Deutsche Schulen sind meist Smartphone-freie Zonen

24. Juni 2019 12:00 Uhr - Redaktion

Smartphones stehen in den meisten deutschen Schulen auf dem Index. In mehr als der Hälfte der Schulen (54 Prozent) sind die Geräte im Unterricht verboten. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von gut 500 Lehrern der Sekundarstufe I im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Demnach gibt es in jeder sechsten Schule (16 Prozent) sogar ein generelles Smartphone-Verbot – also auch in den Pausen. In vielen Fällen ist die Nutzung je nach Lehrer und Fach unterschiedlich geregelt. In 45 Prozent der Schulen sind Smartphones bei bestimmten Lehrern verboten, in 43 Prozent in bestimmten Fächern. Lediglich in vier Prozent der Schulen gibt es überhaupt kein Verbot.

 
Smartphones in deutschen Schulen
 
Deutsche Schulen sind meist Smartphone-freie Zonen.
Bild: Bitkom.

 

"Smartphones sind für die allermeisten Menschen unverzichtbare Begleiter in allen Lebenslagen – auch für Kinder und Jugendliche. Zwei Drittel der Zehn- bis Elfjährigen besitzen ein eigenes. Verbote ignorieren die Realität und bewirken oft das Gegenteil", sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. "Statt Smartphones wegzusperren, sollten wir unseren Kindern lieber so früh wie möglich beibringen, verantwortungsvoll damit umzugehen und sich sicher, souverän und selbstbewusst in der digitalen Welt zu bewegen."

Während nahezu jeder Lehrer privat ein Smartphone nutzt (98 Prozent), spielt das Gerät im Unterrichtsalltag keine Rolle. Neun von zehn Lehrern (90 Prozent) setzen es nie im Unterricht ein, acht Prozent allenfalls in Ausnahmefällen. Dagegen hält sich ein Relikt aus analogen Zeiten weiter wacker: der Overhead-Projektor. Drei von vier Lehrern (78 Prozent) setzen dieses Gerät an allen Unterrichtstagen, regelmäßig oder zumindest in Ausnahmefällen ein.

"Der Unterrichtsalltag scheint sich im Vergleich zum 20. Jahrhundert kaum verändert zu haben. Dabei sind digitale Geräte und Medien wie Smartphone, Tablet oder interaktive Whiteboards den klassischen Unterrichtsmitteln wie Tafel oder Overhead-Projektor weit überlegen", sagt Berg. "Unterrichtsinhalte können mit digitalen Technologien besser und zielgerichteter vermittelt werden. So passen adaptive Lernsysteme das Lernangebot genau an den persönlichen Wissenstand und Lernfortschritt des Schülers an und ermöglichen so eine sehr individuelle Förderung."

Kommentare

Bin mit den Aussagen nicht ganz einverstanden.

Verantwortungsvoll damit umzugehen ist eine Sache und wäre auch gut.

Die Realität sieht aber anders aus.

Die Kinder und Jugendlichen unterhalten sich nicht mehr untereinander sondern chatten lieber per WhatsApp mit anderen.

Sie geben alles preis, weil es so "geil" ist.

Da nutzt es nicht wenn evtl in der Stunde davor im Unterricht über die Gefahren gesprochen wurde.

Sobald sie das Handy und Handy haben, ist alles vergessen.

Das ist die Realität!

... und sie leben doch!

Schade, so sieht ein Artikel aus von jemanden, der die Schule wahrscheinlich nur noch aus seiner eigenen Schulzeit kennt. Mit der Realität hat das nichts zu tun.

 

In den Schulen rieselt der Kalk von der Decke, es regnet rein, es wird kein Geld oder sehr wenig Geld für Bildung ausgegeben, dementsprechend sieht auch die digitale Ausstattung aus.

 

Natürlich sind die Geräte im Unterricht verboten, ein Gerät mit so hohem Ablenkungspotenzial hat im Unterricht nichts zu suchen. Die Versuchung ist groß nur mal eben eine WhatsApp zu schicken, seine Mails zu checken, mal eben was googeln oder ein kurzes Spielchen zu wagen im langweiligen Deutsch- Mathe- oder Sonstwas Unterricht. So sieht es dann bei dem „bring-your-own-Devise-konzept aus, das von der Politik propagiert wird (weil es fast nichts kostet). Das hat mit Schule dann aber nicht mehr viel zu tun.

 

Es kann ja nicht die Aufgabe der Schulen sein den Schülern das Chatten, Appen oder sonstiges beizubringen, die Schule soll Grundqualifikation beibringen wie richtig schreiben, richtig rechnen ua. Die ein oder andere Sachen ist dann vielleicht auch mal Aufgabe der Eltern.

 

Tablets als Werkzeug einsetzen, das kann nur funktionieren wenn diese Tabletts von der Schule administriert werden und auf diesen Tabletts sich nur Programme befinden die als Werkzeug im Unterricht eingesetzt werden können. Das ist aber in dem finanziellen Rahmen, der jetzt zur Verfügung steht, nicht möglich.