Schnelles Ethernet am Mac: Mit USB-Adapter kostengünstig nachrüsten

03. Nov. 2022 11:00 Uhr - Redaktion

Die WLAN-Technologie hat in den letzten Jahren bei Bandbreite und Zuverlässigkeit erhebliche Fortschritte erzielt. Dennoch ist Ethernet weiter der Goldstandard für die störungsfreie und schnelle Übertragung großer Datenmengen, vor allem in Unternehmen und Hochschulen. Beim Mac sieht es mit Ethernet allerdings schlecht aus.

Der klobige RJ-45-Port fehlt aus Platzgründen bei MacBook Air/Pro, während es bei iMac und Mac mini serienmäßig nur langsames 1-GB-Ethernet gibt. Abhilfe schaffen kostengünstige USB-Adapter, die ohne Treiber-Installation unter aktuellen macOS-Versionen (Big Sur oder neuer) funktionieren.

Diese Adapter arbeiten mit einer Geschwindigkeit von 2,5 Gbit pro Sekunde (2,5GbE) und sind zweieinhalb Mal schneller als das herkömmliche Ethernet. Mac-kompatible Adapter haben gleich mehrere Hersteller im Angebot, wie zum Beispiel Cable Matters zum Preis von 32,99 Euro, Inateck für 34,99 Euro, DriverGenius zum Preis von 35,99 Euro oder D-Link für 34,99 Euro (Amazon-Partnerlinks).

 
D-Link USB-C auf 2,5G Ethernet-Adapter
 
Mac-kompatibler USB-C-auf-2,5G-Ethernet-Adapter.
Bild: D-Link.

 

USB-Adapter mit 5GbE-Unterstützung sind etwas teuer, beispielsweise von TRENDnet zum Preis von 84,29 Euro oder von Startech für 94,76 Euro, die ebenfalls macOS-Unterstützung bieten. 10GbE-Adapter mit Thunderbolt-3-Schnittstelle schlagen mit noch höheren Kosten zu Buche, beispielsweise von QNAP für knapp 280 Euro (Amazon-Partnerlinks).

Alle Adapter sind durch die Unterstützung niedrigerer Ethernet-Geschwindigkeiten abwärtskompatibel. Die Treiber-Unterstützung ist in macOS integriert, d. h. zusätzlicher Treiber müssen nicht installiert werden. Dank der kompakten Abmessungen lassen sich die Adapter problemlos in einer Notebook-Tasche verstauen.

Kommentare

Ab 5 GbE und erst recht mit 10 GbE steigt der Energiebedarf von Adaptern und zugehörigen Switches signifikant, das gäbe es dabei zu bedenken. Wenn, dann muss die Bandbreite ja auf der gesamten Strecke zwischen Quelle und Ziel unterstützt werden. Das kann unterm Strich schon einen deutlichen Mehrverbrauch im Gesamtnetz ausmachen.

Deshalb sollte man m. E. durch Monitoring und sonstige Maßnahmen den eigenen Bandbreitenbedarf genauer ermitteln, bevor man rein auf Verdacht hin aufrüstet. 2,5 gbE kann dabei womöglich einen guten Kompromiss zwischen Bandbreite und Energieverbrauch bilden.

Bei mir verwende ich fünf der Cable-Matters-Adapter (damals noch für knapp 30 € / Stück erhalten) an Geräten von MBP über Cubietruck und Helios4 bis hin zu einem älteren Dell Optiplex-Server und bin unterm Strich damit zufrieden.

Darin befindet sich ein Realtek-Chip, bei dem es wichtig ist, ihn mit dem Kernelmodul r8152 unter Linux zu betreiben. Dazu sind unter Debian Bullseye beispielsweise ein neuerer Kernel aus Backports und eine Aktualisierung der Realtek-Firmware notwendig. Die Suchmaschine der Wahl hilft dabei weiter.

Achtung: Unter macOS, das den Cable-Matters-Adapter out-of-the-box erkennt und problemlos unterstützt, verliert man die VLAN-Unterstützung, kann damit also kein VLAN mehr direkt unter macOS auflegen und muss sich ggfs. auf einen Access-Port am Switch, jedenfalls auf native VLAN, beschränken.
Außerdem wird die MTU der Schnittstelle unter macOS hart auf den Standard von 1.500 Bytes fixiert und bleibt unveränderlich, obwohl Chipsatz und Realtek-Treiber bis 9.000 Bytes unterstützen und dies unter Linux auch tun.

Wen die genannten Einschränkungen nicht stören, der erhält für relativ kleines Geld eine gute Aufrüstmöglichkeit.
Ein passendes Pendant ist der QSW-1105-5T von Qnap, ein unmanaged 5-Port-Switch.

Da reine 2,5 GbE-Chipsätze relativ selten und dann meist von Realtek sind, kann man davon ausgehen, dass welche aus derselben Familie auch in den Adaptern von Inateck, DriverGenius und D-Link stecken. Tatsächlich würde ich angesichts von deren Preisen sogar davon ausgehen. YMMV