Nach App-Rauswurf: Gegenwind für Apple

16. Apr. 2013 03:00 Uhr - sw

In die Diskussion um den Rauswurf des Programms AppGratis aus dem iOS-App-Store hat sich nun auch Frankreich eingeschaltet. Fleur Pellerin, französische Ministerin für die digitale Wirtschaft, hat EU-Regeln für App-Stores gefordert. Wie das Wall Street Journal meldet, bezeichnete Pellerin die Verbannung von AppGratis aus dem iOS-App-Store als "brutal und einseitig" und sagte, dass es "für diese Unternehmen Zeit wird zu definieren, wie ihre Haltung in Sachen soziale Verantwortung für das von ihnen unterstützte Ökosystem aussieht".

Pellerin will die Beziehung zwischen App-Stores und den darin enthaltenen Apps regulieren und dieses Thema bei der Europäischen Kommission ansprechen. Nach Ansicht der Ministerin sollte das Prinzip der Netzneutralität auch auf Store-Modelle angewendet werden, um ein aus ihrer Sicht "mehrfach missbräuchliches Verhalten bestimmter digitaler Plattformen" zu verhindern.

Nach Darstellung von Apple habe AppGratis gegen die Richtlinien des iOS-App-Stores verstoßen und sei deswegen entfernt worden. Demnach sind Apps, die Funktionen von Apple-Software nachahmen und Werbung per Push-Notifikationen verbreiten, nicht gestattet. Wie AllThingsD unter Berufung auf Apple-nahe Quellen schreibt, stört sich der iPhone-Hersteller angeblich an den Geschäftsmodellen von AppGratis & Co. Schon bald sollen ähnliche Apps aus dem iOS-App-Store entfernt werden.

AppGratis-Chef Simon Dawlat zeigte sich in einem Blog-Eintrag sehr überrascht über den Rauswurf der Software aus dem iOS-App-Store, da Apple erst Anfang April eine neue Version ohne Einwände akzeptiert habe.

Softwareentwickler können über AppGratis ihre Apps vermarkten. Täglich informiert AppGratis über eine normalerweise kostenpflichtige App, die für 24 Stunden kostenlos heruntergeladen werden kann. AppGratis wurde im Jahr 2008 gegründet und beschäftigt in der Firmenzentrale in Paris 45 Mitarbeiter.

Kommentare

Wie immer bzw. oft hat eine Nachricht mehrere Seiten, bei AppGratis ist einerseits Apple - mal wieder - der Böse;
jedoch, wenn man die ganze Situation kennt, sieht es doch etwas anders aus:

AppGratis hat ein Geschäftsmodell entwickelt, bei dem jedes Kindergartenkind wissen müßte dass das gegen Apples Richtlinien verstößt.

Davon abgesehen, sind die App-Stores Plattformen mit denen Apple Geld verdienen will und muß, und nicht kostenlose Verkaufsförderer für die frechsten der Entwickler.

iphone-ticker.de/15-400e-pro-aktion-wie-appgratis-die-entwickler-zur-kasse-bat-45949/

AppGratis hat ein sehr zweifelhaftes Geschäftsmodell, welches m. E. sogar schon an Betrug grenzt, zumindest an Falschaussage.
Immer wieder tauchen dort Apps auf, die angeblich nur für einen Tag kostenlos wären. Es wird dann lang und breit erzählt, wie hart man sich dafür eingesetzt hätte. So z. B., um nur ein Beispiel von vielen zu nennen, die App "DasOertliche". Diese ist immer frei. Bei anderen Apps war das ähnlich. Ich finde es gut, dass diese App verschwunden ist.

Ich sehe das auch so... Apple zwingt niemanden zum Kauf, und wenn jemand wegen irgendwelcher Massnahmen wie Sperrung von Titten-/Porno-Apps oder Hacker-/Betrugsware nicht zufrieden ist, dann kann er sich woanders (bei Android?) umschauen, und kriegt für sein neuwertiges Gebrauchtgerät locker ein Neues von der Konkurrenz. Apple ist nicht Nordkorea. Apple ist amerikanisch kapitalistisch, und verhindert Konkurrenz wo sie können. Die europäische Naivität der "sozialen Verantwortung" ist in den Staaten nicht so verbreitet. Wems nicht passt, der hat viele Auswahlmöglichkeiten. Ich bezweifle jedoch, dass der Waffenhersteller Samsung oder der Steuerpreller Nokia oder der illegal Abhörende und Zensierende RIM "Blackberry" da mehr "soziale Verantwortung" zeigen.