Xserve vor dem Aus: Apple stellt Server ein

05. Nov. 2010 12:30 Uhr - sw

Überraschende Ankündigung von Apple: Der Computerkonzern stellt Weiterentwicklung und Verkauf des Xserve ein. Das Serversystem soll nur noch bis einschließlich 31. Januar 2011 angeboten werden, danach wird der Verkauf beendet.

Eine Begründung für die Einstellung des Xserve nennt Apple nicht. Das Unternehmen empfiehlt Kunden den Mac Pro und den Mac mini, beide mit Mac OS X Server, als Alternativen. Der Mac mini mit zwei Festplatten und Mac OS X Server sei "perfekt für Kleinunternehmen und Arbeitsgruppen mit bis zu 50 Mitarbeitern", so Apple. Außerdem sei das Gerät inzwischen das beliebteste Serversystem von Apple. Den Mac Pro empfiehlt Apple für Umgebungen, in denen hohe Ansprüche an Rechenleistung, Speicherkapazität und Erweiterbarkeit gestellt werden.

Der Support für den Xserve sei auch nach dem 31. Januar 2011 gewährleistet, so Apple. Weitere Einzelheiten erläutert der Hersteller in diesem PDF-Dokument.

(Nachtrag (15:30 Uhr): Vor dem Hintergrund der angekündigten Einstellung des Xserve hat Apple eine neue Mac-Pro-Konfiguration mit vorinstalliertem Mac OS X Server ins Programm aufgenommen. Sie bietet einen mit 2,8 GHz getakteten Xeon-Vierkernprozessor, acht GB Arbeitsspeicher, zwei Festplatten mit je 1000 GB Speicherkapazität und die Grafikkarte Radeon HD 5770 mit 1024 MB VRAM. Der Preis beträgt 2999 Dollar. Der Euro-Preis steht noch nicht fest.

Nachtrag (08. November): Steve Jobs: Nur sehr geringe Xserve-Nachfrage.

Nachtrag (09. November): Petition für den Fortbestand des Xserve.

Kommentare

noch dazu, das die server-software von apple wirklich eher mässig ist, vergleicht man sie mit linux basierender server-software.

Vielleicht ist es bald auch umgekehrt und das Angebot bestimmt die Nachfrage? Wie das?
Wenn wir als Kunden auf eine Technik oder ein Produkt setzen, dann rechnen wir mit entsprechender Kontinuität. Gerade im IT-Bereich nimmt diese jedoch zunehmend ab. Produkte und Software werden über den Klee gelobt angepriesen um - in fatalen Fällen - wenig später im Nichts zu verschwinden. Damit verbunden sind oft kapitale Ausgaben und strategische Entscheide bei Unternehmen.

Ich habe das mehrmals erlebt:

Apple QTVR: stirbt vor sich hin, Fazit: Equipment im Wert von mehreren 1000 Franken beerdigt.

Apple WebObjects: Genial, aber wann stirbt es? Das ist doch noch eine Frage der (eher kurzen) Zeit. Fazit: zum Glück gar nicht erst darauf gesetzt.

Adobe LiveMotion: Genial aber tot. Fazit: etliche Projekte, die ich nicht mehr editieren kann.

Adobe Golive: Besser (!) als Dreamweaver aber tot. Fazit: Umschulung zu Dreamweaver, Schaden klein, aber dennoch. Diverse Extensions zum Schmeissen

Die Liste liesse sich locker fortsetzen. Die wichtigste strategische IT-Frage ist doch heute: Auf welches Pferdl setzen's denn bitte?

Ich bin sowohl Apple Händler als auch Systemadministrator für Apple Netztwerke.
Mit der Nachricht, dass Apple den XServe einstellt und damit den kompletten Rückzug aus den Serverräumen und professionellen Lager startet, begeht Mr. Jobs wohl den größten Fehler in seiner CEO Laufbahn bei Apple.
Durch den Verlust der Apple Präsenz in den Serverräumen, wird man auch bald keine Apple Desktop Rechner bei den größeren Firmen sehen, warum auch.
Jeder der jetzt sagt aber es gibt doch den MacPro und den MacMini als Server, kommt nicht aus dem Bereich der Server.
1. Der MacPro verbraucht 12 HEs in einem Schrank. Keine der Bauteile sind auf einen 365 Tage 24 Stunden Serverbetrieb ausgelegt; kein Mensch braucht im Serverraum eine Grafikkarte mit 1GB Grafik-RAM
2. Vom Spielzeug MacMini möchte ich hier gar nicht reden, der hat in einem Serverraum sowieso nichts zu suchen
3. Keiner der Beiden Rechner Typen kommt mit LOM was eine Überwachung eines Serverraum nachzu unmöglich macht
4. Für kein Gerät gibt es Ersatzteilkits, die man sich im Serverraum auf Lager legen kann und so Ausfallzeiten minimiert
5. Es gibt keine redunanten Netzteile, keine der Festplatten oder Komponenten sind hot swap fähig.
All dieses führt dazu, das ich als SysAdmin solche Geräte gar nicht in hochverfügbaren Umgebungen einsetzten darf.
Man kann darauf warten das die Software OX-Server dann als nächstes eingestellt wird, weil es niemand mehr kauft und es nur noch "Toy-OS" geben wird.

Um sich alleine Mal den Platzunterschied zwischen einem XServe und einem MacPro klar zu machen folgendes: Ein Kunde von mir hat in einem Rack 24 XServe, das entspricht 24HE; mit MacPro bestückt würde das 288HEs ausmachen was ca. 7 Vollracks entspricht. Mal von der Stromversorgung, Lüftung und Kühlung ganz abgesehen. Das kann nicht funktionieren.

Ich könnte hier jetzt noch Seitenweise darüber schreiben, aber leider hab ich nur noch folgendes zu sagen:

Auf nimmer wiedersehen Apple bei den Profis - willkommen im Spielzeugland

Ich muss meinem Vor-Poster leider recht geben.
In allem was er schreibt.
Apple WTF ?!

Dass Apple den Xserve einstellt und damit keine Server-Hardware mehr herstellt, ist sehr schade und die Folgen kaum absehbar. Es passt leider nur zu gut in den derzeitigen Trend bei Apple, dass die OS X-Nutzer in der 2. Reihe stehen.

Winmac hat in allen Punkten Recht, so dass zu befürchten steht, dass OS X gerade auch bei vielen kleinen Unternehmen und Büros, die in Ihrer EDV keine zwei verschiedenen Betriebssysteme betreiben können oder wollen, keine Zukunft hat. Heutzutage kommt keine Netzwerk-Infrastruktur ohne 19"-Schrank aus (Verkabelung, Switche, TK-Anlagen, USV etc.), da ist es nur logisch, auch die Server-Hardware dort platzsparend unter zu bringen. Mac Pro und Mac mini entsprechen da nicht den Mindestanforderungen und können den Xserve nur schlecht ersetzen.

Dass der Xserve ggf. nicht kostendeckend ist und zu wenig Käufer fand, sollte im Sinne einer kompletten Produktpalette für Home- und Business-Anwendungen für ein Unternehmen wie Apple zweitrangig und anderweitig kompensierbar sein. So war die Einführung des Xserve seinerzeit nur konsequent, zeitgemäß und entsprach dem Stand der Technik. Die Einstellung des Xserve ist das genaue Gegenteil davon und nicht wenige werden sich nun nach Alternativen umsehen (müssen).

Schade Apple.

wovon ich die ganze zeit spreche.
apple wird mehr und mehr zum spielzeughersteller für lifestyler...locker handy zocken, ipadfummeln...man ist wer!
alles was seriösität und erbarbeitete professionalität ausmacht verschwindet hinter dem blendwerk " coolen outfits ". und alles was apple auf seinem absolut radikalen konsumenten-bindungs-weg stört, soll sterben ( darunter auch flash..) und wird mit billigsten argumenten abgehandelt.
am ende wird apple die luxusmarke für hobbyanwender werden, die neue generation von " homecomputern" für dummys.
wie gesagt, apps und slider überall - wie lange kocht mein teewasser schon....wie knacke ich eine nuss...andsoon, nur der sinn im ganzen fehlt mehr und mehr.
es ist nur noch um seiner selbst willen irgendwann da, sieht gut aus, kann man viel zeit mit totschlagen, aber arbeiten? arbeiten mach ich auf win7, dass kann man nämlich auch auf dem mac installieren.............