Bundesweite Mobilfunk-Messwoche soll zur Netzoptimierung beitragen

25. Juni 2026 12:00 Uhr - Redaktion

Vom 24. Juni bis zum 1. Juli findet in Deutschland die zweite bundesweite Mobilfunkmesswoche statt. Die Messwoche ist eine gemeinsame Initiative von Bund, Ländern und Kommunen. Das Ziel ist es, auf Basis der von Nutzern gesammelten Daten eine Optimierung des Mobilfunknetzes zu ermöglichen, indem Standorte mit schlechter oder gar keiner Abdeckung präzise gefunden werden - auch als Gegenpol zu den häufig ausgeschmückten Versorgungsmeldungen der Netzbetreiber.

Im Mittelpunkt der Mobilfunkmesswoche steht die Mobilfunk-Check-App für iPhones ab iOS 14. Sie ermöglicht Geschwindigkeitsmessungen im Mobilfunknetz mitsamt Netzverfügbarkeitserfassung. "Die erhobenen Daten tragen dazu bei, ein aktuelles und flächendeckendes Bild der Mobilfunkversorgung aus Perspektive der Bürger zu gewinnen. Sie helfen dabei, Ausbau- und Unterstützungsmaßnahmen bedarfsgerecht zu planen", so die Bundesnetzagentur.

Während Städte oft gut versorgt sind, gibt es in ländlichen Regionen noch Lücken. Die Daten der ersten Messwoche (2025) – knapp 200 Millionen Messpunkte von mehr als 100.000 Teilnehmern – stehen sowohl den Mobilfunkunternehmen als auch den am Ausbau beteiligten Ländern und Kommunen zur Verfügung. Sie helfen dabei, Ausbauvorhaben zu priorisieren, Hindernisse vor Ort abzubauen und den Bedarf für weitere Netzverdichtungen deutlich zu machen. Die Daten der zweiten Messwoche werden ebenfalls aufbereitet, analysiert und an die Beteiligten übergeben, heißt es von der Bundesnetzagentur.

 
Mobilfunk-Check-App
 
Mobilfunk-Check-App: Geschwindigkeitsmessungen und Netzverfügbarkeitserfassung.
Bild: Bundesnetzagentur.

 

Häufig gestellte Fragen zu der Aktion werden auf dieser Web-Seite beantwortet. Funklöcher werden im Offline-Modus erfasst, wobei die gesammelten Daten erst bei ausreichender Verbindung übermitelt werden.

Das Mobilfunknetz in Deutschland ist besser als sein Ruf, die Abdeckung in der Fläche, in Grenzregionen und entlang von Autobahnen und wichtiger Straßen wurde in den letzten Jahren sukzessive durch verschiedene Maßnahmen und eine verstärkte Zusammenarbeit der Netzbetreiber verbessert. Aber es gibt nach wie vor Lücken: Die 5G-Abdeckung in der Fläche liegt erst bei 95,3 Prozent, bundesweit sind über 98 Prozent mit 4G oder 5G versorgt.

Vor allem in ländlichen Regionen ohne Glasfaser- und Kabel-Infrastruktur kommt 4G/5G eine große Rolle bei der Breitbandversorgung zu. In Städten ist Mobilfunk heutzutage eine günstige Alternative zum immer teureren kabelgebundenen Internet. So gibt es 100 GB monatliches Datenvolumen inzwischen von immer mehr Anbietern für unter 15 Euro - es ist nur eine Frage der Zeit, bis hier die 10-Euro-Marke nach unten hin geknackt wird. Dem entgegen stehen Preiserhöhungen, wie sie beispielsweise die Telekom kürzlich für (V)DSL-Anschlüsse vorgenommen hat.