15 kostenlose Tools, die auf keinem Mac fehlen sollten

10. Aug. 2020 20:00 Uhr - Redaktion

Für den Mac gibt es eine Vielzahl an kleinen Software-Helfern, die den Alltag erleichtern und die die Produktivität steigern können. MacGadget stellt in diesem Artikel 15 empfehlenswerte und zugleich kostenfreie Tools vor, die eigentlich auf keinem Mac fehlen sollten. Werkzeuge, die beispielsweise die Sicherheit erhöhen, bei der Systempflege assistieren oder nützliche Zusatzfunktionen bereitstellen.

Systemwartung
1) Latest
2) AppCleaner
3) GrandPerspective
4) Onyx
5) SmartBackup

Sicherheit
6) KnockKnock
7) LuLu
8) Cryptomator

Produktivität
9) Clipy
10) Itsycal
11) OpenThesaurus Deutsch
12) EasyFind

Bunt gemischt
13) eqMac
14) Keka
15) coconutBattery

Nachtrag: Eine weitere Empfehlung: "HotKey App: Programme, Ordner und Skripte mit Tastenkürzeln öffnen".

Systemwartung

1) Latest: Update-Prüfer für Software (ab macOS Sierra)
Wer Programme aus dem Mac-App-Store einsetzt, wird automatisch über neue Versionen benachrichtigt und kann alle verfügbaren Updates mit nur einem Klick einspielen. Latest bietet eine ähnliche Funktionalität auch für außerhalb des Mac-App-Stores angebotene Software. Das Tool informiert über Updates für diejenigen Anwendungen, die das weitverbreitete Aktualisierungs-Framework Sparkle einsetzen, an einem zentralen Ort mitsamt Änderungshistorie und der Möglichkeit, die Aktualisierung anzustoßen.

2) AppCleaner: Anwendungen rückstandsfrei entfernen (ab OS X Yosemite)
Programme lassen sich durch Ziehen auf den Papierkorb löschen – doch dies ist nur die halbe Wahrheit: Die mit der Anwendung verbundenen Dateien verbleiben dabei auf dem Mac. Das führt zwar nur selten zu Schwierigkeiten, kann im Laufe der Jahre jedoch viel Speicherplatz kosten. AppCleaner ermöglicht die rückstandsfreie Entfernung von Programmen, indem auch dazugehörige Daten wie beispielsweise Caches, Einstellungen, temporäre Dateien, Protokolle oder Erweiterungen gelöscht werden. Wird ein Programm-Icon per Drag & Drop in das AppCleaner-Fenster gezogen, führt das Tool alle Dateien auf, die mit der Software in Verbindung stehen. Mit einem Klick werden das Programm plus dazugehörige Dateien gelöscht.

 

Latest
 
Latest informiert über Softwareupdates außerhalb des Mac-App-Stores.
Bild: Max Langer.

 

3) GrandPerspective: Speicherplatzfresser sichtbar machen (ab OS X Mavericks)
GrandPerspective stellt den belegten Speicherplatz von Festplatten, Fusion-Drives und SSDs grafisch dar. Je mehr Platz eine Datei, ein Ordner beziehungsweise eine Anwendung benötigt, desto größer ist der von GrandPerspective angezeigte Block. Dadurch werden Speicherfresser auf einen Blick sichtbar, was das Entrümpeln von Laufwerken erleichtert. Per Mausklick lassen sich große Dateien und Ordner im Finder aufrufen, um sie nach näherer Prüfung gegebenenfalls in den Papierkorb zu bewegen. Tipp: Vor der Nutzung vollständiges Backup anlegen.

4) Onyx: Helfer bei Problemen, versteckte Systemfunktionen nutzen (ab OS X Snow Leopard)
Mit Onyx lassen sich beispielsweise der Index der Suchfunktion Spotlight und der Index von Apple-Mail-Accounts sowie Programm-, Font- und System-Caches neu aufbauen, um Probleme zu heben, und lokale Time-Machine-Snapshots löschen, um Speicherplatz zu gewinnen. Ferner lassen sich mit Onyx Protokolldateien und Diagnoseberichte entfernen und Systemfunktionen nutzen, die über die Benutzeroberfläche nicht erreichbar sind. Dazu gehören die Aktivierung des Debug-Menüs in Safari, das Zurücksetzen des Launchpads, das Ändern des Formats von erstellten Bildschirmfotos, das Abschalten verschiedener Grafikeffekte, zusätzliche Optionen für Login-Fenster und Finder oder die Deaktivierung der Spotlight-Indexierung für das Startlaufwerk. Außerdem ist es möglich, das Löschen des Papierkorbs zu erzwingen.

5) SmartBackup: Bootfähige Backups erzeugen (ab OS X Yosemite)
Die macOS-Backupfunktion Time-Machine wird hoffentlich bei jedem Nutzer im Einsatz sein, um im Notfall eine vollständige Kopie aller persönlichen Daten zur Hand zu haben. Als Ergänzung empfiehlt sich SmartBackup. Mit dem Werkzeug lassen sich bootfähige Sicherungen für die komplette Systemwiederherstellung oder zum Clonen anlegen. Außerdem ist die Ordner-Synchronisation möglich.

 
Onyx
 
Onyx: Systempflege, versteckte macOS-Einstellungen nutzen.

 

Sicherheit

6) KnockKnock: Manueller Malware-Systemscan (ab OS X Mountain Lion)
macOS verfügt von Haus aus über Anti-Malware-Mechanismen: Das integrierte Malware Removal Tool (MRT) kümmert sich um die automatische Beseitigung von bekannter Malware und Adware während des Bootvorgangs, XProtect überprüft heruntergeladene oder per E-Mail empfangene Dateien auf Schadsoftware. Darüber hinaus ist ein gelegentlicher manueller Scan des Systems sinnvoll. KnockKnock des renommierten Sicherheitsforschers Patrick Wardle erfüllt genau diesen Zweck. Schadoftware installiert sich im Regelfall so, dass sie ständig aktiv ist. Hier setzt KnockKnock an: Das Tool klopft den Mac auf dauerhaft installierte, beim Systemstart automatisch geladene Komponenten von Drittherstellern ab. Die Treffer werden mit der Datenbank von VirusTotal abgeglichen – wird Malware entdeckt, erfolgt eine Warnmeldung. Nicht überrascht sein: KnockKnock listet grundsätzliche alle dauerhaft installierten Dritthersteller-Komponenten (also auch von seriöser, unbedenklicher Software) auf. Malware-Treffer sind rot markiert.

7) LuLu: Firewall-Software für ausgehende Verbindungen (ab macOS Sierra)
Ebenfalls von Patrick Wardle stammt LuLu. Die Software informiert über ausgehende Internetverbindungen und blockiert diese, sofern sie nicht ausdrücklich vom Anwender genehmigt wurden. Dadurch lassen sich unerwünschte Datenübertragungen von installierten Programmen an unbekannte Server verhindern. Auf Wunsch können Apple-Programme sowie alle bereits vorhandenen Anwendungen bei der Installation für die Firewall freigeschaltet werden.

8) Cryptomator: Dateien lokal oder vor Cloud-Upload verschlüsseln (ab OS X El Capitan)
Cryptomator erhöht die Sicherheit beim Einsatz von Online-Speicherdiensten wie iCloud Drive, Dropbox, Google Drive oder OneDrive, indem Dateien und Ordner vor dem Upload verschlüsselt werden. Die Verschlüsselung erfolgt dabei auf dem Mac. Die Tresore, die die verschlüsselten Dateien und Ordner enthalten, können aber auch nur lokal genutzt werden – als Ergänzung oder Alternative zu Apples Verschlüsselungsfunktion FileVault. Die Tresore werden über Cryptomator durch die Eingabe des vorher festgelegten Passworts entsperrt und über ein virtuelles Laufwerk zugänglich gemacht. Weiterer Pluspunkt: Auf die Tresore kann plattformübergreifend zugegriffen werden (Clients gibt es auch für iOS, Linux, Android und Windows).

 
KnockKnock
 
KnockKnock analysiert das System auf mögliche Malware-Installationen.
Bild: Patrick Wardle.

 

Produktivität

9) Clipy: Zwischenablage-Historie, Textschnipsel verwalten (ab OS X Yosemite)
Clipy erweitert macOS um einen Zwischenablage-Manager. Das Tool merkt sich die in die Zwischenablage kopierten Inhalte und stellt sie zur späteren Verwendung zur Verfügung. Standardmäßig speichert das Programm 30 ins Clipboard kopierte Inhalte, über die Einstellungen kann jedoch ein höherer Wert festgelegt werden. Außerdem können mit Clipy Textschnipsel zur späteren Verwendung dauerhaft gespeichert werden. Im Snippet-Editor lassen sich beliebig viele Textschnipsel-Ordner mit beliebig vielen Einträgen anlegen – die Inhalte können sowohl per Zwischenablage eingefügt als auch aus einer Datei importiert werden. Das Einfügen der gespeicherten Inhalte in beliebige Programme erfolgt über das Clipy-Icon in der Menüleiste – dort sind die Clipboard-Historie und die selbst angelegten Textschnipsel-Ordner aufgeführt.

10) Itsycal: Kalender für die Menüleiste (ab macOS Mojave)
Itsycal installiert einen systemweit verfügbaren Kalender in der Mac-Menüleiste. Nach Klick auf das Datums-Symbol von Itsycal öffnet sich ein Monatskalender, der auf Wunsch auch anstehende Termine aus dem macOS-Kalender anzeigt. Die Darstellung des Monatskalenders lässt sich über verschiedene Einstellungsoptionen anpassen, außerdem ist es möglich, neue Termine anzulegen und die Kalenderansicht dauerhaft anzupinnen, so dass sie geöffnet bleibt, wenn die Arbeit in anderen Programmen fortgesetzt wird.

11) OpenThesaurus Deutsch: Erweiterung für das Lexikon (ab OS X Snow Leopard)
Dieses Plug-in erweitert das Lexikon des Mac-Betriebssystems um einen deutschen Thesaurus zum Nachschlagen von Synonymen. Eine Internetverbindung ist zur Nutzung der Erweiterung nicht notwendig, da das komplette Wörterbuch (über 143.000 Einträge) integriert ist. Die Suche findet auch Wortbestandteile von Phrasen oder mit Bindestrichen zusammengesetzten Wörtern (Lexikon sucht normalerweise nur am Wortanfang).

 
Itsycal
 
Itsycal: Kalender für die Menüleiste.
Bild: Mowglii.

 

12) EasyFind: Alternative zur macOS-Suchfunktion Spotlight (ab OS X Yosemite)
EasyFind versteht sich als Alternative zu Spotlight und kann im Gegensatz zur macOS-Suchfunktion Dateiinhalte ohne vorherige Indexierung durchsuchen. EasyFind findet Dateien und Ordner nach Namen oder Inhalt mithilfe von erweiterten Booleschen Operatoren, Wildcards und Zeichenketten. Auch eine Vorschau ist integriert.

Bunt gemischt

13) eqMac: Systemweiter Equalizer zur Klangoptimierung (ab macOS High Sierra)
Für Musikliebhaber ist ein Equalizer unverzichtbar. Er ermöglicht das genaue Abstimmen einzelner Frequenzen, um beispielsweise den Klang für unterschiedliche Genres zu optimieren oder an die verwendeten Lautsprecher anzupassen. Zwar verfügt die iTunes-Software bzw. ab macOS Catalina die Musik-App über eine derartige Funktion, einen systemweiten Equalizer sucht man im Mac-Betriebssystem hingegen vergeblich. Die Lösung für das Problem hört auf den Namen eqMac. eqMac installiert einen systemweit verfügbaren Equalizer. Die in eqMac vorgenommenen Änderungen der Frequenzbereiche haben Auswirkungen auf die Audioausgabe von allen Anwendungen. Über Presets (Vorgaben) lassen sich verschiedene Einstellungen für unterschiedliche Einsatzzwecke bzw. Programme und Spiele speichern und bei Bedarf laden.

14) Keka: Packer und Entpacker für viele Formate (ab OS X Mavericks)
Im Finder lassen sich Dateien und Ordner im .zip-Format komprimieren. Manchmal ist es jedoch erforderlich, ein anderes Format zu verwenden, sei es für den plattformübergreifenden Dateiaustausch oder für eine effizientere Komprimierung. Auf dem Mac bietet sich dazu Keka an. Die Anwendung komprimiert in den Formaten 7Z, ZIP, TAR, GZIP, BZIP2, XZ, LZIP, DMG und ISO. Dazu werden die Dateien und Ordner einfach auf das Programmsymbol von Keka gezogen. Keka bietet verschiedene Einstellungsoptionen an, beispielsweise für den Grad der Komprimierung oder zum Ausschließen von Mac-Ressourcen wie .DS_Store, und kann Archive via Passwort sichern. Auch als Entpacker lässt sich die Software einsetzen, beim Dekomprimieren werden viele Formate unterstützt.

 
eqMac
 
eqMac bietet einen systemweiten Equalizer.
Bild: Romans Kisils.

 

15) coconutBattery: Fast ein Pflichtdownload für mobile Macs (ab macOS Sierra)
coconutBattery zeigt umfangreiche Informationen zum Akku von MacBook, MacBook Air und MacBook Pro an. Das Tool gibt Auskunft über den aktuellen Ladezustand und über die maximale Kapazität des Akkus und stellt diese Daten in Vergleich zur Originalkapazität bei Auslieferung des Mobilmacs. Zudem informiert coconutBattery über Anzahl der Ladezyklen, Akkutemperatur, aktuellen Stromverbrauch, Alter von Akku und Notebook sowie Details bei einem Akku-Defekt. Über die Einstellungen lässt sich ein Menüleistentool aktivieren, das unter anderem eine Restlaufzeitanzeige bietet.

 

Anmerkungen zum Schluss: In dieser Aufstellung geht es bewusst nur um Tools und nicht um Produktivsoftware wie LibreOffice, GIMP, Firefox, darktable, Shotcut oder Blender. Diesem Thema werden wir demnächst einen separaten Artikel widmen. Unsere Aufstellung ist lediglich eine Empfehlung für die Grundausstattung eines Macs. Daneben gibt es natürlich noch weitere empfehlenswerte Tools, die einen Blick lohnen, wie zum Beispiel Quicksilver (Programmstarter und mehr), MenuMeters (Systemüberwachungstool für die Menüleiste), TimeMachineEditor (Backupintervall von Time Machine anpassen) oder Amphetamine (Profi-Steuerung für den Ruhezustand).

Kommentare

Ich hätte da als Ergänzung noch ein paar Vorschläge:

TinkerTool (Einstellungen ändern, für die Apple keine grafische Oberfläche liefert; https://www.bresink.com/osx/0TinkerTool/download.php), 

Malwarebytes (erkennen und entfernen von Malware; https://de.malwarebytes.com), 

Aerial (Bildschirmschoner mit den Filmen des AppleTV; https://github.com/JohnCoates/Aerial/blob/master/Documentation/ChangeLo…), 

FuzzyTime (Zeitanzeige in der Menüleiste in Worten, viele Sprachen und Dialekte integriert, anzeigen wie dreiviertel drei 😋 sind damit möglich; https://marcusolovsson.com/fuzzytime/), 

IINA (Alternative zum Quicktimeplayer, der wesentlich mehr Formate unterstützt; https://iina.io), 

Macs Fan Control oder smcFanControl (Lüftersteuerung).

Mit eqMac habe ich leider schlechte Erfahrungen machen müssen (hängender Audio-Demon führte zu Systemhängern). Da wäre ich also etwas vorsichtig mit. Für ähnlich problematisch halte ich Tinkertools - dieses Werkzeug greift teilweise tief in das System ein und sollte nur von Leuten benutzt werden, die genau wissen, was sie tun.

Ansonsten bin ich mit den vorgeschlagenen Programmen völlig einverstanden. Sie gehören auf (fast) jeden Mac.

;)

Gruss

A. Bonino

CH, Bern Umgebung

... auch von mir. - Mein Quizergebnis: 13 von 15 Punkten. 😃

Dies geht natürlich bereits über das Essentielle hinaus, dennoch:

Objective-See (Patrick Wardle) wurde im Artikel bereits erwähnt; dort gibt es weitere interessante Tools.
Ich werfe dann noch mal ergänzend die von Eclectic Light C. in die Runde: https://eclecticlight.co/downloads/

Sowie diese imho für Techniker nützlichen Artikel und Übersichten:

@astraub

Tinkertool ist wenig problematisch, da es nur Funktionen freischaltet, die eh schon im macOS enthalten sind (wenn vielleicht auch verborgen). Du meinst wohl eher Tinkertool System, das greift tatsächlich tief ins System ein. Das ist aber im Gegensatz zu Tinkertool nicht mehr kostenlos.

hatte ich noch vergessen. Eine kleine Datenbank, die alles von Apple auflistet (Macs, Devices, OS in diversen Varianten...). Gibts auch fürs iPhone. http://mactracker.ca

Kennt jemand eine kleine App, die z.B. in der Menüleiste eine Einstellmöglichkeit bietet, um den Mauszeiger in einer Keynote Präsentation kurzzeitig anzupassen und danach mit einem Klick wieder in original Konfiguration zu versetzen.

Ich finde es nicht sehr komfortable über die macOS Einstellungen die Zeigerform jedesmal anzupassen, im App Store habe ich zwar etwas gefunden, finde jedoch knapp 9€ etwas happig für diese Funktion.