Apple: Installierte Basis an Macs wächst weiter

03. Mai 2019 16:00 Uhr - Redaktion

In der Bilanzpressekonferenz anlässlich der Veröffentlichung der neuesten Quartalszahlen ließ sich Apple einige interessante Details zur aktuellen Situation der Mac-Sparte entlocken. Demnach wächst die installierte Basis an Macs beständig weiter und hat im vergangenen Quartal ein neues Allzeithoch erreicht.

Zuletzt nannte Apple im Oktober 2018 eine konkrete Zahl. Damals ließ der kalifornische Computerpionier verlauten, dass die installierte Mac-Basis die 100-Millionen-Marke geknackt hat. Seitdem gab es laut Apple ein kontinuierliches Wachstum. Zum Vergleich: Im Sommer 2014 waren es laut Apple 80 Millionen aktiv genutzte Macs. Der Hauptgrund für den beständigen Zuwachs an Mac-Nutzern: Rund 50 Prozent aller direkt von Apple verkauften Macs gehen an Neulinge – und das bereits seit Jahren.

Die Plattform prosperiert, auch das Softwareangebot wächst, wie namhafte Neuzugänge wie das Vektorzeichenprogramm CorelDraw (erstmals seit über 15 Jahren wieder für den Mac verfügbar), die Büro-Suite SoftMaker Office, der für den Unternehmenseinsatz konzipierten E-Mail-Lösung eM Client, die kollaborative Software Trello oder das bald verfügbare Affinity Publisher belegen. Durch die Rekordzahl an aktiv genutzten Macs ist die Plattform für Hard- und Softwarehersteller interessanter denn je.

 
Mac mini
 
Bei Nutzern sehr beliebt: Der neue Mac mini mit bis zu sechs CPU-Kernen und 64 GB RAM.
Bild: Apple.

 

Apple erwirtschaftete im letzten Quartal 5,5 Milliarden US-Dollar Umsatz mit Macs, dies entspricht einem leichten Rückgang von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Nach Angaben von Apple im Conference-Call ist das Minus auf die unzureichende Verfügbarkeit von Intel-Prozessoren für besonders beliebte Mac-Modelle zurückzuführen. Ohne diesen Umstand wäre die Mac-Sparte gewachsen, so Apple.

Die Aussagen der Kalifornier dürften Spekulationen über eine mittelfristige Abkehr von Intel-Prozessoren befeuern. Im Vorfeld der Apple-Entwicklerkonferenz WWDC 2019 ist es um dieses Thema zwar sehr ruhig, dennoch gehen viele Insider davon aus, dass der Computerkonzern ab dem kommenden Jahr schrittweise auf hauseigene ARM-basierte CPUs umstellen wird.

MacGadget hat dieses Thema erst im Februar ausführlich beleuchtet, siehe unser Artikel: "Intel erwartet Umstellung von Macs auf ARM-Prozessoren ab dem Jahr 2020". Während Apple zugetraut wird, leistungsstarke CPUs für Desktops und Notebooks zu entwickeln, die in puncto Performance mit Intel-Chips konkurrieren können, aber zugleich wesentlich stromsparender sind, bleibt die Frage der x86-Unterstützung (Stichworte: Virtualisierung von Windows, Portierung von Software...) weiter offen. Aber wer weiß – vielleicht liegt der Schlüssel für diese Frage in der immer engeren Zusammenarbeit zwischen Apple und dem x86-Lizenznehmer AMD (AMD64 etc.).

Kommentare

ARM-Prozessoren von Apple mit integriertem AMD-Coprozessor für native x86-Befehlsausführung (wobei die eigentlichen Berechnungen an ARM weitergereicht werden)? Das könnte doch der Königsweg sein, um das beste aus beiden Welten (konkurrenzlose Watt/Performance auf ARM-Basis + nativer x86 Befehlssupport für Virtualisierung) zu vereinen. Ich formuliere das ausdrücklich als Frage, denn ich bin da kein Experte.

Intel kriegt es einfach nicht mehr auf die Kette, seit Jahren schon nicht mehr. 10nm sollte schon seit 3-4 Jahren da sein, jetzt soll es 2020 werden. Ständige Lieferverzögerungen selbst bei 14nm, überteuerte Preise und kaum noch Innovationen. Und Apple kann da nichts machen, sondern ist auf Intels Gnaden angewiesen. Mich würde das als Hersteller auch episch aufregen.

1. Die ARM Prozessoren von Apple sind für das iPhone optimiert, eine Eigenentwicklung lohnt sich, weil ca. 10x mehr iPhones als Macs verkauft werden

2. Die Intel-Prozessoren sind nach wie vor konkurrenzfähig, mein MacBook Pro ist schnell und läuft über 9 Stunden mit Akku

3. Wozu einen riesigen Aufwand (auch für die Softwareentwickler, mit einem Re-Compile ist es oft nicht getan) produzieren ?

4. Mir persönlich wäre ein MBP mit vernünftiger Tastatur (mehr Tastenweg, vollwertige Pfeiltasten) wichtiger als etwas mehr Akku-Laufzeit

5. Apple hat viele Dinge angefangen (z.B. den Servermarkt mehrfach aufgerollt) um nach einen Richtungswechsel die Entwicklung zu stoppen - ich denke Apple ist gut beraten die Mac-Prozessorentwicklung Intel (oder AMD) zu überlassen...

Xyzzy

Zu 1) Wenn Apple das wirklich vorhat, dürften sie speziell für Macs (Desktops wie Notebooks) konzipierte ARM-Versionen entwickelt haben. Mit einem Smartphone-Chip ist es natürlich nicht getan, in dem hier im letzten Absatz verlinkten Artikel ist das gut beschrieben. Wer weiß schon, woran Apple die letzten 5 Jahre in geheimen Labors gearbeitet hat.

Zu 2) Intel ist thermal nicht mehr auf der Höhe der Zeit (noch immer 14nm), sauteuer und Apple kriegt von Intel keine Extrawürste, Apple hat das zu nehmen, was Intel bietet. An der Leistung von 8. oder 9. Generation von Intel-CPUs gibt es andererseits nichts auszusetzen, da geb ich dir recht. Siehe Mac mini 2018, MacBook Pro 2018 oder iMac 2019 - die Dinger fliegen.

Zu 3) Eben doch. Wenn das Programm 64-Bit ist, Metal unterstützt sowie Swift und Cocoa, dürfte es genau mit diesem Recompile getan sein. Alles andere regelt das OS.

Wenn man die Performance-Entwicklung von Apples Ax CPUs in den letzten Jahren darstellt, dies auf die Zukunft projiziert, dabei spezielle Versionen für Desktops/Notebooks in Betracht zieht und die thermalen Vorteile der Apple-Chips (bald 5nm) hinzu addiert, kommt irgendwie schon ein stimmiges Gesamtbild heraus. Und: Apple wäre auf Intel nicht mehr angewiesen, kann selbst so designen, wie es benötigt wird (exklusive Features für Macs) und braucht nicht mehr Intels Marge bezahlen, sondern kann selbst günstig produzieren lassen. Mehr Leistung bei gleichzeitig niedrigerem Energieverbrauch/längerer Akkulaufzeit und niedrigeren Herstellungskosten?

Aber klar: Ein Architekturwechsel zieht immer einen Rattenschwanz an Konsequenzen nach sich. Ich bin hin- und hergerissen (u. a. weil x86 Support zumindest im Jahr 2019 noch wichtig ist), aber die Vorteile eines solchen Schritts wären unübersehbar.