Warn-SMS in Deutschland: Technische Infrastruktur soll bis Jahresmitte stehen

29. Apr. 2022 12:00 Uhr - Redaktion

Nach dem Warn-Debakel bei der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wurde letztes Jahr eine überfällige Entwicklung angeschoben: Die Bundesregierung beschloss die Einführung der sogenannten Cell-Broadcast-Technik ("Warn-SMS"). In den USA ist sie seit langem unverzichtbarer Bestandteil zur Alarmierung der Bevölkerung bei Unwettern und anderen Gefahren.

Mit Hilfe der Cell-Broadcast-Technologie können alle Mobilfunktelefone, die in einer Mobilfunkzelle eingebucht sind, im Notfall eine Warnung per Textnachricht erhalten. Die Warnung wird dann nicht wie eine persönliche SMS, sondern einem Radiosignal vergleichbar übermittelt. Weder eine App noch eine Internetverbindung sind dazu erforderlich. Die Mitteilungen werden dabei parallel in allen deutschen Netzen gesendet.

 
iPhone 12 Pro Max
 
iPhones unterstützen die Cell-Broadcasting-Technik bereits.
Bild: Apple.

 

Nachdem die Bundesnetzagentur im Februar die Rahmenbedingungen für die Umsetzung von Cell Broadcast in den deutschen Mobilfunknetzen festgelegt hat, läuft derzeit die technische Umsetzung seitens der Netzbetreiber. Bis zum 30. Juni soll die Infrastruktur für die "Warn-SMS" stehen, heißt es aus dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Ein erster Test ist für den bundesweiten Warntag im September geplant (der Termin steht noch nicht fest).

iPhones unterstützen die Technik bereits. Apple informiert darüber in dem Support-Dokument "Informationen zu Notfallwarnungen und offiziellen Warnmeldungen auf dem iPhone und der Apple Watch". Eine Konfiguration seitens des Nutzers ist nicht erforderlich.