Steinberg: Neue Funktionen für Notationssoftware Dorico

22. Mai 2020 17:00 Uhr - Redaktion

Steinberg hat die Verfügbarkeit von Dorico 3.5 bekanntgegeben. Die professionelle Notationssoftware zum Komponieren von Musik hat mehrere Neuerungen erhalten, darunter Tonhöhe vor Notenlänge, umfangreichere und intelligentere VST Expression Maps, Generalbass, Partiturauszug für divisi-Spielanweisung und erweiterter MusicXML-Export.

Dorico Pro/Elements 3.5 ist ein kostenpflichtiges Upgrade (ab 29,99 Euro; Vollversionen ab 99,99 Euro). Wer Dorico 3.0 ab dem 22. April 2020 registriert hat, kann kostenfrei auf die Version 3.5 umsteigen. Die Anwendung setzt mindestens macOS Sierra voraus und wird in der Basisversion gratis angeboten. Mit dem kostenfreien Dorico SE können angehende Komponisten und Arrangeure Musikpartituren mit maximal zwei Systemen kreieren (MacGadget berichtete). Steinberg über die Neuerungen in Dorico 3.5:

 

 

"Tonhöhe vor Notenlänge: Aufbauend auf Doricos grundlegender Designphilosophie als komfortable Kompositions- und Arrangement-Umgebung, stellen auch die mit Dorico 3.5 eingeführten Merkmale wieder neue praktische Werkzeuge zur Umsetzung von Ideen während des Kompositionsprozesses bereit. Bisher verlangte Doricos Step-Eingabemethode die grundsätzliche Definition einer Notenlänge vor Festlegung einer entsprechenden Tonstufe. Diese Technik ist natürlich weiterhin ausgesprochen praktisch, wenn es darum geht etwas aus existierenden Musikstücken zu kopieren. Da sich diese Herangehensweise jedoch besonders bei der Komposition auch schon einmal als hinderlich erweisen kann, lässt sich die Tonhöhe alternativ ab sofort auch vor dem entsprechenden Notenwert setzen. Auf diese Weise lassen sich Melodien und Akkorde außerdem zunächst in Ruhe ausprobieren bevor sie durch Eingabe einer Länge in die Partitur eingefügt werden. Diese neue Eingabemethode wird darüber hinaus auch Nutzern anderer Notationssoftware-Lösungen gefallen, die einerseits die zeitsparenden und leistungsfähigen Features aus Dorico zu schätzen wissen, andererseits aber gerne die Tonhöhe vor der Tondauer bestimmen möchten. Dorico bietet nun beides!

 

 

Umfangreichere und intelligentere VST Expression Maps: Professionelle Sample-Libraries und virtuelle Instrumente verlangen von Musikern aufgrund ihrer aktuell immer anspruchsvoller werdenden Möglichkeiten die Manipulation von immer mehr MIDI Controllern, Key-Switches und weiterer Parameter parallel, um schließlich das Maximum aus einer Produktion heraus zu holen. Über seinen überarbeiteten VST Expression Maps Editor bietet Dorico 3.5 nun leistungsstarke neue Werkzeuge für die Arbeit mit Sample-Libraries durch die Erweiterung zugehöriger Switches, welche sich zum Beispiel dann einsetzen lassen, wenn ein bestimmter Ton im Vergleich zur Echtzeit mit kürzeren Noten gespielt werden soll. Zudem wurde das Handling verschiedener Techniken, die sich mit diversen Sounds verbinden lassen, deutlich verbessert – ohne dabei jede einzelne mögliche Kombination in der Expression Map festlegen zu müssen.

 

 

Generalbass: Dorico 3.5 erweitert auch die Notationsmöglichkeiten für Alte Musik mit einer umfangreichen Unterstützung bezifferter Generalbass-Techniken in Kombination mit den von Dorico gewohnten musikalisch intelligenten Funktionen. Die Generalbass-Schreibweise ist eine im Europa des 17. Und 18. Jahrhunderts weit verbreitete verkürzte Notationsform, bei welcher die Intervalle eines Akkords in Zahlenform über den Basston geschrieben werden. Über ein spezielles Pop-Over-Fenster lassen sich im Handumdrehen entsprechende numerische Angaben zu jedem erdenklichen Bass-Part samt Layout-Optionen ergänzen. Die Zahlen reagieren außerdem mit automatischer Anpassung auf nachträgliche Veränderung des entsprechenden Basstons.

 

 

Partiturauszug für divisi-Spielanweisung: Eines der einzigartigsten, bahnbrechendsten sowie zeitsparendsten Features in Dorico Pro 3 besteht in der Möglichkeit, einen für den Dirigenten oder Ensembleleiter bestimmten Partiturauszug mit nur einem einzigen Klick realisieren zu können. Dorico Pro 3.5 erweitert diese Funktion nun noch einmal um die Unterstützung von divisi-Spielanweisungen für Streicher. Dadurch ist es ab sofort ausgesprochen einfach zum einen perfekt aussehende Partituren aus mehreren Systemen zu erstellen und zum anderen parallel einen einsystemigen und korrekt beschrifteten Partiturauszug für das Dirigat zu erhalten."