OpenCL für das iPhone?

22. Dez. 2008 16:00 Uhr - sw

OpenCL, kurz für Open Computing Language, ist eine der wesentlichen Neuerungen des Betriebssystems Mac OS X 10.6 "Snow Leopard", das für das erste Quartal 2009 erwartet wird. Die Technologie erlaubt es, die oftmals brachliegende Leistung moderner Grafikprozessoren auszunutzen, um herkömmliche Rechenaufgaben (von Bürosoftware über Audioanwendungen bis hin zu wissenschaftlichen Berechnungen) zu beschleunigen. Dazu werden Rechenjobs, für die sonst ausschließlich der Hauptprozessor (CPU) zuständig war, auf den Grafikprozessor (GPU) ausgelagert, was die Gesamtleistung eines Systems steigert. Neusten Informationen zufolge könnte OpenCL auch auf iPhone und iPod touch Einzug halten.

Dies geht aus Stellenausschreibungen des Chipherstellers Imagination Technologies hervor. Apple ist Lizenznehmer von Imagination Technologies und verwendet den von Imagination Technologies entwickelten Chipsatz PowerVR 3D zur Beschleunigung von 3D-Grafik in iPhone und iPod touch. Erst in der vergangenen Woche wurde bekannt, dass sich Apple für rund 3,3 Millionen Euro an Imagination Technologies beteiligt hat (mehr dazu hier).

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Höhere Leistung dank OpenCL


Künftige Chips von Imagination Technologies sollen offenbar über OpenCL-Unterstützung verfügen. "To be the technical lead for the team responsible for developing the OpenCL (General Compute) compiler and driver software for current and next generation graphics hardware", heißt es in einer Stellenbeschreibung. Details und einen Zeitplan für die nächste Chipgeneration nennt das Unternehmen allerdings nicht. Da Apple nun Miteigentümer von Imagination Technologies ist, ist davon auszugehen, dass der iPhone-Hersteller auch künftig auf Grafikchips dieses Unternehmens setzen wird.

Die Spezifikationen von OpenCL 1.0 wurden Anfang Dezember verabschiedet. Hinter dem Standard stehen Schwergewichte wie Apple, AMD, ARM, Broadcom, Ericsson, Freescale, IBM, Intel, Motorola, Nokia, Nvidia, Samsung und Texas Instruments.