Mac Pro: Wieder Gerüchte um Aktualisierung mit neuen Intel-Prozessoren

28. Juli 2021 12:30 Uhr - Redaktion

Im Juni kamen erstmals Gerüchte auf, wonach Apple angeblich eine letztmalige Auffrischung des Mac Pro mit Intel-Prozessoren plant. Diese Spekulationen haben nun weiteren Auftrieb erhalten. Nach Informationen eines Leakers soll der Mac Pro im kommenden Jahr mit den frisch angekündigten Xeon-Prozessoren der Ice-Lake-Reihe (W3300) aktualisiert werden. Sie bieten bis zu 38 Kerne - beim aktuellen Mac Pro sind es maximal 28 Kerne (Xeon Cascade Lake; W3200).

"Die Intel Xeon W-3300 Ice Lake Konfigurationen für den Apple Mac Pro 2022 würden bis zu 38 Kerne und 76 Threads bieten. Die Ice Lake Xeon W-3300 Workstation-Familie bietet Unterstützung für die LGA 4189 Sockelplattform mit bis zu 270 W TDP CPU-Unterstützung, 64 Gen 4 PCIe Lanes und 8-Kanal DDR4-3200 Speicher mit bis zu 4 TB Kapazität", heißt es in einem Bericht von Wccftech. Der von der Publikation zitierte Leaker soll in der Vergangenheit mehrfach zuverlässige Informationen zu kommenden Intel-Produkten geliefert haben - entsprechend wird seiner Aussage zu einem 2022er Intel-Mac-Pro nun viel Beachtung geschenkt.

 
Mac Pro
 
Mac Pro: 2022er Modell mit Xeon-Ice-Lake-Prozessoren?
Bild: Apple.

 

Es ist gut möglich, dass Apple beim Mac Pro für eine Übergangszeit zweigleisig fahren wird: Ein Modell mit aktuellen Intel-Prozessoren, um Kunden mit existierenden Workflows eine Upgrade-Option zu bieten, und ein zweites Modell mit hauseigenen Chips. Der Apple-Insider Mark Gurman hat diese Entwicklung unter Berufung auf Apple-nahe Quellen bereits zu Jahresbeginn wie folgt skizziert:

"Apple arbeitet außerdem an zwei neuen Mac-Pro-Desktop-Computern, den teuersten Macs, die nicht mit einem Bildschirm ausgestattet sind, so die Quellen. Eine Version ist ein direktes Update des aktuellen Mac Pro und wird weiterhin das gleiche Design wie die 2019 eingeführte Version verwenden. Apple hat erörtert, für dieses Modell weiterhin Intel-Prozessoren zu verwenden, anstatt auf eigene Chips umzusteigen.

Die zweite Version wird jedoch Apples eigene Prozessoren verwenden und weniger als halb so groß wie der aktuelle Mac Pro sein. Das Design wird größtenteils aus Aluminium bestehen und könnte Nostalgie für den Power Mac G4 Cube wecken, eine kurzlebige kleinere Version des Power Mac, dem Vorläufer des Mac Pro."

Ob es tatsächlich dazu kommen wird, bleibt abzuwarten. Erstens kursieren momentan sehr viele Gerüchte, zweitens können sich Apples Pläne natürlich ändern. Eine letztmalige Auffrischung des Intel-Mac-Pro würde für die Kunden jedenfalls die Sicherheit bieten, zumindest mittelfristig noch Zugriff auf Intel-basierte Mac-Systeme zu haben - wichtig für Workflows, für die eine Umstellung auf ARM-Macs auf absehbare Zeit nicht in Frage kommt. Außerdem würde Apple damit signalisieren, dass die Intel-Version von macOS noch viele Jahre weiter gepflegt wird - im Hinblick auf die Investitionssicherheit ein gewichtiges Argument.

Zur Einordnung ein Blick auf die Gesamtlage: Apple steckt mitten in der Umstellung auf hauseigene Prozessoren, die nach eigenem Bekunden im Jahr 2022 abgeschlossen werden soll. Die erste Phase mit den M1-Modellen (MacBook Air, 13-Zoll-MacBook-Pro, 24-Zoll-iMac, Mac mini) wurde bereits beendet. Als nächstes steht, diesbezüglich ist sich die Gerüchteküche einig, eine komplett überarbeitete MacBook-Pro-Generation (14 und 16 Zoll) mit leistungsstärkeren Apple-Prozessoren an - im Herbst soll es soweit sein.

Im Zeitraum Herbst 2021 bis Frühjahr 2022 wird zudem die Ablösung des 27-Zoll-iMacs durch ein Modell mit größerem Bildschirm und Apple-Chip erwartet. Auch eine leistungsstärkere Konfiguration des M1-Mac-mini ist in der Verlosung. Der Mac Pro dürfte als letzte Baureihe umgestellt werden - im Gespräch sind bis zu 32 CPU- und bis zu 128 GPU-Kerne.

Kommentare

Es gibt aktuell etliche Hersteller, die bei Umstellung und Zertifizierung für Apple Silicon trödeln (vor allem im High End Segment Audio/Video, aber nicht nur). Wenn es weiter einen Intel Mac Pro gibt, lässt man sich dort u. U. noch mehr Zeit für die notwendigen Anpassungen.

Daher finde ich eigentlich schon, dass Apple eher früher als später Schluss mit Intel machen sollte.

Andererseits kann ich natürlich auch verstehen, dass es Setups gibt, bei denen man froh ist, auch im Jahr 2023/2024 bei Bedarf noch einen Intel Mac Pro erwerben zu können, ohne alles auf einmal auf Apple Silicon umstellen zu müssen.

Schwierig...

Auf einen kleinen Apple Silicon Mac Pro wäre ich aber wirklich gespannt!

Es gibt nur einen Grund, weiter wenigstens einen Intel-Mac zur Verfügung zu haben, nämlich die Virtualisierung von Windows (Intel Version) und alten macOS X Versionen. Das ist nämlich mit den Apple Silicon Chips nicht möglich. Für die virtuellen Telefonanlagen (z.B. AGFEO HyperVoice) bis hin zu anderen Spezialanwendungen, die alte macOS X Versionen voraussetzen oder auch Intel-Windows-Versionen bis hin zu speziellen virtualisierten Intel-Unix-Anwendungen gibt es keine Alternative. Das wird den normalen Mac-Benutzer nicht kümmern, ist aber dennoch ein nicht zu unterschätzender Profi-Markt. Beides anzubieten, sprich macOS Versionen für Intel und Apple Silicon, erhöht auch die Planungssicherheit für bestehende Intel-Macs, deren Lebensdauer ja 10 Jahre und mehr beträgt.

Naja, was willst denn mit Windows in der Cloud, wenn lokale virtialisierte Systeme benötigt werden. Und dank unserer agilen Telekom sind an vielen Standorten einfach keine geeigneten Internetanschlüsse vorhanden, um größere Datenbestände brauchbar nach draussen zu verschieben.