Schwerer Fehler in macOS 10.15.6 sorgt für Systemabstürze bei Nutzung von VMware Fusion und VirtualBox

27. Juli 2020 16:30 Uhr - Redaktion

Erst vor kurzem berichteten wir über eine wichtige Fehlerkorrektur in macOS 10.15.6 im Zusammenhang mit bootfähigen Backups und beleuchteten dabei kritisch das Thema Softwarequalität bei Apple. Nun gibt es den nächsten Fall, der abermals ein schlechtes Licht auf die Entwicklungsabteilung des Konzerns wirft: Wie der Hersteller VMware bestätigte, sorgt ein frisch mit macOS 10.15.6 eingeführter Bug für Komplettabstürze (Kernel Panics) beim längeren Betrieb von virtualisierten Betriebssystemen.

"We have narrowed down the problem to a regression in the com.apple.security.sandbox kext (or one of its related components) included in macOS 10.15.6 (19G73), and we have now filed a comprehensive report with Apple including a minimal reproduction case which should allow them to easily identify and address the issue", schreiben die VMware-Entwickler in ihrem Forum.

 
macOS Catalina
 
macOS Catalina: Apple-Qualitätskontrolle hat es wieder vergeigt.
Bild: Apple.

 

Einen Workaround für das Problem gibt es bislang nicht, abgesehen vom zeitaufwendigen Downgrade auf macOS 10.15.5. Unter macOS 10.15.5 besteht das Problem definitiv nicht, es wurde mit macOS 10.15.6 eingeführt. Auch VirtualBox ist von dem Fehler betroffen, wie ein Thread im VirtualBox-Forum zeigt. Zu Parallels Desktop liegen keine Herstellerinformationen vor.

Die große Frage ist nun, wie lange Cupertino für einen Bug-Fix benötigt. Wird es wieder zwei Monate dauern, wie im Fall des schwerwiegenden Problems, das Datensicherungen mit Carbon Copy Cloner und SuperDuper beeinträchtigte? Oder reagiert der Hersteller diesmal in einer für die Schwere des Bugs (Kernel Panic) angemessenen Zeit, sprich innerhalb weniger Tage?

Kommentare

Habe auf macOS 10.15.6 mittels VMWare Ubuntu 20.04 mehr als 3 Stunden laufen lassen, updates durchgeführt und das Netz getestet. Keinerlei Probleme gehabt. Ich hoffe es bleibt so, denn ansonsten muss wieder ein update von macOS her. Schon komisch das alles...

Anscheinend ein Memory Leak, der sich über Zeit aufstaut und irgendwann geht gar nichts mehr. Ich zitiere mal

The problem is that the leak is in wired kernel memory (so that quitting the app/client, purging memory or even logging out makes no difference) the effect is cumulative.

Möglich, dass auch andere Software davon betroffen ist und nicht nur VM's.

Jetzt hatte man den Eindruck, dass Apple bei Catalina gerade noch so in die Spur gekommen ist und nun der nächste Knaller. Ach Leute... get your sh*t done!

Was mich wundert. Warum wird eigentlich keiner dieser Fehler jemals in der Beta-Phase gemeldet? Diese ist doch eigentlich immer sehr lange.

Verglichen mit Windows ist das noch immer Jammern auf sehr hohem Niveau aber Apple ist dabei seinen Nimbus zu vergeigen

Die VM möglichst schnell wieder beenden, wenn sie nicht mehr benutzt wird. Die Wahrscheinlichkeit für den Kernelpanic steigt je länger die VM's offen sind:

Had the same issues. Running 20 mac network. Server kept crashing/rebooting twice a day after upgrade to 10.15.6. WIndowServer crashes like others here have reported.

 

Updated 5 other computers - all crash when up for >12 hours with VMWare running.

 

No issues on 10.15.5 computers which haven't been updated.

 

Only solution - had to go back to 10.15.5 on server. Workstations now get shut down overnight.

 

This was the only way to fix the issue.

Es ist definitiv ein Bug in macOS, der auch VirtualBox betrifft, dort gibt es inzwischen ein offizielles Ticket:

https://www.virtualbox.org/ticket/19772

Terminating a VM doesn't free the kernel memory, so the memory usage is accumulating until the next macOS reboot.

Jetzt ist Apple gefragt und sie können zeigen, dass sie doch noch zügig reagieren können.

Seit dem update auf 10.15.6 ist auch Parallels - zumindest in Verbindung mit Windows 10 - absolut unbrauchbar.

Die Virtualisierung hängt sich komplett auf. Parallels selbst lässt sich nicht einmal mit dem Taskmanager "abschießen".

ERNIE