darauf ankommen, dass es nicht zu holprig wird, was ja immer noch ganz gut gelingt. Das mit den Entwicklern sehe ich anders. Seit Catalina ist eine neue Generation von kleinen Entwicklern  hinzugekommen, da die Rahmenbedingungen viel besser sind, auch wenn man noch um ein paar Bugs herumarbeiten muss. Viele kleine Helfer kann ich nun erstmals mit Catalina leicht integrieren. Die Richtung stimmt - das System wird offener für Drittanbieter, ohne die  Sicherheit zu gefährden. Da ist Catalina der große Wurf.

Auch hier gilt: Schwarz-Weiß-Denken hilft nicht weiter, man muss differenzieren.

Ich gebe User rhmac recht, dass Apple in macOS seit einigen Jahren strukturell viel modernisiert. Das ist grundsätzlich sehr zu begrüßen. Als Admin freue ich mich z. B. über das Aus für Kernel Extensions, denn die verursachen leider erfahrungsgemäß mit die meisten Probleme. Wenn künftige Treiber nicht mehr in den Kernel eingreifen und damit das System schädigen können, so ist das ein Schritt nach vorn. Auch über den Support externer Grafikkarten haben wir uns gefreut, ebenso iCloud Drive Folder Sharing.

Ich kann jedoch auch User Kritiker gut verstehen, weil es de facto Baustellen in macOS gibt und das Verständnis von Apple bzgl. der Behebung von Fehlern/Regressions nicht zeitgemäß ist. Es muss, auf gut Deutsch, schon eine Sau (ein Bug) durch große US-Medien getrieben werden, damit Apple schnell reagiert. Will sagen: Es dauert häufig einfach lange, zu lange bis Probleme behoben werden. Das 16" MBP ist z. B. ein tolles, fair bepreistes Gerät, aber es gibt bei der Software noch einige Kinderkrankheiten, die wohl erst mit 10.16 endgültig behoben werden. Das dauert schlichtweg zu lange und sorgt für unzufriedene Kunden.

Andererseits ist Catalina jetzt weitgehend* ausgereift und es wird mit 10.15.5 noch ein Stückchen besser. In der Firma läuft Catalina praktisch genauso gut, stabil und zuverlässig wie Mojave, plus eben einige willkommene Neuerungen im Vergleich zu Mojave.

*Grundsätzlich: Mojave hat Macken, Catalina hat Macken. Die reichen von Probleme mit mehreren Monitoren (merkwürdiges Verhalten nach Ruhezustand, vertauschte Fensterpositionen, fehlerhaftes HDMI-Handshaking) über seit Jahren bestehende iCloud-Nervigkeiten (wenn mal wieder der Upload klemmt oder sich partout auf dem einen Mac keine Lesezeichen aktualisieren lassen; was rational nicht erklärbar ist) bis hin zu peinlichen Bugs oder Regressions wie neulich das JPEG-Leerdaten-Problem, RAID-Abstürze bei großen Transfers oder (zum Teil; nur bestimmte Konstellationen) Kernel Panics nach Wake from Sleep.

Ich stimme unterm Strich zu, dass Apple einen Zahn zulegen sollte bei Feinschliff und Fehlerkorrektur, begrüße jedoch die grundsätzliche Richtung, die bei macOS eingeschlagen wird. Das System wird schrittweise grundlegend modernisiert und sicherer gemacht, es fließen sinnvolle Neuerungen ein und es kommt mehr Software aus dem iOS-Bereich herüber. Es zeigt auch, dass Apple den Mac fitmachen will für die nächste Dekade und sieht hier großes Potential, nur so kann ich mir den kommenden ARM-Switch erklären.

Ich muss übrigens auch Windows betreuen... Und jedesmal freue ich mich, wenns wieder zurück zum Mac geht.