Software zur Miete: Auch Airmail für macOS wechselt auf Abo-Modell

13. Febr. 2020 15:00 Uhr - Redaktion

Nach dem Kalender Fantastical, dem Produktivitätstool Dropzone und dem Clipboard-Manager Paste wechselt mit der E-Mail-Software Airmail binnen kurzer Zeit eine weitere bekannte Mac-Anwendung auf das umstrittene Abo-Modell: 3,49 Euro pro Monat oder 10,99 Euro pro Jahr kostet die Nutzung des neuen Airmail 4 Pro. Die iOS/iPadOS-Version gibt es bereits seit vergangenem Sommer nur noch zur Miete.

Eine Begründung für die Umstellung des Geschäftsmodells nannte der Hersteller in der Presseaussendung zu Airmail 4 Pro nicht. Der Trend, dass immer mehr Entwickler ihr Heil in Abos suchen, ist jedoch unverkennbar. Ob die Nutzer diesem Trend folgen, bleibt offen - das Thema wird unverändert kontrovers diskutiert. Die Zeit wird zeigen, welche Programme in einigen Jahren übrig bleiben. Im iOS-App-Store sind die Bewertungen für Airmail seit Einführung des Abos jedenfalls abgestürzt - auf nur noch 1,7 von 5,0 Punkten.

 

Airmail
 
E-Mail-Client Airmail jetzt nur noch als Abo.
Bild: Bloop S.R.L.

 

Eine Basisfunktionalität von Airmail 4 kann kostenlos genutzt werden. Wer Airmail 3 gekauft hat, soll den bisherigen Funktionsumfang weiter nutzen können. Ob das "Airmail Legacy" künftig zumindest noch Bug-Fixes erhält, ist unklar. Das Airmail-Pro-Abo schließt nach Herstellerangaben die Ausführungen für macOS und iOS/iPadOS ein.

Die Neuerungen von Airmail 4 Pro beschreibt der Hersteller nur in Stichpunkten: "New Design, New Smart Inbox, New Search, New Themes, New Rendering, Custom Actions, Live Support, Access to iPhone and iPad".

Kommentare

Für mich sehen diese Abo-Geschichten wie der letzte Versuch aus, die eigene Userbasis noch abzugrasen und die Software dann langsam auslaufen zu lassen.

Mir reichts - ich wechsle von Airmail auf Thunderbird und spende ab und an für das Projekt. 1Password hab ich auch schon durch KeePassXC ersetzt. Open Source wird immer attraktiver.

Seitdem das von Adobe losgetreten worden ist, favourisieren immer mehr Anbieter dieses kundenunfreundliche Abzocke-Modell.

Ein Grund mehr bei AppleMail zu bleiben. Dieses Programm kann alles, was ein Mail-Client können muss und ist hervorragend in das System integriert.

Abomodelle bei Adobe verstehe ich - was davor in Agenturen an Raubkopien gezogen wurde, geht über keine Kuhhaut. Die Ethik war sowas von unterirdisch.

Zudem kommt: Alleine Photoshop 1.0 würde aus heutiger Sicht (inflationsbereinigt) fast 900 Euros kosten - dafür kann man den aktuellen PSD 39 Monate mieten - nach drei Jahren hätte man dazumals etwa PSD 2.5 upgraded.

Die Master Collection kauften wir zuletzt für 4800 CHF - heute haben wir die ganze Suite für 58 CHF - Der damalige Kaufpreis entspricht ÜBER 6 JAHRE an Abokosten. Nicht beachtet, dass es ja jedes Jahr Updgrade-Kosten gab.
Fazit: Ehrliche SW-Käufer hätten bei Adobe im Kaufmodell deutlich mehr ausgegeben als heute. Da versteh ich wirklich kein Gejammer.

Aaaaber:  Bei kleinen Progrämmchen, wie Kalender, Notiz-Apps, E-Mail-Programmen, etc. ist das Abo-Modell doof.

Ein E-Mail-Client, der einen komplett anderen Ansatz verfolgt: Gruppierunge der Mails nach Personen. Sehr ungewohnt am Anfang, aber wenn man mal drin ist, kann man sich keinen anderen E-Mail-Cleint mehr vorstellen.

Die iPhone-App ist buggy, aber die Mac-Version ist wirklich cool. Ich weiss nicht, wie sehr die App noch gepflegt wird. Aber ich würde nur unter Androhung wechseln ;-).

Abomodelle bei Adobe verstehe ich - was davor in Agenturen an Raubkopien gezogen wurde, geht über keine Kuhhaut. Die Ethik war sowas von unterirdisch. ...

Aaaaber:  Bei kleinen Progrämmchen, wie Kalender, Notiz-Apps, E-Mail-Programmen, etc. ist das Abo-Modell doof.

Abomodelle mit amerikanischen Firmen sollte man nicht abschließen, solange ein infantiler Tyrann den POTUS gibt. Wer weiß schon, aus welchem Grund er welchen Staat er am nächsten Tag  zum Shithole Country erklärt, mit dem amerikanische Unternehmen bitte keinen Handel mehr treiben dürfen. Dann zieht es Dir so schnell den Teppich unter den Füßen weg, dass Du keine Daten mehr retten kannst.

Na ja, Adobe ist nun eigentlich nicht gerade ein Positivbeispiel. Die Preise von Adobe sind eigentlich nur durch Fehlentscheidungen der Kartellbehörden zu erklären. Adobe kaufte stets Konkurrenten auf und nahm die Produkte vom Markt. Richtige Innovationen gibt es von dieser Firma eigentlich schon lange nicht mehr. Und die frühere Produktpflege aus der Vor-Abo-Zeit war ja wegen ihrer kurzen Dauer auch kein Ruhmesblatt. 

Seit der Einführung der Abos haben sie beträchtliche Gewinne angehäuft. Man fragt sich, was sie damit machen.

Ich bin froh, dass sich seit einiger Zeit doch wieder einige Konkurrenten gefunden haben, die Adobe ein bisschen Druck machen. 

Rudluc, da könnte ich dir nicht mehr zustimmen - ich nutze statt Illustrator und InDesign nur noch Affinity Designer und Affinity Publisher - erfrischend, kann ich nur sagen! Photoshop ist halt noch immer ein eigenes Universum - das Programm erachte ich heute noch als unschlagbar. Aber auch da rüttelt die Konkurrenz (zum Glück) recht stark.

Mein erster Kommentar bezog sich nur auf Abo vs. Kauf.

... diese Abo-Geschichte.

Weil damit für die jeweilige Software die Frage gestellt wird ˋist mir diese Leistung soundsoviel im Monat wert?´ - und die Antwort (augenscheinlich) oft ˋnein ´ lautet.

Irgendwelcher Firlefanz, ein ˋnice to have ´ etc fallen da durch, und verschwinden über kurz oder lang. Und die ˋGuten ´ bleiben und bekommen, was den Benutzern eben diese Leistung wert ist.

Ich habe ein einziges Abo (Ulysses) und das ist mir die 30 € im Jahr (Rabatt, weil Altkunde) mehr als wert - nach sorgfältiger und wiederholter Prüfung. Sonst hat es keine App bis dahin geschafft.

Voraussetzung ist halt Funktionalität und Support, rasche Fehlerbehebung und - ganz wichtig - dass ich so eine App wirklich benötige. Und nicht nur zum Spass habe.

Von daher: Abo ist OK ... so oder so.

(Meistens, weil es ein guter Grund zur Trennung ist, aber ... auch OK) 

Wir Kunden haben es in der Hand.

Stoppt den Abo-Wahn!

Faire Bezahlung (Kauf/Upgrades) ja, Abos für jeden Mist ganz klar nein. Das kann sich kaum jemand auf Dauer leisten. Man verliert schnell den Überblick. Zahlt man nicht mehr, sind alle Daten futsch. Nein, nicht mit mir.

Ich bin sehr gespannt, wie der Markt in 2-3 Jahren aussehen wird.