Gerücht: MacBook Air und 13-Zoll-MacBook-Pro schon in wenigen Monaten mit Apple-Prozessoren - bis zu 12 Kerne?

17. Juli 2020 14:00 Uhr - Redaktion

Seit einem Monat ist klar: Apple wird alle Mac-Baureihen sukzessive mit hauseigenen, ARM-basierten Prozessoren ausstatten, beginnend zum Jahresende. MacGadget hat das Thema zuletzt im FAQ-Artikel "Macs mit Apple-Prozessoren: Häufig gestellte Fragen und Antworten" ausführlich beleuchtet. Nun gibt es konkrete Gerüchte zur Frage, welche Modelle zuerst mit Apple-Prozessoren ausgerüstet werden. Demnach soll es sich dabei um das MacBook Air und das 13,3-Zoll-MacBook-Pro handeln. Im Gespräch sind CPUs mit bis zu zwölf Kernen.

Das berichten übereinstimmend der in der Apple-Welt bestens vernetzte Insider Ming-Chi Kuo und die Publikation DigiTimes - beide mit traditionell guten Kontakten zur asiatischen Zuliefererindustrie. Die Produktion der ARM-basierten Mac-Prozessoren übernimmt der Apple-Auftragsfertiger TSMC. Es soll sich dabei um CPUs handeln, die im fortschrittlichen 5-Nanometer-Verfahren gefertigt werden. Apple hat bislang lediglich bestätigt, dass die ersten ARM-basierten Macs gegen Jahresende auf den Markt kommen werden, aber keine weiteren Details genannt.

 
Apple-Prozessoren für Macs
 
Aufbau der Apple-Prozessoren: Kommende Mobilmacs haben spezielle Stromsparkerne.
Bild: Apple.

 

Anderen Gerüchten zufolge sollen die ersten, speziell auf Macs zugeschnittenen Apple-Prozessoren über bis zu acht Hochleistungskerne und bis zu vier Energiesparkerne verfügen. Das asymmetrische CPU-Design bestätigte Apple in technischen Sessions während der virtuellen Entwicklerkonferenz WWDC20. Die Energiesparkerne sind im Niedriglastbereich aktiv und sorgen für eine lange Akkulaufzeit, während die Hochleistungskerne nur bei Bedarf zugeschaltet werden - das Konzept kennt man bereits von iPhone und iPad.

Die Apple-Prozessoren werden außerdem - dies bestätigte der Konzern ebenfalls - über die Neural Engine zur Beschleunigung von Maschinenlernen-Berechnungen und über einen integrierten Grafikchip verfügen. Nicht nur bei der Apple-CPU, sondern auch bei der Apple-GPU werden erhebliche Leistungszuwächse gegenüber den Intel-Chips erwartet. Vor allem der Flaschenhals der lahmen Intel-GPUs dürfte dann endgültig der Vergangenheit angehören.

Kuo und DigiTimes erwarten die Markteinführung eines MacBook Air und 13,3-Zoll-MacBook-Pro mit Apple-Prozessoren für das vierte Quartal. Apple wird die Leistungsfähigkeit der neuen Rechner sicherlich öffentlichkeitswirksam demonstrieren wollen - im Rahmen eines live übertragenen Events. Ein solches Event würden wir für den Zeitraum Mitte Oktober bis Anfang November erwarten, d. h. bereits in drei bis vier Monaten könnten die ersten ARM-basierten Macs Realität werden.

Spannend ist dabei die Frage, ob bzw. wann einige von iOS-Geräten bekannte Funktionen wie Unterstützung für den schnellen WLAN-Standard 802.11ax, Mobilfunktechnik (4G/5G) oder vernünftige Webcams (höhere Qualität und Auflösung) - möglicherweise mit Face-ID-Support - auch auf dem Mac Einzug halten werden. Ein 14,1-Zoll-MacBook-Pro mit Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung erwartet Kuo übrigens erst für nächstes Jahr.

Kommentare

Auch wenn ich selbst keinen Bedarf an einem transportablen Mac hab (iPhone und iPad reichen mir für unterwegs) werde ich genau beobachten, was da kommt. Die ersten ARM-Macs werden erkennen lassen was für ein Potenzial in der Entwicklung steckt. Wenn dann allerdings die Apple silicone iMacs erscheinen...😃

Das wäre aus Marketing Sicht unklug. Mehr Leistung/Laufzeit für den gleichen Preis klingt als Headline doch sehr attraktiv. Außerdem muss Apple nicht mehr Intel das Geld in den Rachen werfen, sondern lässt selbst günstig produzieren. Ich sehe einfach nicht, warum Macs mit Apple Silicon teurer werden sollten.

möchte nicht wissen, wie oft sie sich im Dunkeln selbst geißeln wenn keiner zusieht

Wenn das einzige Werkzeug das man kennt ein Hammer ist, dann sieht alles wie ein Nagel aus.

... frage mich, warum Leute, die Apple nicht mögen, permanent in Mac-Foren rumstänkern und sich und ihre eigene Meinung für so überlegen halten. Hat irgendwie narzisstische Züge.

Die Preise werden sich nicht großartig ändern. Apple besetzt am liebsten gewisse Preispunkte im Markt und behält die bei.
Von den iPhones gibt es schöne Grafiken, wie das über Jahre hinweg so ist.

Das sagenumwobene 14"-Macbook erinnert mich an das Wunschdenken rund um einen "Mac-Midi" zwischen Mini und Pro, konfigurierbar und alltagsgerecht ausgestattet. Wie viele Jahre lang geisterte dieses Phantom durch die Foren und Hoffnungen der Mac-Gemeinde? Vergeblich. Nun also der nächste Hoffnungs-Schub: mit ARM kommen die tollen Modelle. Echt jetzt? Könnte mir gut vorstellen, dass Apple das Potenzial der Chips dazu nutzt, die Geräte noch dünner und noch reduzierter zu gestalten. Und dann? Immer noch "Amazing!"? Ich bin skeptisch, ob da in Cupertino irgendjemand wirklich noch an der Gestaltung eines benutzerfreundlichen Gerätes interessiert ist. Aber Apple-Kunden scheinen sehr leidenswillig zu sein. Es brauchte 3 MacBook-Pro-Generationen, um wieder eine halbwegs vernünftige Tastatur zu verbauen - und trotzdem wurden die Dinger gekauft.