Firewall-Software Little Snitch: Version 5.0 für macOS Big Sur in der Entwicklung

03. Juli 2020 16:00 Uhr - Redaktion

Die beliebte Firewall-Software Little Snitch muss für macOS Big Sur aufwendig umgearbeitet werden. Der Grund: Die von Little Snitch genutzte Kernel-Erweiterung wird vom neuen Betriebssystem standardmäßig nicht mehr unterstützt. Der Hersteller Objective Development arbeitet bereits an Little Snitch 5.0, das volle Unterstützung für macOS Big Sur bietet.

Little Snitch 5.0 befindet sich derzeit in einer internen Testphase, für die sich interessierte Nutzer anmelden können. Der öffentliche Betatest soll im Laufe des Sommers starten. Die Markteinführung ist für den Herbst geplant. Little Snitch 5.0 wird ein kostenpflichtiges Upgrade sein. Bei Veröffentlichung von Little Snitch 5.0 soll folgende Kulanzregelung gelten: Wer Little Snitch 4.x innerhalb der letzten zwölf Monate erworben hat, erhält die Version 5.x kostenfrei.

 

Little Snitch
 
Little Snitch 5.0 mit Unterstützung für macOS Big Sur in der Entwicklung.
Bild: Objective Development.

 

Apple stellt die Unterstützung für Kernel-Erweiterungen (.kext) in macOS schrittweise ein. Kernel-Erweiterungen graben sich tief ins System ein, was sowohl Probleme und Komplettabstürze (Kernel Panics) verursachen als auch eine Angriffsfläche für Schadsoftware darstellen kann. Apple implementiert in macOS neue Frameworks zur Entwicklung von Treibern und anderen Komponenten, die bislang im Rahmen von .kexts bereitgestellt werden. Diese neuartigen Erweiterungen laufen mit normalen Nutzerrechten außerhalb des Kernels und beeinträchtigen das System nicht.

Little Snitch 5.0 greift auf das neue Network-Extension-Framework zurück, das in macOS Big Sur debütiert. Ob sich damit alle bisherigen Funktionen von Little Snitch umsetzen lassen, ist noch nicht bekannt.

Kommentare

Wenn ich mir mal überlege, was ich in den letzten 10 Jahren als Admin für Ärger mit Macs wegen mies programmierten, inkompatiblen oder nicht den Richtlinien entsprechenden Kernelextensions hatte, dann begrüße ich den Schritt. Ein beachtlicher Teil der Probleme, die User mit ihren Macs haben, kommt daher. Es tut mir leid für die Little Snitch-Entwickler, dass sie jetzt einen so großen Aufwand fahren müssen, aber ich halte diese Apple-Entscheidung für richtig. Es geht auch auch um die Sicherheit: Third Party Software, die direkt an den Kernel andockt, ist ein völlig unnötiger Anachronismus.

Ich stelle mich schon einmal darauf ein, dass es wieder unzählige Probleme mit USB Dongle geben wird...

Windows zum spielen...