In der Apple-Gerüchteküche ging es zuletzt hoch her. Ein (vermeintliches) MacBook Pro M4 wurde auf diversen Plattformen hergezeigt, die Echtheit lässt sich wie üblich in solchen Fällen nicht verifizieren. Dieser sogenannte "Leak" könnte eine plumpe Fälschung sein - oder ein Diebstahl aus den Lagerhäusern Apples chinesischer Auftragsfertiger. Zeit für einige Anmerkungen.
Dass Apple eher früher als später erste Macs mit M4-Prozessor einführen wird, für diese Erkenntnis benötigt man keine täglichen Gerüchte-Wasserstandsmeldungen permanent-präsenter Gerüchte-Gurus, sondern dies ist eine logische Konsequenz basierend auf Apples fortlaufender Chip-Entwicklung. Und auf den M4 wird beim Mac etwa 12-18 Monate später der M5 folgen, also ab etwa Ende 2025 oder Anfang 2026 - dies ergibt sich schlichtweg aus den Apple-typischen Produktzyklen.
Der letzte M3-Mac, das MacBook Air, wurde im März vorgestellt. Im Mai folgte bereits das iPad Pro M4. Ab diesem Zeitpunkt war es eigentlich klar, dass es keine weiteren M3-Macs geben wird, sondern Apple bereits die schrittweise Umstellung auf den M4 plant. Mitsamt der Konsequenz, dass bei Mac mini, Mac Studio und Mac Pro der M3 eben übersprungen wird (wie auch beim iMac der M2 übersprungen wurde).
Die Leistungswerte des M4-Prozessors sind kein Geheimnis, sondern bereits seit Mai bekannt: Der M4 (10 CPU-Kerne, 4,4 GHz, 10 GPU-Kerne) ist bei der CPU-Leistung rund 20 Prozent schneller als der M3 (8 CPU-Kerne, 4,1 GHz, 10 GPU-Kerne), bei der GPU beträgt der Performancezuwachs etwa 15 Prozent. Beim Mac sind erfahrungsgemäß durch die verbesserte Kühlung etwas höhere Werte zu erwarten. Die Multi-Core- und GPU-Performance der Varianten M4 Pro und M4 Max kann grob hochskaliert werden, hängt aber natürlich von der Anzahl der CPU- und GPU-Kerne ab, die noch nicht bekannt sind.

Bild: Apple.
Apple lässt für Produkstarts Monate im Voraus produzieren. Das Unternehmen stellt gerne neue Macs im Zeitfenster Oktober-November vor, daher dürfte die Serienfertigung der M4-Modelle bereits seit August oder September laufen. Aufgrund enorm hoher Sicherheitsvorkehrungen sind Diebstähle bei den Auftragsfertigern selten, sie kommen aber hin und wieder vor, das betrifft nicht nur Apple, sondern praktisch alle Hersteller. Der aktuelle "Leak" könnte also durchaus darauf beruhen - bestätigt ist das aber nicht.
Unter dem Strich gibt es eigentlich keine überraschende Neuigkeiten: Dass Apple den Mac schrittweise auf den M4 umstellen wird, ist gesichert und ergibt sich aus der Logik der Produktweiterentwicklung, ebenso sind die Leistungswerte des M4 bereits seit Monaten bekannt. Das Interesse gilt ganz anderen Punkten wie zum Beispiel: Wird bereits Thunderbolt 5 und/oder WLAN 7 unterstützt (zumindest von einigen Modellen)? Gibt es Änderungen bei der serienmäßigen RAM- und SSD-Aussstattung und/oder bei den Gehäusedesigns (etwa Mac mini)? Hier gilt: Nichts genaues weiß man nicht - jedenfalls solange nicht, bis es Apple offiziell ankündigt.
Hinzu kommt: Bis die ersten M4-Macs mit den üblichen Rabatten im Handel zu haben sein werden (10 bis 15 Prozent; in der Spitze gerne auch mal mehr), dürfte es Anfang 2025 werden - wer kauft schon zu den Apple-Originalpreisen ein? Zudem besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die M4-Modelle macOS Sequoia 15 benötigen werden, das aktuell noch als problembehaftet einzustufen ist - auch diesen Umstand gilt es gegebenenfalls zu berücksichtigen. Fazit: Entspannt abwarten ist, mal wieder, das Gebot der Stunde.
