Alte und defekte Elektrogeräte: Künftig mehr Rückgabestellen

29. Juni 2021 15:00 Uhr - Redaktion

Wohin mit alten oder defekten Computern, Smartphones, Fernsehern, Tablets, Monitoren und anderen Elektronikgeräten? Im Idealfall zu einem Wertstoffhof oder einer anderen Rückgabestelle, um die Hardware an Recycling-Fachfirmen weiterzuleiten mit dem Ziel, möglichst viele Materialien erneut zu verwenden. Ein neues Gesetz sieht nun mehr Rückgabestellen vor.

Nach dem Deutschen Bundestag hat vor kurzem auch der Deutsche Bundesrat ein entsprechendes Gesetz gebilligt. Dessen Ziel ist es, das Netz an Rückgabestellen auszuweiten, um die Sammelquote von Elektroschrott, aber auch wiederverwendbaren Geräten zu erhöhen. Die neuen Regeln sollen am 1. Januar 2022 in Kraft treten und nach fünf Jahren evaluiert werden.

Dazu wird unter anderem der Lebensmittelhandel in die Rücknahmepflicht einbezogen: Verbraucher können künftig Altgeräte in Läden zurückbringen, die mehr als 800 Quadratmeter Verkaufsfläche aufweisen und mehrmals im Jahr Elektrogeräte anbieten. Betroffen sind etwa 25.000 Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels.

 
Bundesbürger horten mehr als 200 Millionen ungenutzte Smartphones
 
Mehr als 200 Millionen Handys und Smartphones liegen ungenutzt herum.
Bild: Bitkom.

 

Für Hersteller gelten verschärfte Abholpflichten: Sie dürfen nur noch kleinere Sammelcontainer auf Wertstoffhöfen aufstellen, damit möglichst wenig Altgeräte beim Sammeln und Abholen zerstört werden, sondern für eine Wiederverwendung in Betracht kommen. Außerdem sieht das Gesetz neue Informationspflichten vor.

Die Grundlage des Gesetzes ist die europäische WWE-Richtlinie für Elektro- und Elektronikgeräte-Abfall. Diese schreibt ab dem Jahr 2019 eine Sammelquote von mindestens 65 Prozent vor. Mit einer Quote von 43,1 Prozent für das Jahr 2018 liegt Deutschland weit unter der vorgegebenen europäischen Zielmarke.

Eine bundesweite Regelung für Kleingeräte-Sammelcontainer - analog zu den Containern für Altglas, Kleidung usw. - gibt es jedoch noch immer nicht.

Mehr zum Thema bei der Verbraucherzentrale: "Elektroschrott: Diese Geräte und Gegenstände gehören ins Recycling".