Mehrheit der Deutschen wünscht sich stärkere Teilhabe am digitalen Leben

21. Juni 2021 11:00 Uhr - Redaktion

Videotelefonie, Online-Shopping, Homeoffice: Die Deutschen wollen nicht mehr auf die Vorzüge der Digitalisierung verzichten. Für 90 Prozent der Bevölkerung sind digitale Technologien nicht mehr wegzudenken. Das ist ein zentrales Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Branchenverbands Bitkom im Auftrag der Initiative "Digital für alle" anlässlich des zweiten bundesweiten Digitaltags.

Gleichzeitig sieht eine Mehrheit (65 Prozent) das Land digital gespalten und befürchtet, dass nicht alle Menschen in gleichem Maße vom technologischen Fortschritt profitieren. Deutlich wird das unter anderem daran, dass mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) gerne stärker am digitalen Leben teilnehmen würde, sich aber zu wenig mit den entsprechenden Technologien auskennt. Ein Viertel (24 Prozent) traut sich oft nicht, Geräte wie Smartphone oder Computer zu nutzen – aus Angst, etwas falsch zu machen.

Wichtig sind den Befragten deshalb Maßnahmen, mit denen alle Zugang zur digitalen Welt erhalten und sich darin zurechtfinden. Dazu zählen vor allem die bessere Verfügbarkeit von Breitband-Internet (81 Prozent) und die Förderung von Medien- und Informationskompetenz in allen Altersgruppen (74 Prozent). Darüber hinaus erwarten 66 Prozent die barrierefreie Gestaltung digitaler Angebote, etwa durch einfache Bedienung und Erklärungen in leichter Sprache. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) plädiert für flächendeckende Unterstützung, zum Beispiel in Form von Begleitpersonen, die Hilfestellung zu Digitalthemen leisten.

 
Mehrheit der Deutschen wünscht sich stärkere Teilhabe am digitalen Leben
 
Digitalisierung: Nicht mehr wegzudenken, aber nicht alles muss unbedingt digitalisiert werden.
Bild: Bitkom.

 

"Eine deutliche Mehrheit der Menschen in Deutschland steht digitalen Technologien offen gegenüber – bis ins hohe Alter. Doch nicht alle können vom Fortschritt gleichermaßen profitieren. Sie wünschen sich mehr digitale Teilhabe durch Schulungen, Begleitpersonen und Lernräume. Es ist unsere gesamtgesellschaftliche Aufgabe, allen Menschen den selbstständigen und souveränen Umgang mit neuen Technologien zu ermöglichen", sagte Bitkom-Präsident Achim Berg bei der Vorstellung der Studie.

Digitale Technologien mit hoher Bedeutung für alle Lebensbereiche

Der Nutzung digitaler Technologien wird in fast allen Lebensbereichen eine große Bedeutung beigemessen, besonders für die Pflege sozialer Kontakte (85 Prozent). Für mehr als die Hälfte der Bevölkerung haben digitale Technologien auch in den Bereichen Gesundheit und Vorsorge (59 Prozent), Bildung (52 Prozent), Arbeit (51 Prozent) und Haushalt (50 Prozent) eine sehr große oder eher große Bedeutung.

Aber auch andere Bereiche profitieren von der Digitalisierung. So muss zur Teilnahme an Sportwetten keine Annahmestelle mehr aufgesucht werden. Auch dies geht inzwischen online, zum Beispiel kann man sich via Internet bei Tipwin anmelden.

Für 80 Prozent machen sie das Leben somit leichter und ermöglichen einen umfassenden Zugang zu relevanten Informationen (69 Prozent). Dennoch sind 87 Prozent der Befragten auch der Meinung, nicht alle Lebensbereiche müssten digitalisiert werden. Zudem fürchten 70 Prozent, der Staat würde mittels digitaler Technologien Wissen über sie erlangen. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) hat zudem Angst, dass Fremde Einblick in ihr Privatleben bekommen könnten.