Apple stellt neue MacBook-Pro-Generation mit bis zu sechs Prozessorkernen und bis zu 32 GB RAM vor

12. Juli 2018 14:30 Uhr - Redaktion

Apple hat heute die Verfügbarkeit einer verbesserten MacBook-Pro-Generation bekannt gegeben. Die wichtigsten Neuerungen sind vier statt zwei Prozessorkerne in den 13,3-Zoll-Modellen und sechs statt vier Prozessorkerne sowie bis zu 32 statt 16 GB Arbeitsspeicher in den 15,4-Zoll-Konfigurationen. Ebenfalls neu sind eine überarbeitete Tastatur und die True-Tone-Displaytechnik.

Zum Einsatz kommen Intels aktuelle Core-i5-, Core-i7- und Core-i9-Prozessoren basierend auf der Architektur "Coffee Lake" (achte Generation). Die neue MacBook-Pro-Baureihe bietet laut Apple eine um bis zu doppelt so hohe Rechenleistung (13,3-Zoll-Modelle) bzw. eine um bis zu 70 Prozent höhere Rechenleistung (15,4-Zoll-Modelle) als die Vorgängergeneration aus dem Jahr 2017.

 
MacBook Pro

 

15,4-Zoll-MacBook-Pro jetzt mit sechs CPU-Kernen und bis zu 32 GB RAM.
Bild: Apple.

 

Bis zu 32 GB Arbeitsspeicher, True-Tone-Display, stärkere Akkus, leisere Tastatur

Zwei Kritikpunkte an den vorherigen Generation sind mit der 2018er Serie behoben worden. Erstens kann das 15,4-Zoll-MacBook-Pro nun mit bis zu 32 GB Arbeitsspeicher (DDR4-RAM mit 2,4 GHz) bestellt werden – ein häufig geäußerter Wunsch von Profi-Nutzern (zuvor war bei 16 GB Schluss). Zweitens soll ein neues Tastaturdesign (der dritten Generation) für einen leiseren Tastenanschlag sorgen.

Die von iPhone und iPad bekannte True-Tone-Displaytechnik hält nun auch beim MacBook Pro Einzug. Mit Hilfe von True-Tone werden "Farben und Intensität mithilfe von fortschrittlichen Mehrkanalsensoren an das Umgebungslicht angepasst, damit Bilder natürlicher aussehen", so Apple.

Apple verbaut Akkus mit höherer Kapazität, um den Leistungshunger der zusätzlichen CPU-Kerne und des etwas größeren Strombedarfs des DDR4-RAMs aufzufangen. In den 13,3-Zoll-Modellen kommt ein 58-Wattstunden-Akku zum Einsatz (zuvor 49,2 Wattstunden), in den 15,4-Zoll-Varianten ein 83,6-Wattstunden-Akku (zuvor 76 Wattstunden).

 
MacBook Pro Performance

 

2018er MacBook-Pro-Generation: Deutlicher Leistungszuwachs (Benchmark: Logic Pro X).
Bild: Apple.

 

Höhere Grafikleistung, T2-Chip, größere SSD-Laufwerke

Im neuen 13,3-Zoll-MacBook-Pro kommt der Grafikchip Iris Plus Graphics 655 zum Einsatz. Er sorgt durch mehr eDRAM (128 statt 64 MB) und eine höhere Taktung (bis zu 1,2 statt 1,05 GHz) für eine höhere Leistung im Vergleich zum Vorgänger Iris Plus Graphics 650.

In den neuen 15,4-Zoll-Konfigurationen verbaut Apple die AMD-Grafikchips Radeon Pro 555X (vier GB GDDR5-VRAM) und Radeon Pro 560X (vier GB GDDR5-VRAM), die ebenfalls für ein Leistungsplus gegenüber den Vorgängermodellen (Radeon Pro 555 mit zwei GB und Radeon Pro 560 mit vier GB) sorgen.

Eine weitere Neuerung der 2018er MacBook-Pro-Generation ist der T2-Chip, der erstmals im iMac Pro eingeführt wurde. "Mit dem Apple T2 Chip bietet das MacBook Pro jetzt verbesserte Systemsicherheit mit Unterstützung für sicheres Booten und on-the-fly verschlüsseltem Speicher und bringt 'Hey Siri' zum ersten Mal auf den Mac", erläutert der Hersteller.

Apple bietet zudem größere SSD-Laufwerke für die 2018er MacBook-Pro-Produktreihe an. Bei den 13,3-Zoll-Modellen lassen sich nun bis zu zwei TB große SSDs ordern (zuvor maximal ein TB), bei den 15,4-Zoll-Ausführungen sind es bis zu vier TB (zuvor maximal zwei TB).

 
MacBook Pro Performance

 

Auch Photoshop CC profitiert von der höheren Performance.
Bild: Apple.

 

Die neue MacBook-Pro-Generation im Überblick

13,3 Zoll mit Touch-Bar-Funktionsleiste und Touch-ID

• Vierkern-Core-i5 mit 2,3 GHz (via Turbo-Boost bis zu 3,8 GHz), acht GB LPDDR3-RAM, 256 GB SSD, Iris Plus Graphics 655, 4x Thunderbolt 3/USB-C. Preis: 1999 Euro. Vierkern-Core-i7 (2,7 bis 4,5 GHz) für 360 Euro Aufpreis. 16 GB RAM für 240 Euro Aufpreis.

• Vierkern-Core-i5 mit 2,3 GHz (via Turbo-Boost bis zu 3,8 GHz), acht GB LPDDR3-RAM, 512 GB SSD, Iris Plus Graphics 655, 4x Thunderbolt 3/USB-C. Preis: 2249 Euro. Vierkern-Core-i7 (2,7 bis 4,5 GHz) für 360 Euro Aufpreis. 16 GB RAM für 240 Euro Aufpreis.

15,4 Zoll mit Touch-Bar-Funktionsleiste und Touch-ID

• Sechskern-Core-i7 mit 2,2 GHz (via Turbo-Boost bis zu 4,1 GHz), 16 GB DDR4-RAM, 256 GB SSD, Radeon Pro 555X mit vier GB GDDR5-VRAM, 4x Thunderbolt 3/USB-C. Preis: 2799 Euro. Sechskern-Core-i9 (2,9 bis 4,8 GHz) für 480 Euro Aufpreis. 32 GB RAM für 480 Euro Aufpreis. Radeon Pro 560X für 120 Euro Aufpreis.

• Sechskern-Core-i7 mit 2,6 GHz (via Turbo-Boost bis zu 4,3 GHz), 16 GB DDR4-RAM, 512 GB SSD, Radeon Pro 560X mit vier GB GDDR5-VRAM, 4x Thunderbolt 3/USB-C. Preis: 3299 Euro. Sechskern-Core-i9 (2,9 bis 4,8 GHz) für 340 Euro Aufpreis. 32 GB RAM für 480 Euro Aufpreis.

Die Preise blieben damit gegenüber der 2017er Baureihe unverändert. Die Standardkonfigurationen sind binnen weniger Tage lieferbar und erreichen in Kürze die Apple-Retail-Stores sowie den Fachhandel. Die BTO-Varianten werden ab Ende des Monats ausgeliefert. Als Betriebssystem ist macOS High Sierra vorinstalliert. Die 13,3-Zoll-Modelle ohne Touch-Bar-Funktionsleiste wurden nicht aktualisiert.

Nachtrag (18:00 Uhr): Eine weitere Neuerung: Statt Bluetooth 4.2 steht bei den neuen Modellen Bluetooth 5.0 zur Verfügung.

Zum Thema:

• Apple nennt Details zum neuesten Softwareupdate für die 2018er MacBook-Pro-Generation (30. August)

• 2018er MacBook-Pro-Generation: Rabattschlacht im Handel läuft an (09. August)

• Apple: Update für neue MacBook-Pro-Generation behebt Problem mit thermalem Management (24. Juli)

• Neue MacBook-Pro-Generation unterstützt DisplayPort 1.3 und 1.4 (24. Juli)

• Magnetisches Ladekabel: MagSafe-Funktionalität bei neuer MacBook-Pro-Generation nachrüsten (23. Juli)

• Eine Betrachtung zur Performance der 2018er MacBook-Pro-Generation (20. Juli)

• Apple bestätigt: Verbesserte MacBook-Pro-Tastatur soll Eindringen von Schmutz verhindern (19. Juli)

• Neues 13,3-Zoll-MacBook-Pro: Alle Thunderbolt-3-Ports laufen mit voller Leistung (19. Juli)

• Neue MacBook-Pro-Generation jetzt in Apple-Ladengeschäften verfügbar, Preiskampf im Fachhandel beginnt (19. Juli)

• Weitere Details zur 2018er MacBook-Pro-Baureihe: Leisere Tasten, besserer Sound, True-Tone auch für Touch-Bar, T2-Chip (16. Juli)

• Neue MacBook-Pro-Generation: Erste Benchmarks belegen deutlichen Performance-Zuwachs (16. Juli)

• 2018er MacBook Pro: Schutzmembran für Butterfly-Mechanismus soll Tastatur-Probleme lösen (13. Juli)

• Neue MacBook-Pro-Generation: True-Tone-Funktion lässt sich ausschalten und unterstützt auch externe Bildschirme (13. Juli)

Kommentare

Mehr Leistung (sogar Core i9 als Option), endlich mehr RAM, überarbeitetes Tastatur-Design, True Tone Display, T2-Chip, schnellere Grafik, größere SSDs - Herz, was willst du mehr!

Ein absolut gelungenes Upgrade!

Technologisch hat Apple alles reingepackt, was auf dem aktuellen Stand der Technik ist. Der Performance-Zuwachs ist signifikant! Da kann man absolut nicht Meckern - was natürlich dennoch wieder einige Leute tun werden. ;-)

Bitte erst informieren, dann posten:

Preise sind identisch gegenüber der 2017er Serie.

Wer einige Wochen wartet, kann im Fachhandel mehrere Hundert Euro Rabatt abgreifen.

Fürs gleiche Geld bis zu 100% mehr Leistung. Dazu weitere Verbesserungen. Könnte schlimmer sein!

Erfahrungsgemäß sinken die Preise im Fachhandel 1-2 Monate nach der Einführung. Nicht nur immer die Preise direkt bei Apple sehen, sondern Preise im Web vergleichen. Das kleinste 15" von 2017 gibts bereits für unter 2300 €. Warte mal ein wenig ab, dann steht das 2018er auch da!

schade, dass sie die touchbar nicht für alle geräte optional halten. wenn ich ein 15 zoll gerät kaufen wollte, würde mich der zwang zu so einer unnötigen verschlimmbesserung die zudem noch den preis erhöht ganz schön nerven! die neuen 13 zoll ohne dieses teil sind aber ganz interessant... mal sehn...

Da sind jede Menge Verbesserungen dabei. Es werden die schnellsten und aktuellsten mobilen Chips von Intel eingesetzt - was soll es daran auszusetzen geben?

Zu True Tone: Kann man das abschalten? Bei farbverbindlichem Arbeiten könnte das problematisch sein.

Touch Bar: Mit BetterTouchTool ein Traum!

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Ich habe seit einem Jahr ein MBP 2017 und keinerlei Probleme mit der Tastatur. Auch mehrere Kollegen in der Firma nicht.

Das ganze Thema wird - wie leider heute üblich - medial aufgeblasen, nur weil es bei einigen wenigen Geräten Probleme gibt. Bad News sell.

Einzig das Tastengeräusch ist mir etwas zu laut. Wenn das jetzt behoben wurde, umso besser.

Quad-Core im 13" MBP finde ich sehr, sehr sexy!

Es handelt sich um eine per PCIe angebundene NVMe-SSD. Das ist keine Standard-, sondern eine High-End-Komponente.

Auf dem freien Markt gibt es 4 TiB in der Form nicht. Vergleichbare und erhältliche Größe kostet etwa 5 k€ Endkundenpreis bei einem ebenfalls Premium-Hersteller. Außerdem ist es verständlich, wenn ein Hersteller BTO-Produkte zu BTO-Preisen anbietet. Kleinmargen sind aufwendiger als die Massenproduktion.

Die mit der Vorversion vergleichbare MBP-Konfiguration liegst preislich auf derem Niveau, also hat sich nichts geändert.

Diese Neidlamentiererei ist jedes Mal amüsant. Wer es sich nicht leisten kann, muss sich halt mit weniger zufrieden geben. Schmerzt der Preis, blickt man in die falsche Richtung - der erste sollte immer ins eigene Portemonnaie und der zweite erst auf das Gewünschte fallen. Wenn ersteres zu schmal ist, muss man eben seine Wünsche revidieren. <shrug>

Von Bedürfnissen redet man am oberen Ende der Fahnenstange nicht mehr, das maxed-out MBP ist Luxus.

Lange hat es gedauert - das Warten hat sich m. E. gelohnt. So einen krassen Zuwachs an Rechenleistung hat man bei mobilen Macs lange, lange nicht gesehen.

Die Preise: Günstig war Apple noch nie, aber durch die aktuelle Technik und das Gesamtpaket sind die Preise vertretbar. Ich bin übrigens ebenfalls Schnäppchenjäger - wer regelmäßig auf Preissuchmaschinen unterwegs ist, kann zum Teil gute Deals für Macs abgreifen.

Akku: Das ist Jammern auf ziemlich hohem Niveau. Im Gegensatz zu vielen WIN-Herstellern stimmen bei Apple die Angaben zur Akku-Laufzeit wenigstens. Es wird mir doch niemand erzählen, dass er in der Laptoptasche kein Netzteil dabei hat...

@TheDoc: Unter iOS kann True Tone abgeschaltet werden. Das wird auch für macOS gelten.

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Dem kann ich mich in etwa halb anschließen. Auch ich würde mir wünschen, dass ein Gerät einen Arbeitstag durchhält - das wären regulär um die 12 h.

Es stellt sich die Frage, auf wieviele Pro-Nutzer das eine - kein Strom in erreichbarer Nähe - oder das andere - der Tag hat mehr als 9-10 h - dauerhaft zutrifft. Ich halte das Argument für ebensowenig zielführend, davon das Pro-Label am MB abhängig zu machen.

Wenn ich besondere Ansprüche habe, muss ich ggfs. ein anderes Gerät wählen, das diese erfüllt. Das spricht dem MB seine Pro-Eignung jedenfalls nicht generell ab. Aber ja, etwas mehr Dicke zugunsten eines leistungsfähigeren Akkus wünsche auch ich mir.

Kann man eine fehlende Netzteil-Steckdose nicht durch eine mitgebrachte Powerbank ausgleichen

So sehe ich das auch. Eine USB-C-Powerbank mit Power Delivery für Notebooks gibts mit 20.000+ mAh bei Amazon für kleines Geld (ca. 60 Euro). Lädt nebenher auch iOS-Geräte.

An der Akkulaufzeit von mobilen Macs habe ich seit Jahren nichts auszusetzen. Mit einigen Kniffen (Turbo Boost Abschaltung, ggf. dGPU deaktivieren) und den üblichen Maßnahmen (Helligkeit runter, Tastaturbeleuchtung aus, CPU-Fresser wie Flash meiden, Bluetooth gff. aus...) lässt sich gut zusätzliche Laufzeit herausholen.