Adobe testet native Version von Illustrator für Macs mit Apple-Prozessoren

06. Apr. 2021 13:30 Uhr - Redaktion

Bei Adobe befindet sich nach Premiere Pro und InDesign ab sofort auch die Vektorzeichensoftware Illustrator als ARM-native Version im Betatest. Sie kann von Creative-Cloud-Abonnenten heruntergeladen werden, ist noch unvollständig und für den Produktiveinsatz nicht geeignet.

"Wir freuen uns, die erste Beta-Version von Illustrator bekannt zu geben, die native auf Apple Silicon Hardware läuft! Diese frühe Version von Illustrator für Apple Silicon bietet viele der Kernfunktionen, auf die Sie sich für Ihre täglichen Anforderungen verlassen haben. Bitte probieren Sie es aus. Wir würden uns sehr über Ihr Feedback freuen. Sie können diese Beta-Version über den Bereich Beta-Apps der Creative Cloud Desktop-Applikation herunterladen. Suchen Sie nach der Version 25.3.1", ließ der Hersteller in seinem Forum verlauten.

 

InDesign
 
Illustrator: Betatest der ARM-nativen Version angelaufen.
Bild: Adobe.

 

Vor kurzem veröffentlichte Adobe eine Betaversion der DTP-Anwendung InDesign für Macs mit Apple-Prozessoren. Premiere Pro befindet sich bereits seit Ende letzten Jahres im öffentlichen Betatest für Apple-Silicon-Rechner. Die Fertigstellung der ARM-nativen Versionen wird für die kommenden Monate erwartet.

Schrittweise sollen weitere Adobe-Programme in nativer Form für ARM-basierte Macs erscheinen. Aktuell fehlen beispielsweise noch Lightrom Classic, Acrobat und After Effects.

Kommentare

Es gibt inzwischen zahlreiche Berichte, wonach die Umstellung eines Programms für Apple Silicon erstaunlich leicht, schnell und unproblematisch vonstatten geht. Und abodobe? Fünf Monate nach Vorstellung der M1-Macs (und zehn Monate nach der grundsätzlichen Ankündigung auf der letztjährigen WWDC) haben die gerade einmal die eine oder andere Beta fertig, denen aber noch wichtige Funktionen fehlen. Da stellt sich schon die Frage, was die alles im Code noch mitgeschleppen, das die Überarbeitung so mühevoll ist.

Die Entwickler vom Musik-Software-Platzhirsch Steinberg haben es gerade mal geschafft, ein Update für Cubase rauszubringen, damit es überhaupt erst mal unter Big Sur (Intel) läuft. Und sie haben noch nicht mal den Rosetta-Betrieb freigegeben ("Test läuft"). Von einer nativen M1-Version ganz zu schweigen.
Apple hat natürlich mit der nativen Logic-Version ganz gut vorgelegt, sodass Steinberg jetzt unter Zugzwang steht. Aber bevor es aus dem Hause Steinberg keine guten Nachrichten gibt, kaufe ich auch keinen M1 Mac. Und so gibt es eine gegenseitige Abhängigkeit - hoffentlich auf lange Sicht zum Wohle des Kunden. Konkurrenz belebt den Markt.

Das Problem bei "Abodobe" ist, dass es für gewisse Programme nicht wirklich brauchbare Alternativen gibt. Acrobat im Unternehmensumfeld? Da gibts auf dem Mac nichts anderes mit solch weitreichendem Funktionsumfang als Acrobat. So gut Affinity Photo inzwischen ist, Photoshop hat immer noch etliche einzigartige HighEnd-Funktionen. Dito bei Dreamweaver.

Steinberg testet gewohnt ausführlich, was man erst mit den Finalversionen von macOS und Release-Hardware (keinen Entwickler-Kits) machen kann. Das dauert, weil es eben Hard- und Software und Treiber und Plug-ins involviert. Apple Silicon ist noch sehr neu, das wird. Nur noch einige Monate Geduld. 11.3 mit verbessertem Apple Silicon Support ist bald da, die neuen iMacs kommen und 12.0 wird in 2 Monaten angekündigt.