Mac wirklich so unsicher?

13. Aug. 2019 07:21 Uhr - cheburashka

In Spiegel online

https://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/apple-hacker-patrick-wardle-ein-mac-ist-leicht-zu-hacken-a-1281361.html

ist ein Artikel der behauptet Windows sei deutlich sicherer als Macs für Viren!

Ich bin nicht genug Experte um das zu beurteilen?

Was meint Ihr?

macmark.de

Kurz: Fake News oder bashing, ohne Grundlage.

sollte  es einem auch in der Praxis schon mal untergekommen sein. Die Wirklichkeit sieht aber so aus, dass ich in den letzten 10 Jahren von keinen einzigen Mac gehört habe, der im Alltagsgebrauch von Viren befallen war (abgesehen von verschleppten Windowsviren, die dem Mac nichts anhaben können), wohingegen es bei anderen Systemen doch an der Tagesordnung ist. Er sagt ja auch nicht, er wird gehackt, sonder er kann gehackt werden. Kann ist natürlich immer möglich. Theoretisch kann man im Lotto gewinnen, nur wie oft passiert es?

Seit kurzem ist er bei Jamf beschäftigt (seine Firma wurde übernommen) - da rührt er offenbar mächtig die Werbetrommel.

Scheint sehr von sich überzeugt zu sein, so wie er gegen Apple austeilt. Vielleicht etwas angesäuert, weil er keinen Job bei Apple gekriegt hat?

Ich muss @rhmac voll zustimmen - machbar ist in der Theorie vieles. De facto ist macOS jedoch sehr gut abgesichert und Catalina geht da noch einen Schritt weiter: Das Kernsystem ist komplett isoliert, da kann eine Malware, die eine ungepatchte Sicherheitslücke ausnutzt, keinen Schaden mehr anrichten.

Ich habe ebenfalls in den fast 20 Jahren noch nie auch nur eine einzige Malware auf meinen Macs gefunden. Ich verzichte übrigens auf "Virenscanner" von Drittherstellern. Apple wacht sehr streng über das Thema Mac Sicherheit und reagiert meistens sehr zügig auf Bedrohungen.

Wenn Wardle nun behauptet, Windows sei sicherer als macOS, dann ist das für mich schlichtweg Werbung für seine selbst entwickelte Sicherheitslösung.

Der Artikel des Spiegel leider völlig einseitig. macmark.de wäre da eine gute Quelle gewesen, um andere Perspektiven einzubringen.

Ich lese den Artikel etwas anders. Ich lese: Man solle nicht völlig sorglos sein, dass der Mac eine uneinnehmbare Festung sei. Und das ist sicher ein Hinweis, den man beherzigen sollte. Mir persönlich reichen weder die Quellen, die Apple für völlig sicher halten, noch die, die das Gegenteil behaupten, als Nachweis für oder gegen die Sicherheit der Macs.

Fakt ist aber wohl, dass das Schadsoftwarebefallrisiko bei Windowsrechnern erheblich höher ist. Meine Freundin hatte ihren Win8-Rechner neulich checken lassen, nachdem sie einen Anhang unbekannter Herkunft angeklickt hat. Die Antivierensoftware hat 48 Schädlinge angezeigt.

Mein Kollege hat neulich eine Bewerbung mit .LNK Dateien erhalten. Wir wissen nicht, was dahintersteckte, weil es uns komisch vorkam und wir nichts angeklickt haben. Theoretisch hätten es aber Verknüpfungen mit.EXE Dateien sein können. Für den Mac wohl unproblematisch. Was ein Win-Rechner mit den Dateien angefangen bzw. sich eingefangen hätte? Ich möchte lieber nicht darüber nachdenken.

Weder in der IT noch generell im Leben.

Ich glaube kaum, dass jemand ernsthaft bestreitet, dass auch ein Mac angreifbar sein kann.

Aufgrund der fortschrittlichen Sicherheitsarchitektur des Macs kann jedoch potentiell viel weniger Schaden angerichtet werden, falls mal eine Malware durchschlüpft.

Die beste Schutzfunktion sitzt übrigens immer vor dem Rechner: Gehirn einschalten! 😉

Lesematerial:

https://www.apple.com/de/macos/security/

https://www.apple.com/de/business/resources/docs/macOS_Security_Overvie…

Im PDF mal nach XProtect suchen - sehr aufschlussreich. Apple macht nicht viel Aufhebens darum, daher sind die Sicherheitsmechaniken nur wenigen Usern bekannt. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass viele User ihren Mac mit Anti-Viren-Müllsoftware beladen, zum Teil sogar dafür bezahlen 🙈 und eine potentielle Fehlerquelle mehr haben. Von der schlechteren Leistung und kürzeren Akkulaufzeit gar nicht erst zu reden. 😡

Seit über 20 Jahren benutze ich Macs ohne zusätzliche Schutz-Software. Der schlimmste Virus, den ich mir in dieser Zeit eingefangen haben, war T-Online, weil ich eine unüberlegt eine CD von den Spacken eingelegt hatte.

dass Macs sicherer sind als PCs. Sie haben lediglich das Glück um Faktor 10 oder mehr in der Minderzahl zu sein.  Irgendwann kommt einer auf die Idee, dass man auch mit nur 10 % aller Computer bei den meist besser betuchten Mac Usern richtig Kohle holen kann und arbeitet sich halt ein. 

wenn einer schreibt, Windows kann von Viren befallen werden, dann ist das doch ein Flop und eine Lachnummer. Wenn man aber dasselbe über den Mac schreibt, dann ist es eine Sensation. Das ist so wie wenn man in der Wüste einen Pinguin sichtet.

Die Antivirensoftware kann ja theoretisch schon gar nichts nutzen, weil sie dank "Systemschutz" gar keinen Zugriff auf den Systemordner des Mac hat, Außer der Nutzer deaktiviert die eingebaute Schutzfunktion, was eine dumme Idee ist. Dann sollte man sich auch nicht beklagen, wenn man gehackt wird. Manche Drittanbieter schlagen es dennoch vor oder noch schlimmer schieben es dem ahnungslosen Benutzer einfach unter.  Die eigene Person ist ein Problem auch am Mac, das sollte man nie vergessen.

Ich glaube nicht , dass die meisten Betrüger Glücksspieler sind, sondern eher gezielt bekannte Sicherheitslücken nutzen, die ja veröffentlicht werden und damit ohne große Eigeninitiative und Einarbeitung leicht auffindbar sind. Nun sieht es so aus, dass die meisten Applegeräte auf aktuellem Stand laufen, während in der Windows- und Android-Welt nur eine kleine Fraktion mit aktuellen Betriebsystemen arbeitet. Es ist ziemlich klar, wo die leichte Beute ist.

und steht damit in der althergebrachten Überlieferung nicht unbedingt im Gegensatz zum Verstand. In der englischen Übersetzung kommt dies besser zum Ausdruck in "belief", was ursprünglich  nur "be-alive" ohne in oder an aussagt. Dies kann mit oder ohne Verstand mehr oder weniger gelingen. Der Verstand ist in dem Sinne auch keine intellektuelle Leistung des rationalen Denkens, sondern kommt von "stehen", auf sicherem Boden stehen oder so. Nur als kleiner Einwurf am Rande des Themas gemeint.