PDF-Konverter PDFify wechselt zu Abo-Modell

16. Sep 2020 11:30 Uhr - Redaktion

Das vor zwei Jahren eingeführte Mac-Programm PDFify wurde mit Version 3.0 von einem Freeware- auf ein Abo-Modell umgestellt. Anwender können PDFify zum Preis von 0,99 Euro pro Monat oder 9,99 Euro pro Jahr mieten. PDFify konvertiert eingescannte oder abfotografierte Textdokumente in durchsuchbare PDF-Dateien (via OCR-Texterkennung).

PDFify erkennt weiter über 100 Sprachen, die Benutzeroberfläche liegt nun zusätzlich auf Deutsch vor. Die Texterkennung basiert unverändert auf der Open-Source-Software Tesseract. Apples Vision-Framework wird ebenfalls unterstützt, dies ist jedoch auf die englische Sprache beschränkt. Zur Unterstützung von macOS Big Sur gibt es noch keine Angaben.

 

PDFify
 
PDFify nur noch als Abo erhältlich.
Bild: Dirk Holtwick.

 

Die Software bietet direkte Scanner-Anbindung und unterstützt die Systemfunktion Kamera-Übergabe. Per Kamera-Übergabe landet ein mit dem iPhone aufgenommenes Bild direkt und automatisch in PDFify. Der Text der erstellten PDF-Dokumente lässt sich kopieren und in andere Programme, wie zum Beispiel eine Textverarbeitung, übertragen. PDFify bietet sich nach Angaben des Autors Dirk Holtwick auch für die Archivierung von E-Mails an.

Kommentare

Für ein Programm, dessen Kern-Technologie auf Open Source bzw. einem frei zugänglichen Apple Framework basiert, soll ich jeden Monat löhnen?

Da hörts doch echt auf...

Warum verspielen sich immer mehr Developer hart erarbeitete Sympathien durch solche Moves?

Und ja, es ist legitim, dass Entwickler Geld mit ihrer Arbeit verdienen. Aber wir User sind kein Melkvieh!!

Wahre Worte die auch mir, seit Adobe mit dieser unsäglichen Angewohnheit begonnen hat, regelmässig die Zornesröte ins Gesicht treibt. Dem kann man nur mit konsequenter Verweigerung beikommen.

Hallo, ich bin der Entwickler der App. Ich bin begeistert, dass ihr eine solche App offensichtlich in der Mittagspause programmiert bekommt und daher findet, dass sie nicht mal einen Euro im Monat wert ist. Ihr wisst schon, dass keine Software wirklich umsonst ist, meistens zahlt ihr mit euren Daten. Und dann wollt ihr auch noch schnellen Support, weil ihr nicht in die Hilfe geschaut habt. Natürlich soll auch immer alles direkt einwandfrei auf dem neuesten OS funktionieren, ist ja klar. Sich mit Apple rum zu schlagen muss ja auch ein Vergnügen sein. Und da der Entwickler Open Source oder vom Betriebssystem bereitgestellte Funktionen verwendet, ist der Rest nichts wert. Wenn ihr wüsstet, wie viel Zeit in so einer App steckt, würdet ihr glatt das 10fache zahlen wollen. Aber gut, vielleicht sehe ich das falsch und dann bitte ich die Freiwilligen vor es besser zu machen. Offensichtlich kann sich jeder einen Mac leisten, aber keiner eine App für einen Euro die ihnen mehrere Stunden Arbeit abnimmt. Denkt mal drüber nach, sonst verschwinden irgendwann solche Apps schneller aus den Stores als ihr denkt. Liebe Grüße, Dirk

Hallo Dirk Holtwick!

Schön, direkt von einem betroffenen Entwickler Feedback zu erhalten! Viele machen sich gar nicht mehr die Mühe für Kunden-Kontakt.

Zunächst wurde schon treffend angemerkt "es ist legitim, dass Entwickler Geld mit ihrer Arbeit verdienen" => dem schließe ich mich voll und ganz an (und wohl auch die meisten User).

Sie haben jede Berechtigung, für ihre (gute) Arbeit (ich mag PDFify) Geld zu verlangen!

Ich persönlich halte es jedoch für sehr problematisch und leider sehe ich das auch als negative Tendenz insgesamt am Markt, dass für die Bereitstellung einer App eine monatliche Gebühr entrichtet werden soll. Warum nicht z. B. 9,99€ einmalig? Das würde ich ohne mit der Wimper zu zucken zahlen. Ihr Programm Receipts gibt es doch auch als Kauf.

Mir ist auch klar, dass man dann keine lebenslangen Updates erwarten darf. Sie wiederum könnten dann z. B. in 4-5 Jahren eine komplett neue Version wieder für Einmalkauf veröffentlichen. Der User hätte dann die freie Wahl und vor allem die Freiheit, eine gekaufte Software nach Belieben zu nutzen. Das ist eben das Problem an der aktuellen Interpretation der Abo's: Keine Zahlung, keine Software. Andere Anbieter lösen es inzwischen intelligenter: Nach Beendigung des Abos bleibt die App immerhin funktionsfähig, halt ohne Updates.

Das Problem an den Abos ist eben der Zwang, ständig löhnen zu müssen. Das summiert sich, sehr schnell sogar. Wer kann sich das leisten, wenn es die Mehrzahl der Apps eines näheren oder ferneren Tages nur noch auf Abo gibt? Die inflationäre Verbreitung dieser Abos sorgt für Unmut, großen Unmut. Das sollten Sie als Entwickler wissen. Nix für ungut.

Ich bin der erste, der hervortritt, wenn es darum geht, für eine geleistete Arbeit entlöhnt zu werden. Die Arbeit die du damit geleistet hat, ist eine Entlöhnung definitiv wert! Keine Frage.

Aus der Sicht des Nutzers stellt sich jedoch die Frage, ob der Preis dem Nutzen entspricht. Für jemand der eine bestimmte App 3-4x pro Jahr benutzt, entspricht der Nutzen kaum einem Betrag von 10 Euro.

Ausserdem stösst einem schon der Gedanke daran sauer auf, dass man für eine sporadische Nutzung eines Angebots regelmässig zahlen soll. Wieso soll ich monatlich 50Euronen bezahlen, wenn ich die Strassenbahn bloss 7x im Jahr benutze? Hätte ich nicht die Möglichkeit, die Tickets pro Fahrt zu lösen, würde ich die Strassenbahn überhaupt gar nicht benutzen. So würde das halt bei pdfify (und ähnlichen Dienstprogrammen) auch wegfallen.

Wenn jemand den Dienst regelmässig nutzt, von dem du ausgehst, dass das alle tun, dann stimme ich dir zu, dass der Betrag zwar im Grenzbereich, aber durchaus gerechtfertigt ist. Ich selbst brauche die OCR kaum mal. Alle paar Jahre vielleicht. Dafür würde ich für eine überzeugende App durchaus 10Euros bezahlen – für fünf Jahre oder sechs.

Ein Kaufangebot bei dem zwar keine Funktionen hinzukommen, aber auf viele Jahre die vorhandenen Funktionen unterstützt werden (auf neuen Betriebssystemen), wäre sehr wünschenswert. Kommen neue, tolle Funktionen hinzu, die ein Nutzer haben will bzw. braucht, wird er ganz bestimmt gerne erneut zahlen und die neue Version kaufen.

Das meine Anregungen zum Thema.

(Zu meiner Entlastung: Ich habe pdfify mal vor 1-2 Jahren in einem Bundle oder Angebot geladen und kurz ausprobiert. Hatte mich nicht so überzeugt. Ich kann also nicht sagen, ob die neue Version mehr überzeugt und deshalb der Preis ok wäre.)

Ich habe auch erst die Augen verdreht, als ich die Reizworte "wechselt zu Abo-Modell" gelesen habe. Aber für einen Zehner im Jahr ist das wirklich kein Grund, sich aufzuregen.

Gute Software gibt es halt nicht umsonst. Und für den Gegenwert einer Kinokarte oder billigst einen Abend mit Freunden zu verbringen steht nun wirklich nicht die Zukunft des Abendlandes auf dem Spiel.

Leute, die die Software benötigen, werden nicht mit der Wimper zucken, um den Entwickler zu unterstützen. Und die, die sie nicht brauchen, müssen sich hier auch nicht zu Wort melden...

Hallo Dirk, Deine Argumente sind sehr einleuchtend und stichhaltig. Ich bin der Letzte der Selbstständige basht. Bin selber ausgebildeter Photograph seit 35 Jahren freiberuflich und weiß was es bedeutet. Aber so langsam nimmt es halt enorme Ausmaße an. Hier ein Fünfer, dort nochmal 20, drüben dann 120, und so weiter und so fort. Schnell wäre ich bei all der Software die ich zum arbeiten benötige, bei weit über 1000 € im Jahr. Und seien wir doch mal ehrlich, man benötigt nicht UNBEDINGT jedes Update (Sicherheit ausgenommen). Es gibt genügend Beispiele wo der Kunde die Wahl hat. Einzel-Lizenz kaufen mit der Option Updates überspringen zu können und Abo-Modell wo es denn halt ein paar mehr Zusätze oder Schmankerl oben drauf gibt. Aber man hat die Wahl! 

Einfach den Kunden an die Wand stellen nach dem Motto "gib mir die Kohle monatlich oder Du raus" ist halt nicht das gelbe vom Ei und entmündigt einen ein Stück weit.

Ich würde ja auch gern meine Fototermine als Abo verkaufen, nur leider zahlt mir keiner dafür. Im Gegenteil immer mehr "Pseudo-Fotografen" behaupten sie seien welche und machen nur Scheiße. Leider sind diese Termine aber weg für mich.

Das ist eine sehr berechtigte Anmerkung und ich bin froh, dass es sachlich beschrieben wurde.

Ich bin generell ganz Ihrer Meinung und würde es bevorzugen, wenn das einmal bezahlte behalten und benutzt werden könnte. Von Zeit zu Zeit müssen aber Anpassungen und Erweiterungen programmiert werden. Außerhalb des AppStores wird so etwas in der Regel über "Paid-Upgrades" geregelt.

Das bietet der AppStore allerdings nicht an. Da PDFify bereits im AppStore war, blieb für mich dann noch das Abo. Am meisten verdient hier übrigens auch Apple, weshalb Receipts-app.com überwiegend außerhalb des AppStores vertrieben wird.

Ich werde für eine Lifetime Lizenz anbieten, ich denke das sollte es ermöglichen die App zu unterstüzten und nicht in einem Abo hängenzubleiben.

Danke für das Feedback.

Theoretisch finde ich 10 Euro im Jahr sehr fair. Auch 1 Euro im Monat. Von daher weiß ich nicht, ob ich bei DEN Preisen hier gleich ein Faß aufmachen würde. 

Der Hund liegt halt woanders begraben: Es sind ja meist nur die Nutzer sauer, die die App regulär gekauft haben, weil ihnen plötzlich ein Produkt aus dem "Quasi-Besitz" entzogen wird. Es ist so, als würde ein bereits gekauftes Auto plötzlich "zwangsverleast" werden. (Freilich geht es beim Auto um andere Dimensionen. Aber das Produkt ist plötzlich nicht mehr unter den ursprünglich akzeptierten Bedingungen nutzbar.)

Ich fände es okay, wenn ein bisheriges Preismodell beibehalten wird. Entweder als alleinstehende Option (ggf. pro Hauptversion) oder mit zubuchbaren Abo-Features. So kann jeder entscheiden, was er nimmt. 

Bei 1Password gab's ja auch einen riesigen Aufschrei. Dann haben sie zurückgerudert und eine Kauflizenz wieder angeboten, aber mit grottigem Funktionsumfang. So sollte es natürlich auch nicht laufen. Ich hab 1Password komplett in die Tonne getreten und werde es auch keinem Kunden mehr empfehlen. Mir war das einfach zu gierig.

Das wahre Problem ist doch, dass die Entwickler ihre Apps immer billiger verkaufen wollten und später gemerkt haben, dass am Ende nichts übrig bleibt. Diese 2,99 oder 4,99 Euro Mentalität hat zu einem absoluten Verfall der Preise geführt. Früher haben wir für solche Apps auch schon mal 20 Euro/DM bezahlt und das Programm aber dann auch genutzt. Heute testeten viele die Programme und nutzen diese meist später nicht mehr, weil es ja nur 4,99 war. Jetzt versuchten einige Entwickler mit Abos an Geld zu kommen, was ja auch einfacher ist als Vollversionen und vergünstigte Updates anzubieten. Dieses Abo-Modell verspricht eine konstante Einnahmequelle, führt aber dazu, dass einige Entwickler dann die Weiterentwicklung mit interessanten Funktionen vergessen und nur noch aufs Bankkonto schauen. Warum nicht im Fall von PDFify beim Kauf 30 Euro verlangen und dann vergünstigte Updates anzubieten? Ah, man müsste ja die App mit nützlichen neuen Funktionen versehen und die Kundschaft vom Update überzeugen. Mit dem Abo kann man sich solche Anstrengungen sparen, der Kunde zahlt ja munter weiter. Für mich jedenfalls ist das Abo-Modell ein Fehler und ich meide Software, die nur auf diesen Weg verfügbar ist (beispielsweise von Adobe).

Hallo Dirk,
Deine erste Meldung war übrigens auch nicht gerade sachlich.
Da der App-Store keine Möglichkeit der kostenpflichtigen Updates anbietet, bleibt für Entwickler nur,
A. aus dem App-Store auszusteigen,
B. jedes Update als eigenständiges Programm im App-Store anzubieten - nicht schön - oder
C. keine weiteren Updates anzubieten.
Es ist doch in Ordnung, wenn ein Programm in einer bestimmten Version nur unter bestimmten Voraussetzungen läuft. Wer hat verlangt, dass Du eine neue Version rausbringst, nur weil Apple mal wieder ein neues Betriebssystem raushaut?
Bevor ich auf das neueste macOS upgrade, checke ich, welche meiner Programme darauf noch laufen. Und wenn mir die wichtig sind, der Hersteller aber keine passende neuere Programmversion parat hat, lasse ich es eben. Bin übrigens noch bei Mojave und voll zufrieden.
Ich gebe z.B. jedes Jahr ca. 50 EUR für das neueste Cubase aus. Das ist de facto auch so etwas wie ein Abo, nur dass ich es freiwillig mache, weil Fa. Steinberg auch immer neue Features einbaut. Keiner zwingt mich, das mitzumachen.
Ach und zu Deiner Sichtweise: Wir User bezahlen für das, was wir bekommen, nicht für den Zeitaufwand oder Stress, den Du mit Apple hast. Und ich würde niemals das 10fache bezahlen, wenn ich nur wüsste, wieviel Zeit in Deinem Projekt steckt. Ich würde aber das 10fache zahlen, wenn mir das Programm so viel wert wäre. Wenn aber kein User so viel Geld auszugeben bereit ist, dann ist die Software womöglich einfach nicht cool/nützlich/unterhaltsam/... genug.
Ganz einfach: Den Preis (für eine Lifetime-Lizenz) angemessen erhöhen und kein Abo-Zwang.
 

Hallo Herr Holtwick,

ich danke Ihnen für die offenen Worte und auch für ihr Engagement zur Entwicklung von PDFify! Ich sehe das wie User tonic und schließe mich seinen Ausführungen inhaltlich voll an. 

Ich habe PDFify vor 1 -  2 Jahren installiert und es in der Zeit einmal benötigt. Insofern ist ein Abo für mich uninteressant. Ich würde in 10 Jahren knapp 100 EUR ausgeben für etwas, das ich dann vielleicht fünfmal nutze… 

Wie andere hier auch, bevorzuge ich Einmalkäufe. Daher begrüße ich es sehr, dass Sie nun eine Lifetime-Lizenz anbieten wollen. 

...  ich finde das Modell von Setapp gut, besonders wenn man Apps selten benutzt. 10 Euro im Monat und ich habe fast alle Apps die brauche und muss nicht überall ein eigenes Abo abschliessen.

Ich sehe grad im Mac App Store, dass die vom Entwickler angekündigte Lifetime-Lizenz inzwischen angeboten wird: 24,99 EUR. Das entspricht etwa 2,5 Jahren Jahresabo. Finde, der Preis ist okay.