Streit mit Apple: Psystar forciert Gegenklage

27. Aug. 2008 13:00 Uhr - sw

Die Auseinandersetzung zwischen Apple und Psystar spitzt sich zu. Psystar vertreibt seit Frühjahr Intel-basierte Computersysteme mit vorinstalliertem Mac OS X. Apple sieht darin ein illegales Vorgehen und reichte Anfang Juli eine Klage gegen Psystar ein. Die Vorwürfe: Psystar verletze Patent-, Marken- und Lizenzrechte von Apple, schade dem Ruf des Unternehmens und habe unrechtmäßig Veränderungen an Apple-Produkten vorgenommen. Nachdem Psystar Ende Juli eine Anwaltskanzlei mit der rechtlichen Vertretung beauftragt hat, geht die Firma nun in die Offensive. Psystar hat Apple am Dienstag wegen angeblicher Verstöße gegen Wettbewerbsbestimmungen verklagt.

Nach Darstellung der Psystar-Anwälte soll Apple mit der Koppelung von Betriebssystem und Hardware gegen geltende Antitrust-Gesetze verstoßen. Apples Vorgehen schränke den freien Handel ein, behauptet Psystar. Die Klage wurde beim Bezirksgericht von Nordkalifornien eingereicht. Psystar will erreichen, dass das Gericht die Lizenzbedingungen von Mac OS X, die eine Installation auf Hardware von Drittherstellern ausschließt, für ungültig erklärt und fordert Schadensersatz in nicht bekannter Höhe.

Psystar verteidigte erneut das eigene Geschäftsmodell. Man verkaufe Computer zusammen mit rechtmäßig erworbenen Kopien von Mac OS X und nehme daran keinerlei Änderungen vor, sondern verwende Open-Source-Code, um das Apple-Betriebssystem auf offiziell nicht unterstützt Hardware lauffähig zu machen.

Apple hat zur Klage von Psystar bislang keine Stellungnahme abgegeben.