Apple: Zwölf-Zoll-Retina-MacBook mit schlankem Design und Force-Touch-Trackpad

09. März 2015 20:00 Uhr - sw

Apple hat heute ein neues MacBook-Modell mit Zwölf-Zoll-Retina-Display angekündigt. Es ist dünner und leichter als das MacBook Air, kommt ohne Lüfter aus und bietet ein sogenanntes Force-Touch-Trackpad mit Drucksensoren und haptischem Feedback. Das Zwölf-Zoll-MacBook ist mit aktuellen Intel-Prozessoren ausgerüstet und kommt im April zu Preisen ab 1449 Euro in den Handel.

Das neue MacBook wiegt nur 0,9 Kilogramm

Der neue Mobilmac wiegt lediglich 920 Gramm und ist (an der dicksten Stelle) 13,1 Millimeter dünn. Das Vollmetall-Gehäuse (Aluminium) kommt ohne Lüfter aus und wird in den Ausführungen Gold, Silber und Spacegrau angeboten. Der Zwölf-Zoll-Bildschirm arbeitet mit einer Auflösung von 2304 mal 1440 Bildpunkten bei einer Pixeldichte von 226 ppi und einem Seitenverhältnis von 16:10. Das Trackpad wurde komplett neu konzipiert und bietet Drucksensoren und haptisches Feedback.



Apple über das Force-Touch-Trackpad: "Das MacBook verfügt über das brandneue Force Touch Trackpad, welches eine neue Dimension von Interaktivität auf den Mac bringt. Das neue Trackpad verfügt über eingebaute Drucksensoren, welche es erlauben, überall klicken zu können, und eine haptische Rückmeldung, welche sich reaktionsschnell und einheitlich anfühlt. Es ist sogar möglich, die Empfindlichkeit des Trackpads zu personalisieren, indem man den benötigten Druck verändert, bei dem ein Klick registriert wird. Das Force Touch Trackpad ermöglicht auch eine neue Geste namens Force Klick, ein Klick, gefolgt von einem tieferen Drücken, für Aufgaben wie beispielsweise eine Definition eines Wortes hervorzurufen, schnell eine Landkarte einzusehen oder einen flüchtigen Blick auf eine Dateivorschau zu werfen."

Neuer Ansatz bei den Schnittstellen

Auch bei der Schnittstellen-Unterstützung ist Apple neue Wege gegangen. Neben den Funk-Technologien Bluetooth 4.0 und WLAN nach 802.11ac gibt es nur noch einen einzigen Port, der gleichermaßen zum Aufladen des Akkus und zum Anschluss von kabelgebundenem Zubehör dient: USB 3.1 mit dem neuen Typ-C-Stecker. Der schlanke Stecker lässt sich in jeder Ausrichtung nutzen – oben oder unten gibt es nicht mehr.



Die USB-C-Schnittstelle ermöglicht neben dem Anschluss von USB-Geräten und dem Aufladen des Akkus die Ansteuerung eines externen Bildschirms durch native DisplayPort-1.2-Unterstützung. Adapter für HDMI und VGA sind optional erhältlich. Das Zwölf-Zoll-MacBook ist außerdem mit einem Audioausgang, Stereolautsprecher, zwei Mikrofonen und einer Videokamera ausgestattet. Diese liefert allerdings nur eine Auflösung von 480p – gegenüber 720p bei anderen Mobilmacs. Auf eine separate Thunderbolt-Schnittstelle hat Apple bei dem neuen Mac-Laptop hingegen verzichtet. Zudem ist das Apfel-Logo auf der Display-Rückseite nicht mehr beleuchtet.

Aktuelle Prozessortechnik von Intel

Das Zwölf-Zoll-MacBook ist mit aktuellen Core-M-Prozessoren (zwei Kerne) von Intel basierend auf der Architektur "Broadwell" ausgestattet. Sie bieten einen Basistakt von 1,1 bzw. 1,2 GHz und erreichen per Turbo-Boost-Technik maximal 2,4 bzw. 2,6 GHz. Ein 1,3-GHz-Core-M (ebenfalls zwei Kerne; mit Turbo-Boost bis zu 2,9 GHz) ist optional erhältlich, der Aufpreis ist noch nicht bekannt. Alle Prozessoren verfügen über vier MB L3-Cache.

Für die Grafikdarstellung ist der im Core-M-Prozessor eingebaute Grafikchip HD Graphics 5300 zuständig. Der Arbeitsspeicher (LPDDR3 mit 1,6 GHz) liegt bei allen Modellen bei acht GB – mehr gibt es auch gegen Aufpreis nicht. Als Massenspeicher fungieren PCIe-basierte SSD-Laufwerke mit 256 oder 512 GB Kapazität.

Das MacBook ist mit einem 39,7-Wattstunden-Lithium-Polymer-Akku ausgestattet. Die Akkulaufzeit beim Surfen im Web via WLAN gibt Apple mit maximal neun Stunden an. Bei der Video-Wiedergabe in iTunes sind es bis zu zehn Stunden.

Neu konzipierte Tastatur

Um das schlanke Design des Zwölf-Zoll-MacBooks zu ermöglichen, hat Apple die Tastatur überarbeitet. "Um die vollwertige Tastatur in das unglaublich dünne MacBook einzupassen, musste die Funktionsweise der Notebook-Tastatur völlig überarbeitet werden. Die neue Tastatur ist 34 Prozent dünner und verwendet einen von Apple gestalteten Butterfly Mechanismus, der um erstaunliche 40 Prozent dünner ist als eine herkömmliche Tastatur mit Scherenmechanik, dabei viermal so stabil ist und eine größere Präzision bietet, egal wo der Finger auf die Taste trifft. Neue Kuppelschalter aus Edelstahl unter jeder Taste liefern ein klar definiertes, reaktionsschnelles Gefühl bei der Eingabe, und jede Taste auf der neuen Tastatur hat eine individuelle Hintergrundbeleuchtung mit einer eigenen Einzel-LED, um eine genau kalibrierte, gleichmäßige Helligkeit hinter jeder Tastenkappe zu liefern", erläutert der Hersteller.

Die beiden MacBook-Modelle im Überblick

• Zwölf-Zoll-Retina-Display, Core-M-Prozessor mit 1,1 GHz Basistakt (zwei Kerne), acht GB Arbeitsspeicher, 256-GB-SSD, HD Graphics 5300, USB-C, Bluetooth, WLAN. Preis: 1449 Euro bzw. 1399 Franken. 1,3-GHz-Prozessor gegen Aufpreis.

• Zwölf-Zoll-Retina-Display, Core-M-Prozessor mit 1,2 GHz Basistakt (zwei Kerne), acht GB Arbeitsspeicher, 512-GB-SSD, HD Graphics 5300, USB-C, Bluetooth, WLAN. Preis: 1799 Euro bzw. 1699 Franken. 1,3-GHz-Prozessor gegen Aufpreis.

Das Zwölf-Zoll-MacBook wird ab dem 10. April ausgeliefert.

Nachtrag (10. März): Weitere Einzelheiten zu den neuen Mobilmacs.

Nachtrag (13. März): Force-Touch-Trackpad: Video zeigt Einsatzmöglichkeiten.

Nachtrag (02. April): Neues Zwölf-Zoll-MacBook: Erste Benchmarks.

Nachtrag (07. April): Neues MacBook: Apple nennt Aufpreise für schnelleren Prozessor.

Nachtrag (10. April): Apple: Verkaufsstart für Zwölf-Zoll-MacBook mit Retina-Display.

Nachtrag (13. April): Das MacBook unterstützt das neue NVM-Express-Protokoll (mehr dazu hier).

Kommentare

schon wieder eine neue Schnittstelle, obwohl noch nicht alle MAC-Serien mit Thunderbolt-2 ausgestattet wurden.
Und dann nur 8 GB RAM!!!
Im Apple-Store gibt es keinen Thunderbolt-Adapter für USB-C.
Keine größeren Bildschirme. Unterhalb von 17 Zoll kann man/frau doch nur Kleinkram darstellen.
Schade!

Rein vom Design her bin ich völlig begeistert. Sieht schick aus und besonders hat es mir eine Version angetan: Ein goldenes MacBook, sowas hats noch nie gegeben! Wirkt edel und ist ein eye-catcher. Ja, das Teil bockt mich. :-)

Was die Technik angeht, so gibts für mich Pro und Contra. Schön, dass es Apple erneut geschafft hat, das Gewicht deutlich zu verringern. Auch die zügige Implementation neuer Prozessoren (Broadwell) und Schnittstellen (USB 3.1) ist lobenswert. Das Trackpad scheint vielversprechend zu sein, muss ich aber erstmal ausprobieren.

Die Beschränkung auf nur 8 GB Arbeitsspeicher ist allerdings schon grenzwertig - warum denn keine Option auf 16 GB? Durch die Verkleinerung der Hauptplatine wäre doch eigentlich genug Platz.

Den Wegfall von Thunderbolt kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Ist das jetzt schon der Abgesang auf Thunderbolt? Oder ist Thunderbolt künftig den höherpreisigen Macs vorbehalten (Stichwort Thunderbolt mit 40 Gbit)?

Dennoch bleibt unterm Strich IMHO ein Produkt, das zumindest nach den ersten Eindrücken sehr interessant ist. Ich glaube, dass das MacBook das MacBook Air mittelfristig ablösen wird und es dann auch noch ein 13"/14" MacBook geben wird. Wie es dann mit dem MacBook Pro weitergeht, steht wieder auf einem ganz anderen Blatt...

...der Notebooks ohne DVD Laufwerk nicht akzeptieren mag?

Ich verstehe das neue MB als ultramobiles Lifestyle-Arbeitsgerät für unterwegs für eine bestimmte Zielgruppe, die keine oder kaum Zusatzperipherie nutzt und evtl. noch einen reinen Arbeitsmac auf dem Desktop im Büro stehen hat.

Als solches sieht es genial aus, ist richtig schön kompakt und leicht und leider etwas teuer.

Vom PL-Verhältnis ist ein MB Air sicher die bessere Wahl und nur unwesentlich größer.

Aber ist doch schön, dass Apple aktuell unterschiedliche Ansprüche erfüllt.

War für mich immer eins der Kaufargumente für ein Macbook.