Entwickler: Fehler im Apple-Programm Digitale Bilder müllt Laufwerke zu

27. Apr. 2020 16:00 Uhr - Redaktion

Die Debatte um die Softwarequalität von macOS Catalina dürfte durch eine Entdeckung des Entwicklers Norbert M. Doerner, bekannt durch das Katalogisierungsprogramm NeoFinder, weiter befeuert werden: Demnach hängt das Apple-Programm Digitale Bilder beim JPEG-Import Leerdaten an iPhone-Fotos an, wodurch Speicherplatz auf Laufwerken verschwendet wird.

"Das Programm Image Capture von Apple hat einen schweren Bug, bei dem ALLE erstellten JPG-Dateien, die von iOS-Geräten auf den Mac übertragen und dabei von HEIC konvertiert werden, an ihrem Dateiende 1.5 MB an 'NULL' Daten zusätzlich enthalten. Bei 1000 Photodateien sind das schon 1.5 GB an leeren Daten, die die oft ohnehin winzigen Apple SSD, und natürlich auch alle Time Machine Backups in nullkommanix vollschreiben", erläutert Doerner gegenüber MacGadget.

 
Image-Capture-Bug

Digitale Bilder: Jedes konvertierte JPEG enthält 1,5 MB an Leerdaten.
Bild: Norbert M. Doerner.

 

Betroffen ist demnach nicht nur macOS Catalina, auch in macOS Mojave ist der Bug laut Doerner zu finden. Er hat den Fehler bereits an Apple gemeldet. Der Autor kritisierte bereits im Herbst mit deutlichen Worten den (zumindest damals) fehlerbehafteten und schlecht dokumentierten Notarierungsvorgang, der seit macOS Catalina verpflichtend für signierte Software ist, siehe "The Gates to Hell: Apples Notarizing".

Doerner schließt mit deutlichen Worten: "Apple sollte nicht jedes Jahr ein großes macOS Systemupdate zusammenfrickeln, das ist scheinbar echt ein Problem für die Qualität..." In seinem Blog ergänzt er: "Dear Apple: Please stop releasing major macOS updates every year. Nobody can handle that, certainly not you yourself. And start fixing the bugs. Really. Like today."

Nachtrag: Von dem macOS-Fehler sind auch andere Programme als Digitale Bilder betroffen. "Der Bug liegt nämlich wohl nicht im Programm selbst, sondern tief im ImageCaptureCore.framework von macOS. Dieses Framework müssen Entwickler benutzen, es ist die einzige Möglichkeit, um Bilder von Digitalkameras und iOS-Geräten zu übertragen", so Doerner.

Kommentare

Bei mir riecht es schon angebrannt, um es mal wohlwollend zu formulieren.

Weiß jemand eine Lösung diese "NULL" Dateien unter OS Mojave zu löschen? Bei den Bildern der letzten 18 Jahre sammelt sich da wohl einiges an.

Diese jährlichen macOS Versionen sind nicht nötig und kosten nur die Entwickler viel Zeit bei der Anpassung der Programme. Auch diese ständigen iOS/ipadOS Versionen in jedem Jahr sind das gleiche Ärgernis. Apple sollte das KAIZEN Prinzip für seine Software beherzigen: Jede drei bis vier Jahre eine Major Release und dazwischen Feinschliff, und natürlich die alten Bugs angehen. Dieses Problem mit den NULL Dateien ist einfach schlechtes Qualitätsmanagement. Sicherlich ist so ein Fix kein großer Aufwand für Apple, zeigt aber wie schlecht getestet wird, wenn es bereits seit Mojave existiert. Ein so umfangreiches Betriebssystem wie macOS muss halt lange getestet werden, mich hat es ein wenig verwundert, dass wir noch keine großen Probleme mit APFS bekommen haben, bedenkt man die kurze Entwicklungszeit für ein Dateisystem.

In früheren Versionen von »Digitale Bilder« konnte ein Bild angeklickt werden und dann ein zweites mit gedrückter Umschalttaste. Das bewirkte die Auswahl aller Bilder vom ersten bis zum zweiten angeklickten Bild – genau gleich wie im Finder. So konnte ich z.B. alle Bilder einer Ferienwoche einfach auswählen, dann importieren und schliesslich auch löschen. Seit ca. 2 Jahren geht das nicht mehr, obwohl in der »Hilfe« des Programms immer noch so beschrieben – der Klick auf das zweite Bild wählt nur dieses zusätzlich aus. Fazit: das Programm ist unbrauchbar!  Jetzt benutze ich zu diesem Zweck den Browser von »GraphicConverter«. Da klappt das perfekt.

Ich habe mich gleich mal hingesetzt und den GraphicConverter 11 entsprechend erweitert.

Einfach die BETA laden:

http://www.lemkesoft.org/beta.html

Über Ablage einen Browser mit dem Bilderordner wählen.
Danach die Problembilder wählen und im Kontextmenü die Funktion: Metadaten (Allegemein)/Nullen am Dateiende entfernen (nur JPEGs).

Die Funktion schreibt nur betroffene Bilder neu.

Bitte sendet mir Euer Feedback.

Die Softwarequalität von Apple leidet wirklich. Mit 10.15.3 wurde ein Bug eingeführt, der zum Absturz der Anwendung führt, wenn versucht wird ein altes PICT mit bestimmten Codecs zu öffnen. Ich habe den Fehler umgehend gemeldet. Ist in 10.15.4 aber immer noch enthalten.

Gruß
Thorsten

Das ist ein toller Service. Ich freue mich schon auf das nächste große Release vom GraphicConverter, das ich gerne wieder kaufen werde - ich bin User seit 1897!

Was die Bugs in macOS (oder iOS) angeht, es ist offenbar weit schlimmer als gedacht und Apple scheint sich nicht sehr darum zu scheren. 😡

Da man ja Platz sparen will, sollte man die Bilder ohnehin nicht von heic nach img konvertieren. Der Ansatz macht an sich keinen Sinn, sondern umgekehrt, von img nach heic. heic wird im Einzelfall ohnehin bedarfsgerecht als img versandt, z.b. in einer Email. Dadurch braucht man weniger Speicher und hat doch die volle Komapitbilität. 

Die Upgrades erscheinen nicht so sehr wg der Funktionalität erforderlich, sondern wg der höheren Sicherheitsanforderungen. Ein paar kleine Patches genügen nicht mehr, da wird im Hintergrund die ganze Architektur umgestellt. Andere machen es, nicht anders, nur "schlauer" ohne den Kunden zu sensibilisieren, und vergeben laufende Nummern, egal ob sie viel oder wenig ändern.

...- ich bin User seit 1897!…

Krass, wie lange die Software schon auf dem Markt ist.

😁 

Ich habe versucht das Problem mit eigenen Fotos nachzuvollziehen: mit meinem iPhone 5S  aufgenommene Fotos zeigen das Problem nicht, was aber vermutlich nur darin liegt, daß das 5S mit der Standard-Foto-App direkt in Jpeg speichert.

Erkennt zufällig jemand den Hex-Editor, den Norbert M. Doerner verwendet, am Screenshot? Scheint ein nativ gegen Cocoa-APIs programierter zu sein. Würde mich interessieren. OxED scheint es nicht zu sein (und der wird ja leider nicht mehr weiter entwickelt).