Macs mit Apple-Prozessoren: Wildes Gerücht um angebliche Neuauflage von 12-Zoll-MacBook

31. Aug. 2020 16:00 Uhr - Redaktion

Die in puncto Apple-Spekulationen chronisch unzuverlässige "China Times" wärmt zum Wochenbeginn ein altes Gerücht aus der Anfangszeit der Debatte um ARM-basierte Macs auf. Angeblich wird es sich beim ersten Modell mit Apple-eigenen Prozessoren um ein neu aufgelegtes 12-Zoll-MacBook handeln. Es soll bei praktisch unverändertem Design über den A14X-Prozessor, eine USB-C-Schnittstelle und eine Akkulaufzeit von 15 bis 20 Stunden verfügen.

Und: Der kleine iMac soll laut "China Times" erst in etwas über einem Jahr mit Apple-Prozessoren ausgestattet werden - viel später als von Insidern erwartet. Hinter beiden Aussagen muss ein dickes Fragezeichen gesetzt werden. Erstens ist die chinesische Publikation nicht gerade als treffsicherer Gerüchtelieferant bekannt und lag in den letzten Jahren vielfach mit ihren Prognosen daneben. Zweitens wird Apple eben nicht, wie im Bericht dargelegt, einfach iPad-Chips in den Mac verpflanzen, sondern maßgeschneiderte und wesentlich leistungsstärkere Prozessoren.

Drittens beißt sich der Bericht mit Aussagen von renommierten Insidern wie Ming-Chi Kuo oder Jon Prosser, deren Prognosen sich mehrfach als korrekt herausgestellt haben. Sie gehen laut ihren Quellen mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass als erstes Modell das 13-Zoll-MacBook-Pro einen Apple-Prozessor erhalten wird, gefolgt vom kleinen iMac (im Rahmen eines neuen 24-Zoll-Designs) und MacBook Air. Beim MacBook Pro könnte dabei ein 14-Zoll-Display Einzug halten.

 
Apple-Prozessoren für Macs
 
Aufbau der Apple-Prozessoren: Kommende Mobilmacs haben spezielle Stromsparkerne.
Bild: Apple.

 

Das kleine MacBook - letztmals 2017 aktualisiert - konnte sich gegen die Beliebtheit und Bekanntheit des MacBook Air nie durchsetzen, was auch der Grund war, weswegen das MacBook Air im Jahr 2018 eine komplette Überarbeitung erhielt (und dabei leichter und kompakter wurde) und seitdem konsequent weiterentwickelt wird, während das MacBook ohne weitere Erwähnung einfach verschwand. Vor diesem Hintergrund ist eine Neuauflage des MacBook eher zu bezweifeln.

Der Mac-Hersteller deutet durch seine eigene Produktpolitik übrigens selbst an, dass es mit dem 13-Zoll-MacBook-Pro und dem 21,5-Zoll-iMac losgehen wird: Beide Baureihen erhielten in diesem Jahr nur marginale Upgrades, obwohl leistungsstärkere Intel-CPUs zur Verfügung gestanden hätten. Zusammen mit den plausiblen Leaks ergibt sich ein durchaus stimmiges Bild, dass Apple mit diesen beiden Baureihen beginnen wird. Und: Der in der Apple-Welt bestens vernetzte Bloomberg-Reporter Mark Gurman schrieb schon vor Monaten, dass Apple an drei speziellen Mac-Prozessoren der ersten Generation arbeitet, was wiederum auf das 13-Zoll-MacBook-Pro, den 21,5-Zoll-iMac und das MacBook Air hindeuten könnte.

Wie dem auch sei: Lange müssen sich Anwender, Entwickler und Hersteller nicht mehr mit solchen Gerüchten beschäftigen. Im vierten Quartal, also ab Oktober, wird Apple den Startknopf drücken und mit der rund zwei Jahre dauernden Umstellung beginnen. Ob es, wie von "China Times" behauptet, tatsächlich mit einer Neuauflage des 12-Zoll-MacBook losgehen wird, oder ob Insider wie Kuo, Gurman und Prosser Recht behalten, wird die Zeit zeigen, wobei wir eher auf das Leaker-Trio setzen würden.

Kommentare

Hört man auch vom iMac 27 etwas? Seit einem halben Jahr warte ich auf die neue Generation. Nachdem ein neuer Mac gebraucht wird möchte ich natürlich auf die neueste Generation mit ARM warten.

Was wird er kosten?

Geh davon aus, dass sich die Preise nicht ändern werden. Apple besetzt gerne Preispunkte und behält sie dann lange bei.

Zuletzt ging es punktuell nach unten, siehe MacBook Air von 1099$ auf 999$.

(In US natürlich ohne Steuer, daher hier ab 1199€).

Da die fette Intel Marge wegfällt, geht vielleicht noch was.

Aber grundsätzlich stimme ich dir mit den Preispunkten - oder sagen wir eher Preisregionen - für einzelne Modelle und Konfigurationen zu.

Ich glaube, dass Apple erst einmal das Erfolgsmodell mit einem Apple Chip ausrüsten sollte, sprich den Macbook Air 13". Vielleicht ein Redesign mit schmalen Rahmen. Ich jedenfalls greife demnächst zum neuen iMac 27" 2020 mit 10.Gen Intel Core CPU und AMD NAVI Grafik. Für einen iMac mit Apple CPU wäre mir das noch zu riskant. Es stellen sich ja viele Fragen: u.a. Kann ich den RAM Speicher der kommenden iMacs selbst austauschen oder muss ich die horrende Apple Steuer für RAM bezahlen? Auch das Argument mit höheren Preisverfall der Intel iMacs kann ich nicht zustimmen. Diese Macs lassen sich auch locker für Windows nutzen, also ist der Markt für diese gebrauchten Macs in einigen Jahren immer noch sehr groß.

Vielleicht haben die bei Apple mit dem MacBook 12" die Tests laufen lassen intern? Das wäre als Testbox ne denkbare Maschine. Bezahlbar und doch ein vollständiger Mac.

Und im Grunde ist es ja nicht mehr viel anders als ein iPad - nur mit Tastatur.

Schwach wäre er nur, wenn er nur eine Schnittstelle hätte. Ich bin aber mal gespannt, wie die Performance im echten Leben aussieht.

… wäre auch denkbar als einer der ersten Kandidaten für Apple Silicon. Schliesslich wird er bereits so konfektioniert an Entwickler verkauft. Und seit Einführung 2018 hat sich da auch nicht gerade viel getan, Änderungen/Upgrades wären also durchaus erwartbar.

Da man nicht weiss, welches Leistungsniveau Apple für die eigenen chips bislang erreicht hat, ist es wohl am sichersten/wahrscheinlichsten zu erwarten, dass zunächst eher die leistungsschwächeren Rechner umgestellt werden.
Dann ist da auch noch die Frage nach der Leistungsfähigkeit der GPU. Professionelle Software hat da ggf.  höhere Ansprüche, als die Apple-eigene GPU leisten kann. Auch das spräche nach meiner Auffassung dafür, dass man es zunächst mit "Einsteigergeräten" zu tun haben wird.

Ich würde mir wünschen, dass die Software-Entwickler der "grossen Häuser" diesmal zügiger arbeiten und ihre Programme entsprechend anpassen. Wieder jahrelang mit "ausgebremster" Software arbeiten zu müssen, wäre schon frustrierend.
Da sollte Apple die Entwickler bei der anstehenden Umstellung wirklich optimal unterstützen.