Lösungen für Foto-Verwaltung + Archiv

18. Aug. 2018 11:36 Uhr - Floyd

Hallo zusammen,

ich bin auf der Suche nach einer gangbaren Lösung, um Fotos zu verwalten, teilen und archivieren. Daher würde ich gerne mit euch Lösungen diskutieren.

Bei mir sieht es derzeit so aus: Fotos kommen primär aus der iPhone-Kamera sowie aus Messengern. Das Archiv wird am Computer von Fotos.app verwaltet. Das iPhone wird dort immer mal manuell importiert. Als Cloud-Backup und "Fotostream" zum Teilen und OTA-Backup teste ich gerade OnePhoto vom Hoster One.com. Die Archivgröße ist unter 50 GB.

OnePhoto ist unkompliziert, leichtgewichtig und verlässlich. Eine dauerhafte Lösung ist es aber nicht:
a) Mit OnePhoto keine Synchronisation in alle Richtungen möglich – ich möchte auch ein lokales Archiv haben
b) Redundante Organisation nötig: Löschungen müssen teils mehrfach vorgenommen werden (lokal/Cloud/iPhone), Alben werden nicht wie gewünscht übertragen, sondern fehlen oder werden unerwünscht neu angelegt
c) Unsicherheit bzgl. Informationsverlust (Metadaten, Bildqualität) einerseits und bzgl. Duplikaten durch manuelle Imports andererseits

Ich möchte mich tendenziell von iCloud und Googles Fotolösungen fernhalten und habe auch kein Problem damit, für eine hochwertige Lösung Geld auszugeben. Es sollte dabei lediglich möglichst weit in Systemstandards integriert sein, weitgehend automatisch laufen und keine wöchentlichen Verschlimmbesserungen (früher: Updates, heute: Bugs, Funktionsverschlechterungen und "innovative Bedienkonzepte") erzwingen.

Ist iCloud vielleicht doch die beste Lösung? Ist Lightroom einen Versuch wert oder eine Nummer zu groß? Gibt es sonstige etablierte Lösungen oder vielleicht einfach Telekom/United Internet? Vielleicht reicht schon eine Workflow-Änderung? Und was ist eigentlich aus lokalem W-LAN-Sync geworden?

Ich freue mich über Anregungen und Austausch dazu!

Grüße
Floyd

Da sich in unserem Studio LINUX sehr bewährt, gehört auch DigiKam als Bildbrowser zum Standardprogramm, genau so wie Darktable und gelegentlich auch GIMP. Da der Wandel zu Abo-Modellen im Studioeinsatz zu einem Kostenfaktor wird wenden wir uns immer mehr der leistungsstarken OpenSource-Szene zu und unterstützen diese auch. 

Ich verwende digikam, seit man es mit Hilfe der Paketmanager Fink, später Macports selbst kompilieren konnte. Mittlerweile ist man diese Mühen los und kann das Programm inklusive aller Abhängigkeiten einfach installieren, den fleißigen Entwicklern sei Dank.

Allerdings gibt es auch ein paar Dinge, die mich an digikam als Bildverwaltung seit Jahren stören. Dazu gehört z.B. die schlechte Unterstützung des PSD Formats (Graustufen-PSD werden von digikam schlicht ignoriert), auch alte Bilder im PICT Format (auch .pct) werden ignoriert und mit Raw Bildern von Sigmas Foveon Sensoren wie die der DP Serie hat der Raw Importer noch immer Probleme. Man kann auch nicht auf ein Bild eines Ordners klicken und es sich im Finder anzeigen lassen, das geht nur mit dem Ordner, der es enthält. Das Öffnen von Bildern mit unterschiedlichen Programmen geht nur über das Dock, da man in digikam nur ein Erstellungsprogramm hinterlegen kann, mit dem ein Bildtyp geöffnet wird.

In den eben erwähnten Disziplinen schlägt sich XnView bedeutend besser und ist darüber hinaus überraschend agil. Das selbe gilt für Adobe Bridge, das es mit älteren Photoshop Elements (PSE) Versionen im Bundle gab und bei manchen abgelaufenen Adobe Demoversionen anderer Programme benutzbar blieb. Über Bridge hat man auch ohne eine Photoshop Vollversion weit mehr Funktionen in Adobes Raw Importer ACR, als mit PSE, die Objektivkorrektur fehlt allerdings.

Daher würde ich als Bildverwaltung eher die beiden Letztgenannten empfehlen, aber dennoch digikam installieren. Dessen Stärke liegt für mich in einem Schärfefilter namens Refocus, der an kommerzielle Produkte wie Focusmagic herankommt und IMHO qualitativ über den Bordmitteln von Adobe oder Nik Sharpener anzusiedeln ist.

Das Schöne: Probieren kostet nur etwas Zeit, aber kaum Geld...

Was mich an der Fotos.app wie schon an iPhoto stört: für jede Veränderung wird eine Kopie des Bildes angelegt und die Struktur der Fotos-Bibliotek bestimmst nicht Du.

PS.: Unter Linux ist digikam einfach klasse. Hatte mal Ubuntu parallel zum macOS installiert und auf der selben Hardware lief das flotter. PICT BIlder dürften dort auch nicht vorhanden sein...

Wenn man schon einen Mac hat, finde ich, funktioniert Fotos einfach super. Dass es nicht alle Bedürfnisse jedes einzelnen Benutzer abdecken kann, ist auch klar. Dafür gibt es sowohl plug-ins als auch Alternativen. Aber es ist alles einfach, funktionell und man kann sich natürlich auch seine eigene Ordnerstruktur anlegen. Auch "Beschreibungen" sind sehr nützliche Ordnungsmerkmale, da kann man doch alles in Sekundenschnell finden, z.B. Kombination Ort oder Zeit und Beschreibung. Mit intelligenten Ordnern ist es leicht zeitweise oder dauerhafte Sammlungen zusammenstellen. Das geht alles funktionell zügig, ist also nichts für Bastler. Wenn man nicht alle seine Bilder in der Cloud haben will, auch kein Problem, legt man eben zwei Bibliotheken an, eine lokale und eine in der Cloud oder synchronisiert nur via Cloud, aber archiviert nicht dort. Wenn man "funktionell" arbeiten will, ist es ein anderer Arbeitsfluss als wenn man eine granuläre eigene Ordnerstruktur vorgeben will. Ich suche nicht in meinen Ordnern, sondern mit Begriffen und ordne nicht vorher minutiös, sondern on the go.