Deutscher Musikmarkt wächst weiter: Streaming und Vinyl-Schallplatten legen zu

28. Aug. 2020 09:00 Uhr - Redaktion

Die Musikindustrie in Deutschland verzeichnet nach einem erfolgreichen Jahr 2019 auch im ersten Halbjahr 2020 ein Umsatzplus: Die Einnahmen aus Musikverkäufen und Erlösen aus dem Streaminggeschäft wuchsen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,8 Prozent auf 783,7 Millionen Euro. Das teilte der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) mit.

Verantwortlich für das positive Ergebnis ist das weiter auf hohem Niveau dynamisch wachsende Audio-Streaming, das um 20,7 Prozent zulegte und seine Position als umsatzstärkstes Format weiter ausbauen konnte. Das Video-Streaming wächst mit 31,3 Prozent sogar noch deutlicher, hat aber mit 3,3 Prozent noch immer einen sehr geringen Marktanteil.

Daneben hat die CD (minus 22,9 Prozent) mit einer gegenüber dem Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelten Rückgangsrate stark gelitten durch die krisenbedingten Maßnahmen, die auch den stationären Handel betrafen, während Vinyl Zuwächse verzeichnete (plus 4,6 Prozent). Downloads gaben weiterhin sehr deutlich nach (minus 22,5 Prozent).

 
Deutscher Musikmarkt wächst wieder: Streaming und Vinyl-Schallplatten legen zu
 
Deutscher Musikmarkt wächst weiter: Streaming und Vinyl-Schallplatten legen zu.
Bild: BVMI.

 

Insgesamt wuchs das Digitalgeschäft in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 16,4 Prozent auf einen Anteil am Gesamtumsatz von 74,2 Prozent (Gesamtjahr 2019: 64,4 Prozent). Das physische Geschäft (minus 18,6 Prozent) kommt entsprechend auf 25,8 Prozent Umsatzanteil. Audio-Streaming hat mit 65,7 Prozent den größten Anteil an den Brancheneinnahmen, es folgen die CD mit 20,0 Prozent, Downloads mit 5,1 Prozent und Vinyl-LPs mit einem Umsatzanteil von 4,5 Prozent.

"Unbedingt wichtig ist jedoch, diese positiven Zahlen im musikwirtschaftlichen Gesamtkontext einzuordnen, denn das leichte Wachstum in unserer Branche darf nicht davon ablenken, wie groß die Krise für den Live-Sektor ist – mit den verheerenden Auswirkungen für Künstlerinnen und Künstler und all jene, die hier an der Wertschöpfung teilhaben. Dies kann durch das leichte Plus auf der Seite der Musikverkäufe bestenfalls leicht abgefedert, aber bei Weitem nicht ausgeglichen werden. Auch deshalb begleiten wir die Forderungen nach staatlichen Hilfsmaßnahmen solidarisch", so Dr. Florian Drücke, der Vorstandsvorsitzende des BVMI.

Kommentare

gibt’s auch noch Schellack-Platten? Für mich sind Schallplatten aus Vinyl, das muss man nicht extra schreiben.

Wenn das einzige Werkzeug das man kennt ein Hammer ist, dann sieht alles wie ein Nagel aus.