Apple startet öffentlichen Betatest von macOS Big Sur

07. Aug. 2020 10:00 Uhr - Redaktion

Anwender können das neue Betriebssystem macOS Big Sur ab sofort ausprobieren: Apple hat in der Nacht zum Freitag grünes Licht für den öffentlichen Betatest gegeben. Zuvor standen die Vorabfassungen von macOS Big Sur nur Entwicklern zur Verfügung. Für Mitglieder des Apple-Betatestprogramm steht Build 20A5343j von macOS Big Sur zum Download bereit. Die Nutzung erfolgt auf eigene Gefahr: macOS Big Sur ist noch nicht fertig, viele Programme, Treiber, Erweiterungen und Plug-ins wurden von den jeweiligen Herstellern noch nicht oder noch nicht vollständig angepasst.

Die Teilnahme am Betatestprogramm ist kostenfrei, dazu muss ein Mac per Apple-ID registriert werden. Betatester haben die Möglichkeit, Fehler zu melden und Verbesserungsvorschläge einzureichen. Dies erfolgt über das Programm Feedback-Assistent, das im Dock und im Hilfe-Menü zu finden ist. Häufig gestellte Fragen zum Betatestprogramm beantwortet das kalifornische Unternehmen auf dieser Web-Seite.

 
macOS Big Sur
 
macOS Big Sur: Öffentlicher Betatest ist angelaufen.
Bild: Apple.

 

Wie immer gilt: Betriebssystem-Betaversionen sollten grundsätzlich nicht auf Produktivsystemen installiert werden, da schwerwiegende Fehler, Inkompatibilitäten mit genutzter Software oder Stabilitätsprobleme den Workflow stark einschränken oder im schlimmsten Fall das Arbeitsgerät unbrauchbar machen können. Der Test von macOS-Betaversionen sollte daher ausschließlich auf externen Laufwerken oder auf Macs, die nicht für die Arbeit benötigt werden, erfolgen. Wer wissen möchte, ob seine Arbeitsumgebung unter Big Sur funktioniert, kann sein System clonen (zum Beispiel mit Carbon Copy Cloner oder SuperDuper), dieses auf ein anderes Volume aufspielen und auf dieser Basis den Betatest durchführen.

Zu den wichtigsten Neuerungen in macOS Big Sur (Version 11.0) gehören ein überarbeitetes Oberflächendesign, ein Kontrollzentrum für den Schnellzugriff auf häufig genutzte Einstellungen, eine verbesserte Mitteilungszentrale, mehr Leistung und zusätzliche Funktionen für Safari und Spotlight, verbesserte Versionen der Apps Karten und Mitteilungen, APFS-Unterstützung für Time-Machine-Backups, die Rückkehr von Startsound und Akku-Restlaufzeitanzeige, eine höhere Sicherheit durch ein kryptografisch signiertes Systemvolume (verbessert den Schutz vor Malware und Hacks) und schnellere Systemaktualisierungen, die bereits im Hintergrund beginnen, während der Nutzer noch weiterarbeiten kann (die technische Grundlage dafür schafft das kryptografisch signierte Startvolume).

Mit macOS Big Sur werden die Systemanforderungen angehoben, die Unterstützung für das 2012er MacBook Air, die MacBook-Pro-Baureihen Mitte 2012, Ende 2012 und Anfang 2013, die 2012er und 2013er iMacs und den 2012er Mac mini wird eingestellt. Diese Rechner verbleiben offiziell bei macOS Catalina, das noch bis zum Sommer 2022 mit Sicherheits- und Safari-Updates versorgt wird.

Nachtrag (21. August): Inzwischen ist Build 20A5354i von macOS Big Sur für Mitglieder des Apple-Betatestprogramms verfügbar.

Unsere bisherige Berichterstattung zu macOS Big Sur im Überblick:

• Apple: Safari 14 erscheint auch für macOS Mojave und macOS Catalina (17. Juli)

• macOS Big Sur auf nicht unterstützter Hardware: Patcher macht Fortschritte (14. Juli)

• Apple: Web-Seiten zu macOS Big Sur und iOS/iPadOS 14 jetzt auf Deutsch (13. Juli)

• macOS Big Sur: Time Machine erhält Unterstützung für APFS-Volumes (29. Juni)

• macOS Big Sur: Safari unterstützt Netflix-Wiedergabe mit 4K-Auflösung (29. Juni)

• Apple: Nutzer von macOS Catalina können neue Funktionen von Safari 14 testen (26. Juni)

• macOS Big Sur: Weitere Einzelheiten zur neuen Systemversion (24. Juni)

• macOS Big Sur: Die Rückkehr des Mac-Startsounds (23. Juni)

• Apple kündigt macOS Big Sur mit neuem Design, Kontrollcenter und schnellerem Safari an - Systemanforderungen steigen (23. Juni)

Kommentare

Erstaunlich gut sogar (MS Office, Firefox, Chrome, Final Cut Pro X, nur Parallels will nicht). Das neue Design gefällt mir richtig gut, aber das ist natürlich Geschmacksache.

Ein 13" MacBook Pro von 2015. Das ist mein Reserve-Rechner, da stören mich Bugs und Probleme nicht. Für Parallels habe ich jetzt einen Workaround gefunden, das hat offenbar mit den KEXT's zu tun. Ich werde heute mal das neue Vmware ausprobieren, das soll native Big Sur unterstützen.

aber auch nur getrenntes Volume - arbeite nicht damit. Safari 14 ist wirklich beeindruckend schneller. Kann man sich jetzt anzeigen lassen, wer einen alles so zu "tracken" versucht. Auf manchen Mac-Seiten sind es erstaunliche 40 - 70 mehr oder weniger bekannte Trackingdienste. Hier auf MacGadget ist es wirklich null, kein einziger Trackingversuch. Das sollte bei dieser Gelegenheit auch mal erwähnt werden, verbunden mit einem groben Lob an die Redaktion.

Die Redaktion hat mich kontaktiert und gezeigt, dass es sich hierbei um einen false positive von Brave handelt.

Das ist eine fehlerhafte Angabe in Brave:

 

Sie haben den Werbeblocker aktiviert: Hier führt Brave fälschlicherweise unsere selbstgehosteten Werbebanner als "Cross Site Tracker" - was diese  natürlich nicht sind, wie Sie an den URLs ja selbst sehen können.

Probieren Sie es selbst aus mit Safari 14 Beta, Safari Technology Preview oder auch Firefox: Es gibt keine cross site Tracker auf MacGadget.

Schon sehr positiv, finde ich, wie schnell darauf reagiert wurde. Da wird das Thema wirklich ernst genommen.